Risiko Reisepass
Auf Reisen besser immer eine gefüllte Geldbörse dabei haben – man weiß ja nie was kommt (Bild: Geldbörse von Golden Head).

Risiko Reisepass

Der deutsche Reisepass ist weltweit ein Grenzöffner, und für viele Traveller sind die Stempel darin begehrte Souvenirs. Doch einige dieser Trophäen werfen lange Schatten; völlig überrascht steht man irgendwann irgendwo auf dem Globus vor verschlossener Tür. Manche Länder im arabischen Raum kennen kein Pardon, wenn man mit einem Stempel aus Israel einreisen will. Die chinesischen Behörden verlangen vor Ausstellung eines Visums ein persönliches Gespräch in ihrem Generalkonsulat in Frankfurt, wenn jemand zuvor mehrfach in der Türkei gewesen ist. Sie haben mal Urlaub in Indonesien gemacht und wollen zu Ostern nach Jerusalem? Dann können Sie sicher sein, dass die israelischen Grenzbeamten Sie zu einem längeren Sicherheitscheck einladen werden. Wohlgemerkt, es geht nicht um Visumverstöße oder fälschliche Angaben bei Esta- oder Eta-Formularen – es geht nur um die Ein-und Ausreisestempel im Reisepass, die sogenannten Sichtvermerke.

In Einzelfällen, Beispiel Israel, kann auf das Stempeln des Reisepasses verzichtet werden und stattdessen bekommt man für die Dauer des Aufenthalts behördliche Nachweise als Einleger. Wer öfter unterwegs ist, etwa in Russland, China, den USA oder muslimisch geprägten Ländern, sollte mehrere Pässe beantragen. Laut Passgesetz stehen die all den Personen zu, die von Überschneidungen in verschiedenen Visa-Verfahren betroffen sind oder sonst wie glaubhaft machen können, dass sie wegen eines vorhandenen Sichtvermerks (Stempel) eines Landes A nicht in ein Land B einreisen dürfen.

Ist die Reisepass-Stempel-Hürde genommen, muss dann oft ein Visum beantragt werden. Stand Sommer 2018 fordern 46 Staaten ein Visum vor Antritt der Reise, weitere 37 Staaten erteilen es bei der Ankunft. In den wenigsten Fällen ist das kostenlos (Malediven, Seychellen), sondern macht pro Visum umgerechnet zwischen 7 (Kanada) und 180 Euro (Äquatorialguinea). Auch die Bearbeitungszeiten sind sehr unterschiedlich, in manchen Ländern dauert es sogar Monate. In einigen afrikanischen Ländern versucht man deshalb, die Verfahren durch ein elektronisches Visum (E-Visum) zu beschleunigen – doch die Technologie via Internetportale funktioniert nicht immer wie gewünscht. Wer ein solches digitales Visum erhalten hat, sollte immer auch eine ausgedruckte Kopie bei sich haben.

Fehlen noch die Impfvorschriften und Einreisebestimmungen im Zielland: Die verlässlichsten Auskünfte bietet das Auswärtige Amt oder die jeweilige Botschaft. Zwar bietet das Internet Unmengen an Reisetipps und Erfahrungen, doch vieles ist aufgrund politischer Wechsel überholt und spiegelt nicht die tatsächliche Rechts- und Sicherheitslage wieder, etwa der Umgang US-amerikanischer Behörden mit Smartphone-Daten, Laptop-Inhalten oder Konten in sozialen Medien.

Um Unsicherheiten zu minimieren, sind Reisebüros seit dem 1. Juli 2018 durch das neue Pauschalreiserecht verpflichtet, ihre Kunden vor Vertragsabschluss über alle Bestimmungen und Vorschriften zur Einreise zu informieren. Damit verschwinden zwar manche Risiken, doch längst nicht jede Reise ist garantiert. Die Türkei beispielsweise behält es sich, wie einige andere Länder auch, vor, die Einreise trotz gültiger Dokumente – und ohne Begründung – zu verweigern.

Wer viel unterwegs ist, sollte auch darauf achten, dass die persönlichen Daten auf der Kreditkarte oder im elektronischen Reisepass vor unerlaubtem Zugriff geschützt sind. Den Datendiebstahl per Funk unterbindet zuverlässig eine blockierende Reisepasshülle wie das RFID-Protect Modell von Golden Head.