Wie die Kultur in den Beutel kam
Ein Kulturbeutel darf auf keiner Reise fehlen – und ist im Fall dieses Schmuckstücks von Leonhard Heyden aus der Serie "Salisbury" der Blickfang in jedem Badezimmer.

Wie die Kultur in den Beutel kam

Manche Namen klingen einfach befremdlich – so wie Kulturbeutel. Was soll das denn bedeuten? Ein Beutel, in dem wir Kultur mit uns führen? Man schleift doch eigentlich nur Toilettenartikel darin mit sich herum … aber zugegeben, wirklich niemand möchte einen Toilettenbeutel mit sich herumtragen. Besser bezeichnet ist er da schon, unser Kulturbeutel. Noch schöner klingt allerdings Necessaire. Da steckt der Ruf der großen weiten Welt praktisch schon im Name. Ein bekanntes Online-Lexikon kennt außerdem noch Kulturtasche, Badetasche, Waschtasche, Waschbeutel oder Toilettentasche (also doch?!). Aber egal für welche Bezeichnung wir uns entscheiden: Jeder weiß, was damit gemeint ist.

Dennoch ist Kulturbeutel die wohl gängigste Bezeichnung für das Gepäckstück, in dem man Hygieneartikel wie Deodorant, Seife, Shampoo, Nagelschere, Kamm, Rasierschaum, Ohrstöpsel und andere Reisehygieneartikel verstaut. Wobei man Nagelschere und Co. am besten in einem separaten Manicure mit sich führt. In Gebrauch haben wir die Bezeichnung Kulturbeutel erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Also noch gar nicht so lange. Und aus dieser Zeit resultiert wohl auch die Kultur im Name, die mittlerweile so inflationär gebraucht wird, dass man zwischen Steak-, Joghurt- oder Unternehmenskultur den Wald vor lauter Baumkulturen nicht mehr sieht. Aber wir schweifen ab.

Erstmalig dokumentiert ist der Begriff in Lutz Mackensen Deutschem Wörterbuch von 1952. Zuvor waren Begriffe wie Necessaire oder Toilettentasche gebräuchlich. Bezüglich der Herkunft des Begriffs gehen mehrere Quellen davon aus, dass das Wort Kultur der Eindeutschung des lateinischen Begriffs cultura entspringt. Das wiederum leitet sich vom lateinischen colere ab, was pflegen, urbar machen oder ausbilden bedeutet. Und da kommen wir der Pflege und Kultivierung des eigenen Körpers ja schon ganz nahe.

Aber wie soll er beschaffen sein, unser Kulturbeutel? To make a long story short: Jeder sollte sich für das Material entscheiden, mit dem er sich am wohlsten fühlt – und welches sich dem Reiseziel entsprechend am besten eignet. Denn die praktischen Beutel gibt es in edlen Ausführungen aus gewachstem, leicht angeschliffenem oder gefettetem Leder, für Damen und Herren, etwas praktischer aus strapazierfähigem Polyester oder als Hartschalenvariante aus hochwertigem Polycarbonat, für Reisende, die teure Parfums gerne extra absichern. Viele Möglichkeiten für viele Anlässe.

Entscheidend für die Wahl sollte außerdem sein, wie viele Hygieneartikel man mitzunehmen gedenkt, wie edel der Kulturbeutel aussehen und wie leicht er nachher zu reinigen sein sollte. Dabei spielt die Oberfläche eine große Rolle, denn ob diese feinporig oder glatt beschaffen ist, macht natürlich einen nicht zu verachtenden Unterschied. In vielen Fällen leistet ein eingebauter Haken gute Dienste, um das Necessaire an Heizkörpern, Türgriffen oder Ähnlichem aufzuhängen. Und letztendlich sollte an der Qualität nicht gespart werden. Denn so ein Kulturbeutel sollte ja die eine oder andere Reise überstehen. Bei obenstehender Auswahl dürfte wohl für jeden Trip der passende Beutel dabei sein. Und wer sich nicht extra einen Kulturbeutel kaufen möchte, bekommt beispielsweise bei diesem Wheeled Duffle Cruiser einen als Dreingabe on top. Das wäre dann sozusagen ein Beitrag zur bewussten Köper- und zur Sparkultur – und mehr Kultur geht ja beinahe nicht.