Schlafen wie in der Business-Class
Für manche ist erholsames Schlafen in der Economy-Class noch immer befremdlich – aber das soll sich jetzt ändern (Beautycase: Hardware).

Schlafen wie in der Business-Class

Seien wir mal ehrlich: So übel wie ihr Ruf ist die Economy-Class gar nicht – und sie könnte noch viel besser sein, würde man dort nicht auch ab und an ein wenig Schlaf finden. Etwas Luxus im Flugzeug steht bei Reisenden hoch im Kurs: Nach einer aktuellen Umfrage finden 37 Prozent den Komfort der Sitze in der Kabine sehr wichtig – rund die Hälfte der Befragten erachten ihn zumindest als wichtig.

Zwar ist man oft mit Decken, Kissen und einer rückstellbaren Lehne ausgestattet, doch von Erholung kann in einer immer noch fast sitzenden Position keine Rede sein. Das wissen auch die Airlines – und versuchen, im Buhlen um neue Kundschaft, immer neue Wege aus, wie sie Reisenden auf wenig Raum den maximalen Komfort bieten können. Wer jetzt aber glaubt, dass den Unternehmen ausschließlich am Kundenwohl gelegen ist, irrt, denn der gesteigerte Wohfühlfaktor soll natürlich auch mehr Geld in die Kassen der Fluggesellschaften spülen.

Der Sleeper Seat kommt

Bequeme Matratze, ein flauschiges Kissen, eine dicke Decke, ein Leintuch und eine Kopfstütze: Hört sich doch schon mal nach einem angenehmen Plätzchen an, um dort ein paar Stunden zur Ruhe zu kommen. Thomas Cook Airlines bietet neuerdings ein Programm an, bei dem sich drei Economy-Class-Sitze zu einem Bett umfunktionieren lassen. Ab 13. Mai und ab einem Preis von 235,- Euro pro Strecke können Touris, die mit Thomas Cook von Großbritannien nach New York und San Francisco reisen, den sogenannten Sleeper Seat in Anspruch nehmen. Die Sitze sind im hinteren Teil eines Airbus A330. Durch die ganz nach oben klappbaren Armlehnen findet die Matratze genug Platz. Ausreichende Sicherheit schafft ein Extra-Gurt, den die Fluggäste während des Schlafens anlegen müssen.

Gab’s das nicht schon mal irgendwo?

Ganz neu ist die Idee allerdings nicht: Bereits seit einigen Jahren gibt es bei Air New Zealand die sogenannte Skycouch. Beim Kabinensystem der auch Cuddle-Class genannten drei Sitze nebeneinander bereitet ein Flugbegleiter mit ein paar Handgriffen ein kleines Bett. Ähnlich funktionierte die Family Couch der Fluggesellschaft Air China. Die wird allerdings seit Juni 2018 nicht mehr angeboten.

Ab unter Deck

Die Fluggesellschaften Air France und KLM planten vor ein paar Jahren die Bereitstellung von Stockbetten im Frachtraum für Economy-Class-Kunden – selbstverständlich gegen Gebühr. Ob diese Pläne jemals in die Tat umgesetzt wurden, ist uns allerdings nichts bekannt. Auf den Webseiten von Air France und KLM finden sich aktuell keine Hinweise auf dieses Angebot. Ist vielleicht auch besser so, denn ein Schlafplatz im Frachtraum erinnert ja schon etwas an die Zustände auf einer Galeere. Da erscheint einem der normale Sitzplatz in der Economy-Class doch gleich wieder viel bequemer. Man muss halt an hilfreiches Equipment wie Schlafmaske, Gehörschutz und Nackenkissen denken – und als Kissen lässt sich zur Not auch der mit einem T-Shirt oder ähnlichem ausgestopfte Kulturbeutel dieses Wheeled Duffle Cruisers nutzen. Geht doch. Gar nicht so schlimm diese Economy-Class.