Vegan auf Reisen – so wird der Urlaub zum Genuss
Genuss im Urlaub ist planbar, damit auf Reisen mehr als nur Obst auf dem Tisch landet (lederfreie Tasche: Leonhard Heyden).

Vegan auf Reisen – so wird der Urlaub zum Genuss

Der Blick schweift über das Frühstücksbüfett … und es läuft mal wieder auf Müsli mit Orangensaft und Kaffee ohne Milch hinaus? Mit dem steigenden Angebot an veganen Urlaubsideen (und ein paar Tricks) hat das Darben ein Ende.

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Stimmt die Verpflegung, kann man auch die freien Tage in vollen Zügen genießen.

Vorher informieren, was auf dem Teller landet

Gerade als Veganer ist es ratsam, sich im Voraus mit dem Reiseziel und den kulinarischen Gepflogenheiten vertraut zu machen. Bei vielen Gerichten reicht es oft schon, wenn der Koch ein oder zwei Zutaten herausnimmt, um diese zu „veganisieren“.

Man denke nur an die Küche Italiens, in der man Pizza (ohne Käse) oder Pasta (ohne Ei) ohne großen Aufwand genießen kann. Zudem hält der Mittelmeerraum eine üppige Auswahl an mediterranen und veganen Gemüsegerichten bereit. Im Mittleren Osten bieten Falafel, Baba Ganoush oder Hummus Abwechslung auf dem Speiseplan. In vielen asiatischen Ländern wird Tofu eingesetzt. Aber Vorsicht: In der fernöstlichen Küche werden oftmals allerlei Fischsaucen, Pasten aus Meeresfrüchten oder Eier benutzt. Auf ein paar Schwierigkeiten dürfte man auch in Osteuropa stoßen, da dort vegane Hotels und Restaurants eher Mangelware sind. Aber selbst dann ist eine Ernährung ohne tierische Produkte durchaus möglich.

Hierhin verreisen Veganer

Mittlerweile bietet sogar der Branchenriese TUI eine Reihe an Aufenthalten in Hotels mit veganer Küche an. Wer nicht auf Daunen nächtigen möchte oder ein Ledersofa in der Hotellobby eher unpassend findet, sollte ein Auge auf die Angebote von Veggie-Hotels werfen. Hier werden mehr als 500 Hotels weltweit gelistet, die sich auf ein vegetarisches Angebot spezialisiert haben, darunter auch mehr als 40 rein vegane Hotelbetriebe – inklusive tierfreier Einrichtung.

Auch Kreuzfahrten mit veganen Speisen und Vorträgen zur tierlosen Ernährung gibt es. Oder wie wäre es mit Inselhüpfen in Kroatien mit den veganen Dalmatien-Kreuzfahrten von Amazing Adventures oder den Veganen Flusskreuzfahrten auf verschiedenen Strecken innerhalb Europas?

Gleichgesinnte im Urlaub treffen

Wer ernährungstechnisch gerne unter Gleichgesinnten weilt, dem sei ein Trip nach Berlin ans Herz gelegt. Auf der Seite von Berlin-Vegan finden sich neben Tipps und Kritiken zu veganen Restaurants auch Veranstaltungs-Tipps und weitere Services. Auch für vegane Globetrotter gibt es mittlerweile Gruppen- oder Themenreisen. Abenteuerlustige sollten das Angebot von Vegan Travel checken. Hier werden verschiedene Trips nach Guatemala oder Spanien in kleinen veganen Reisegruppen organisiert. Radler könnten es mal mit Vinje Vegan Cycling Project probieren. Mit dem Rennrad geht es auf den Spuren der Tour de France durch die Alpen – mit veganer Vollverpflegung.

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Gesund und frisch – da darf’s dann auch mal etwas mehr sein.

Gimmicks, die Veganern weiterhelfen

Uneingeschränkt das Urlaubsziel zu wählen, bedeutet für Veganer auch öfter auswärts Essen zu gehen. Auf der Plattform HappyCow  findet man weltweit vegetarische und auch vegane Restaurantempfehlungen mit Erfahrungsberichten und Bewertungssystem. Vegguide und HappyCow bieten diesen Service auch als App fürs Smartphone – letztere sogar mit Einkaufsmöglichkeiten wie Reformhäusern und Bioläden.

Sollte sich partout kein vegan-freundliches Restaurant in der Nähe befinden, empfiehlt sich der Vegan Passport von Peta (People for the Ethical Treatment of Animals). Dieser kleine Ratgeber erklärt in mehr als 70 verschiedenen Sprachen, welche Lebensmittel in den Bereich der veganen Ernährung fallen und welche Produkte für Veganer tabu sind.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich besser einen kleinen Vorrat an veganen Müsli- oder Energieriegeln, Trockenfrüchten oder Nüssen anlegen. Und mit veganen Brotaufstrichen in praktischen Portionspackungen, die nicht gekühlt werden müssen, lässt sich das tägliche Frühstück im Urlaub retten.

Urlaub gebucht? Jetzt noch die Anreise meistern

Wenn das Urlaubsziel gefunden, der Urlaub gebucht und die Vorfreude beinahe schon unerträglich ist, geht es ans Packen. Aber auch hier muss der ernährungsbewusste Tierfreund schon lange nicht mehr auf mit Leder bestückte Gepäckstücke zurückgreifen. Die Lösung: die innovativen und vielfältig einsetzbaren Reisebegleiter von Hardware. Egal ob stylish und strapazierfähig oder extrem leicht und robust.

Per Flugzeug gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich während der Reise versorgen zu lassen. Peta hat einige Tipps zusammengestellt. Bei der Bestellung am besten immer das internationale Kürzel „VGML“ für alle veganen Gerichte angeben. Bei Bahnreisen steht zumindest innerhalb Deutschlands normalerweise ein veganes Gericht zur Auswahl. Bei Schiffreisen auf jeden Fall im Vorfeld über das Speisenangebot an Bord des Schiffes informieren und gegebenenfalls Kontakt mit dem Anbieter aufnehmen.

Ein Lächeln öffnet die meisten Türen

Es mag manchmal ermüdend sein, wieder und wieder erklären zu müssen, was man gerne essen würde und was man nicht auf seinem Teller liegen haben möchte. Freundlich bleiben und nicht zu viel Druck aufbauen. Außerdem sind nicht jedem die Regeln der veganen Ernährung geläufig und nicht jeder kann nachvollziehen, warum in der Bratpfanne keine Butter und auf dem Dessert kein Honig landen soll. Ratschläge wie anstatt der Butter beispielsweise Öl oder statt Honig z. B. Akaziensirup zu verwenden, helfen da schon. Immerhin will man auch Neues erleben und die kulinarischen Spezialitäten des Gastlandes in vollen Zügen genießen. Und wer weiß, vielleicht nimmt man die eine oder andere Anregung auch in die heimische Küche mit?