Trennungsgrund Pärchenurlaub
Belastungsprobe Urlaub: Zum Glück ist der Trolley von Hardware stabil.

Trennungsgrund Pärchenurlaub

Es gibt nur eine ideale Zeit für den ersten Paar-Urlaub – sagen manche. Und meinen frei nach Picasso die „rosa Periode“. An dieser zunächst steil wirkenden These ist einiges dran: Hals über Kopf verliebt, lassen sich die Macken des Partners eben am besten ertragen. Großzügig und voller Toleranz schaut man über die kleinen und größeren Defizite seines liebsten Gegenübers hinweg. Oder nimmt diese vor lauter Verliebtheit erst gar nicht groß wahr. Eine Beobachtung, die Experten teilen. Nach deren Einschätzung überstehen frisch Verliebte den gemeinsamen Urlaub besser als Paare, die nicht mehr täglich Feuer und Flamme sind.

Laut einer US-Studie trennen sich Ehepaare sogar besonders häufig nach den Sommer- und Winterferien – nach dem Urlaub also. Soziologen der University of Washington haben über Jahre hinweg die Scheidungszahlen untersucht. Mit der Erkenntnis, dass die meisten Scheidungsklagen im August und März eingereicht werden. Die Erklärung der Forscher: zu hohe Erwartungen an die Weihnachtszeit und die langen Sommerferien, gefolgt von großen Enttäuschungen. Problempaare hofften demnach, dass die Beziehung in dieser Zeit neuen Auftrieb bekomme – aber oft sei das Gegenteil der Fall.

Wie auch immer heißt das noch lange nicht, dass jedes Pärchen, das frisch verliebt in den Urlaub aufbricht, nur konfliktfreie Tage erlebt. Im Gegenteil – gerade im ersten gemeinsamen Urlaub kann es schnell etwas weniger harmonisch werden. Weil man sich doch nicht so gut kennt wie angenommen. Weil man zu hohe Erwartungen hat. Weil man ständig aufeinander hängt oder, oder, oder…

Um dem vorzubeugen, kann man sich die folgenden Best-ofs der Trennung-nach Urlaub-Prävention zu Herzen zu nehmen. Natürlich ist das nur sinnvoll, wenn nicht nur der eine oder der andere daran denkt, sondern beide das tun.

Rechtzeitig planen

Ein harmonischer Urlaub beginnt schon vor dem Urlaub ­– mit der richtigen Planung. Dazu gehört, klipp und klar seine Wünsche zu äußern. Sowohl was Aktivitäten und Destinationen als auch Komfortwünsche und Kosten angeht. Ist beiden klar, was der andere und was man selbst will, gilt es, Kompromisse zu finden. Eine Kunst, die ihr konstruktives Wesen generell in Paarbeziehungen voll entfalten kann. Vorausgesetzt, beide sind bereit, ihre Fähigkeit zum Kompromiss weiter auszubauen. Nur am Rande: Das gemeinsame Training kann sich auch über den Urlaub hinaus auszahlen – vielleicht wollen beide ja irgendwann zusammenziehen, Kinder kriegen etc.

Nicht alles zusammen machen

Eigentlich klar: Wer miteinander Kompromisse aushandelt, tickt eben nicht in jedem Punkt gleich. Und erlebt, dass man selbst frisch verliebt nicht immer eine Lösung findet. Dann heißt es, den besten Kompromiss zu einem unmöglichen Kompromiss zu schließen. Und der ist: ruhig einmal etwas einen Tag alleine oder zumindest ohne den Partner machen. Um nahe an einem Klischee zu bleiben, sie: Yoga-Kurs, er: Paragliding. Solche kurzen Phasen des Getrenntseins tun beiden gut. Anschließend gibt es viel zu erzählen und zu teilen, ist man neugierig auf den anderen und freut sich darauf, wieder etwas gemeinsam zu machen.

Mit Erwartungen auf dem Boden bleiben

Sind Wunsch und Wirklichkeit immer ein ideales Paar? Wohl kaum! Daran sollten auch Paare denken, wenn sie an ihre Erwartungen an gemeinsamen Urlaub denken. Also schön Maß halten. Und sich klarmachen, welche der eigenen Wünsche sich wirklich erfüllen lassen und welche nicht. Wer das unterlässt, wird sich und seinen Partner mit Ansprüchen überfrachten und längst nicht so glücklich aus dem Urlaub zurückkommen, wie er sich das erträumt hat.

Generalprobe in Angriff nehmen

Sicherheitsfreak? Speziell für diese Spezies gibt es eine klare Empfehlung: vor dem eigentlichen Urlaub einen Test-Kurzurlaub einlegen. Nach zwei, drei, na gut, vielleicht auch vier bis fünf gemeinsamen Tagen, zum Beispiel am Meer oder in den Bergen, kann man sich schon ziemlich gut vorstellen, was aus einem längeren Urlaub wird. Und das hat, egal, wie es beurteilt wird, immer eine gute Seite. Entweder man hat allen Grund, sich auf wundervolle Wochen mit seinem Partner zu freuen. Oder man erkennt rechtzeitig, dass ein längerer Urlaub eine mittlere Katastrophe wäre. Vielleicht sogar mehr noch: ob man wirklich zueinander passt. Denn wie sagte schon Mark Twain: „Es gibt kein sichereres Mittel festzustellen, ob man einen Menschen mag oder nicht, als mit ihm auf Reisen zu gehen.“