Verreisen mit vier Pfoten
Beliebt bei Hund und Herrchen: Koffer mit herausnehmbarem Futter (Trolley: Hardware).

Verreisen mit vier Pfoten

Ab in den Urlaub! Aber was passiert eigentlich mit dem Hund? Umfragen sagen, dass ein Drittel aller Hundebesitzer in Europa sich schuldig fühlt, wenn der Hund zu Hause bleibt. Etwa 20 Prozent können ihren Urlaub ohne Haustiere nicht genießen. Was also tun? Gut planen! Ob nun mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug verreist wird.

Mit dem Hund im Auto

Es gibt Hunde, die sind richtige Autofans, andere machen erst einmal einen großen Bogen um das Fortbewegungsmittel. Deswegen ist es notwendig, sie langsam heranzuführen, heißt: Erst einmal am Auto vorbeigehen, damit sich das Tier an das Motorgeräusch gewöhnt, dann in den Kofferraum oder auf die Rückbank springen lassen. Wie man den Hund transportiert, bleibt jedem selbst überlassen. Es gibt mehrere Möglichkeiten: am sichersten in einer Transportbox. Ein Sicherheitsgurt, also ein gut gepolstertes Hundegeschirr, ist auch eine Option.

Der Laderaum des Autos sollte idealerweise durch eine Abtrennung (Gitter) gesichert sein. Das garantiert, egal ob mit Box oder Geschirr, dass bei einer Vollbremsung das Tier nicht wie ein Geschoss nach vorne fliegt. In Italien beispielsweise dürfen Hunde nur auf dem Rücksitz mitreisen, wenn sie keine Gefahr fürs Fahren darstellen und das Hör- und Sehvermögen des Fahrers nicht einschränken.

Mit dem Hund im Zug

Erste einmal muss eruiert werden, ob Hunde überhaupt mitgenommen werden dürfen und wie viel das dann kostet. Bei der Deutschen Bahn beispielsweise dürfen kleinere Hunde bis zur Größe einer Hauskatze umsonst als Handgepäck in einer Transportbox mitgeführt werden. Wenn der Hund größer ist, muss der halbe Fahrpreis bezahlt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass die größeren Vierbeiner nur mit Maulkorb und an der Leine mitfahren dürfen.

In der Schweiz und in Österreich gelten ähnliche Vorschriften wie hierzulande. In Italien dagegen dürfen größere Tiere in Zügen überhaupt nicht mitgenommen werden. Bei Nachtzügen gelten Sonderregelungen. Bei der Deutschen Bahn durften bisher Hunde nur mitgenommen werden, wenn ein eigenes Abteil zur alleinigen Benutzung gebucht wurde. Wie das zurzeit gehandhabt wird, ist unklar, da die österreichischen Bundesbahnen Nachtzüge von der den Deutschen übernommen haben. Hier sollte man sich vor der Reise also genau erkundigen. Bei bestimmten Zügen wie etwa dem Eurostar nach England gilt für Hunde: Wir müssen leider draußen bleiben!

Bei vielen Hardware Trolleys ist das Futter herausnehmbar und darf bei 30° C in die Waschmaschine – ideal auch, wenn der Koffer zwischendurch als Hundebettchen gedient hat.

Mit dem Hund im Flugzeug

Diese Form des Reisens ist für Tier und Mensch am schwierigsten. Wenn man Glück hat, erlauben die Fluggesellschaften, Hunde in der Transportbox (mit einem Gesamtgewicht von ca. 8–10 kg – abhängig von der Gesellschaft) mit in die Kabine zu nehmen. Begleithunde wie etwa Blindenhunde, egal ob groß oder klein, dürfen meistens mit in den Passagierbereich.

Größere Tiere im Frachtraum zu transportieren, kann eine echte Zumutung sein, schließlich muss der Hund mehrere Stunden alleine verbringen, in unbekannter Umgebung, von fremden Menschen umsorgt. Frachträume haben selten eine Temperaturregelung. Es ist dort in der Regel sehr laut. Das alles bedeutet Stress. Es gilt also genau zu überlegen, ob man das geliebte Tier unbedingt in einem Flugzeug mitnehmen muss. Wenn ja, muss man sich besonders sorgfältig vorbereiten. Dazu gehört selbstverständlich, sich rechtzeitig bei der Fluggesellschaft zu erkundigen, ob überhaupt genügend Kontingent im Frachtraum zur Verfügung steht. Auch über die unterschiedlichen Einreisebestimmungen der einzelnen Länder muss man sich informieren. Klar ist, dass die Flugzeit so kurz wie möglich sein sollte – also lieber Mallorca als Kanaren –, außerdem sollte wenn irgendwie möglich ein Nonstopflug gebucht werden, um das Risiko von Fehlern beim Umsteigen zu vermeiden.

Einreisebestimmungen für Hunde in Europa

Reisen mit Hund ist inzwischen vor allem innerhalb Europas in der Regel problemlos. Doch es gibt ein paar Ausnahmen. Für die meisten Länder gelten die allgemeinen EU-Einreisebestimmungen, in denen einheitlich geregelt ist, was man für seinen Hund benötigt:

  • EU-Heimtierausweis
  • Mikrochip oder Tätowierung zur eindeutigen Identifizierung des Hundes
  • Gültige Tollwutimpfung

In einigen Ländern (z. B. England, Norwegen) gelten darüber hinaus zusätzliche Regeln. Für Reisen außerhalb Europas sollte unbedingt mit der Botschaft des betreffenden Landes Kontakt aufgenommen werden.