Zur Entschleunigung ins Kloster
Geistliche Sanierung für alle Sinne – mit weltlichem Reisegepäck von Hardware.

Zur Entschleunigung ins Kloster

Schnell, schnell, schnell. Schon fast halb fünf. Jetzt noch kurz die finale Präsentation an den Kunden schicken, dann in den Supermarkt, um fürs Abendessen einzukaufen, und danach noch die Kinder von der Schule abholen. Oh nein! Nicht noch eine neue E-Mail!

Nicht selten mündet der normale Alltag in puren Stress – und das macht krank. Seit Jahren nimmt der Anteil der Krankheitstage bedingt durch psychische Erkrankungen zu – und dadurch steigt die Zahl derer, die sich eine Auszeit vom täglichen Hamsterrad wünschen. Einfach mal nichts tun, nichts hören, nichts sehen und am besten weit weg von allem, was einem Kummer bereitet.

Entschleunigung 24/7

Entschleunigung ist das Zauberwort, welches mittlerweile so inflationär im Umlauf ist, dass es verwundert, warum es noch nicht zum Wort des Jahres gekürt wurde. Immerhin hat es YOLO (engl. Abkürzung für „you only live once“ – zu dt. „du lebst nur einmal“) 2012 zum Jugendwort des Jahres geschafft – und frei nach diesem Motto machen sich jedes Jahr wieder unzählige Stressgeplagte nach Südostasien auf, um ihre gehetzten Leiber auf ayurvedischen Yoga-Trips mit warmem Öl zu übergießen und in spektakuläre Positionen verrenken zu lassen.

Entschleunigung mal regional

Wem etwas an seiner Ökobilanz und nicht zuletzt auch an seiner Reisekasse liegt, der kann Entschleunigung aber auch viel regionaler erfahren. Zahlreiche Klöster bieten Ruhe und Frieden hinter ihren dicken Mauern – ganz ohne Druck und weite Anreise. Dazu gehört früh aufzustehen, mehrere Gottesdienstbesuche pro Tag, Bettruhe, Meditation und Schweigen während der Mahlzeiten (oder während des ganzen Tages). Die in den Klosteralltag integrierten Rituale variieren von Institution zu Institution. Das Klima der Stille und Erholung findet sich aber sicher überall. In einigen Einrichtungen gibt es sogar Wellness-Angebote oder Fastenmöglichkeiten. Warmes Öl gibt’s dort wahrscheinlich keines, dafür in ausgesuchten Klöstern Kuren nach Sebastian Kneipp oder Franz Xaver Mayr. Ein erfrischendes Erlebnis für einen wachen Geist. Die Sinnfindung lässt grüßen.

Was glaubt denn ihr?

In Deutschland bieten allein über 3.000 katholische Klöster derartige Aufenthalte an. Den meisten Besuchern geht es nicht um den Glauben, sondern einfach nur darum, zur Ruhe zu kommen. Deswegen muss man aber nicht aufs Smartphone oder Ausflüge verzichten. Wie man die freien Stunden abseits des Kurplans gestaltet, bleibt meist jedem selbst überlassen. Denn obwohl das Interieur der Zimmer oft sehr spartanisch ausfällt, verbringt man seinen Urlaub ja nur hinter Klostermauern und nicht hinter schwedischen Gardinen – und ein bisschen unbeschwertes Urlaubsfeeling darf schließlich auch nicht fehlen. Und apropos unbeschwert: Wer nicht allzu weit verreist, braucht auch weniger Gepäck. Mindestens zwei Wochen Aufenthalt empfehlen Experten allerdings, damit der Cool-down vom Alltag gelingt. Für Interessierte hat diese Seite eine Auswahl von zehn Klosterhotels zusammengetragen.Wer noch das richtige Reisegepäck für den Trip sucht, wird sicher hier fündig. Ansonsten empfehlen wir, schnell noch die letzte E-Mail zu verschicken und sich dann genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen. Körper und Geist werden es Ihnen danken.