Zeichensprache auf Reisen – Vorsicht bei diesen Gesten

Zeichensprache auf Reisen – Vorsicht bei diesen Gesten

Zur Begrüßung sollte man in muslimisch geprägten Ländern nie die linke Hand reichen – sie gilt als unrein. In Malaysia und Indonesien bitte niemals den Kopf eines Menschen berühren – das gilt als unhöflich. Generell sollte man in Südostasien vorsichtig sein. Im Buddhismus gilt der Kopf als Sitz der Seele; er darf nur von engen Vertrauten berührt werden.

Nein = Ja und Ja = Nein?

Die Japaner halten zur Verneinung den Kopf still und wedeln mit der Hand scheibenwischerartig vor dem Gesicht. Wer bei uns Verneinung oder Unverständnis zeigen möchte, bewegt den Kopf von einer Seite zur anderen. Das wiederum signalisiert in Griechenland und Indien ein klares „Ja“ (wobei es bei den Indern eher ein Kopfwackeln seitwärts ist). Das indische Nein hingegen ist ein kurzes Kopfzucken, begleitet durch ein Zungenschnalzen. Der Grieche macht’s noch kürzer: Er lässt das Schnalzen weg.

Wenn wir mit der Faust in die offene Handfläche schlagen, drücken wir Wut und Verärgerung aus. In Westafrika wird das als „Einverstanden!“ aufgefasst. Und im Nahen Osten signalisiert das eine Aufforderung zum Sex.

Daumen hoch

Daumen hoch heißt „Gefällt mir“? Im Mittleren Osten sieht man das anders. Dort kann der hochgestreckte Daumen zu eklatanten Missverständnissen führen. Insbesondere, wenn man ihn auf und ab bewegt, könnte er als Einladung zu homosexuellen Praktiken aufgefasst werden.

Zeigefinger und Daumen zusammendrücken bedeutet im deutschen Sprachraum „OK“ oder gar „spitze“. Nach einem guten Essen verstehen wir unter diesem Zeichen, dass es vorzüglich geschmeckt hat. Russen und Türken sehen das weniger positiv. Bei ihnen bezieht sich die Geste nicht auf die Köstlichkeit des Essens, sondern eher auf die zu dessen Entsorgung gedachte Körperöffnung.

Ein Zeichen, eine Hand, aber zwei Handflächen

Das Victory-Zeichen (Zeigefinger und Mittelfinger ausgestreckt) mit der Handfläche nach innen vermeidet man in Australien und Großbritannien besser. Steht es mit der Handfläche nach außen für Frieden oder Sieg, bedeutet das verkehrte V-Zeichen so viel wie „Steck dir zwei Finger ins Gesäß“ – nicht die feine englische Art.

Bier als Frustbewältigung?

Prost! Hebt man in einer Kneipe in Deutschland Daumen und Zeigefinger, bekommt man zwei Bier. Beim Briten gibt’s dafür gerade mal eins. Der chinesische Kellner bringt gleich acht. Schwenkt man seine Hand so in Italien, gibt es keine Getränke – außer der Kellner bezieht die Verärgerung, die man mit dieser Geste ausdrückt, nicht auf sich.

Zum interkulturellen Fauxpas ist es oft nicht weit. Aber wer sich im Vorfeld eines Urlaubs informiert und sich mit der fremden Kultur auseinandersetzt, vermeidet unangenehme Situationen. Zum Glück: Es gibt Reisebegleiter, die nicht so kompliziert sind wie die kulturelle Etikette.