Wenn Kinder eine Reise tun …
Der Traum vieler Teenager: Allein zu sein an fernen Stränden – ok, der Reisebegleiter von 4YOU darf mit.

Wenn Kinder eine Reise tun …

Martin denkt in letzter Zeit oft an das Urlaubsvideo seiner Tochter Sarah. Wie sie am Strand von Bibione herumtollte und genüsslich ihr Eis verspeiste. Derart süße Videos gab’s in den letzten Jahren nicht mehr, dennoch war Sarah immer dabei, wenn die Familie auf Reisen ging. Zwar gehört es zu den Dingen, die Eltern nicht wirklich aus den Socken hauen, wenn der Nachwuchs nicht mehr mit ihnen in den Urlaub fahren möchte, ein bisschen wehmütig wird man dennoch – und angespannt. Denn oft geht mit der Aufkündigung der familiären Reisegemeinschaft die Frage einher, ob das Kind denn nicht mit ein paar Freunden verreisen dürfte, denn das hatte Sarah bei ihrer Ankündigung im letzten Jahr noch angefügt.

Eine kniffelige Situation für Martin und seine Frau Ute. Denn sie möchten ja offene und moderne Eltern sein und keine Spielverderber. Ganz ohne Vorbehalte wollen sie Sarah dennoch nicht in fremde Lande ziehen lassen, denn mit der einen großen Frage kommen viele kleine hinterher – und selbstverständlich machen sie sich jetzt lieber einen Gedanken zu viel als einen zu wenig. Auch der Gesetzgeber bietet keine eindeutige Lösung, denn weder sind Eltern dazu verpflichtet, ihr Kind allein verreisen zu lassen, noch ist es verboten.

Strenge Regeln oder viel Vertrauen?

Sarah genießt großes Vertrauen bei ihren Eltern, ist verlässlich, pünktlich und anständig, aber nun mal auch erst 16 Jahre alt – und wird mit Sicherheit nicht jede Situation, die sich ihre Eltern jetzt ausmalen, souverän meistern können. Und wer kann schon genau einschätzen, ab welchem Punkt so ein junger Mensch überfordert ist? Außerdem weiß Ute, dass Teens unter 18 Jahren nur beschränkt geschäftsfähig sind. Das macht das Thema sehr heikel. Eine Kopie des Personalausweises oder des Reisepasses der Eltern plus einer unterschriebenen Einwilligung zur Reise sollte Sarah also auf jeden Fall dabeihaben. Aber reicht das?

Für Sarah wäre es kein Problem, den Urlaub zusammen mit ihren Eltern zu planen, und dass sie sich wie vereinbart jeden Tag melden würde, wissen Martin und Ute auch, aber ein mulmiges Gefühl bleibt dennoch. Beruhigend dagegen ist, dass Sarah zusammen mit Inga und Miriam verreisen will. Martin und Ute kennen die langjährigen Freundinnen ihrer Tochter gut und vertrauen ihnen. Dazu wäre es von Vorteil, dass Miriam bereits 18 Jahre alt ist und somit schon als Heranwachsende gilt.

Wohin, wie lange und für wie viel?

Bei den Planungen bot Martin also an, den Mädchen unter die Arme zu greifen – und die nahmen dankend an. Der Urlaubsort sollte auf jeden Fall nicht zu weit entfernt liegen. Da waren sich alle Eltern einig. Die Mädchen selbst würden dann mit Fernbus oder Bahn reisen, da Miriam zwar einen Führerschein besitzt, aber über wenig Fahrpraxis verfügt und sich mit längeren Strecken sicher keinen Gefallen tun würde.

Unterkunft, Anfahrt, Ausflüge: Schnell kam während der Planung auch die Budgetfrage auf. Martin und Ute haben beschlossen, ein paar Übernachtungen zu übernehmen und haben Sarah einen praktischen Wheeled Duffle Cruiser gekauft. Da passt einiges rein, er lässt sich leicht verstauen, und angesagt ist die stylishe Reisetasche auch noch.

Verreisen mit den Profis

Nach langer Recherche über verschiedene Möglichkeiten unter Einbezug des Budgets, haben sich die Mädchen von einer organisierten Jugendreise überzeugen lassen. Dazu war einiges an Überredungskunst aller Elternteile gefragt, denn so richtig verlockend hörte sich das für die Teens nicht an. Aber ein paar große Vorteile dieser Reiseart konnten die Mädchen dann doch nicht von der Hand weisen. Denn diese Reisen sind einigermaßen günstig, und den Eltern von Sarah und Inga könnte bei einem Unfall keine Missachtung der Aufsichtspflicht vorgeworfen werden. Anschluss an Gleichaltrige hätten die Jugendlichen auch noch.

Nur welcher Anbieter sollte es werden? Sie verglichen verschiedene kommerzielle Veranstalter und hatten sich auch über Ferienlager von Organisationen und Vereinen informiert. Eine Entscheidungshilfe bot ihnen die Homepage des Bundesforums Kinder- und Jugendreisen. Dort konnten die Teens und ihre Eltern nachlesen, woran man seriöse Kinder- und Jugendreiseveranstalter erkennt – und hatten sich bald auf einen Favoriten geeinigt.

Let the music play

Eine Sache haben die Mädchen allerdings noch für sich ausgehandelt, denn später im Jahr wollen sich noch auf ein Festival gehen. Gut, dass Besuche solcher Veranstaltungen normalerweise Jugendlichen bereits ab 16 Jahren gestattet sind. Da sie aber dort auch übernachten wollen, muss mindestens eine volljährige Begleitperson dabei sein. Aber dafür haben sie ja Miriam (mehr zu diesem Thema steht im Jugendschutzgesetz).

Ute und Martin sind jetzt erstmal beruhigt. Wobei sie natürlich froh sein werden, wenn Sarah wieder gesund aus ihrem Urlaub zurück ist. Und einen Vorteil hat die Sache ja auch für Eltern: Die beiden können in ihrem Urlaub jetzt wieder tun und lassen, was sie wollen. Und wer weiß, vielleicht ist Sarah ja im nächsten Jahr wieder mit von der Partie, wenn sie bemerkt, wie günstig ein Urlaub mit den Eltern sein kann.