Paradies oder Horrortrip?
Draußen kann es wunderschön, aber auch ziemlich nervig sein. Der Reisetasche von Hardware ist das egal - die macht sich zu Hause ganz klein.

Paradies oder Horrortrip?

Daran scheiden sich die Geister: Die einen können sich nichts anderes vorstellen als zu campen. Andere sagen: einmal und nie wieder – oder wollen es gar nicht erst versuchen. Wir haben 5 zentrale Punkte rausgesucht, die einem ziemlich widersprüchlich vorkommen können.

+ Wer campt, ist ein freier Mensch.
Er kann sich überall niederlassen und jederzeit von einem Ort zum anderen ziehen.

– Wer campt, ist der größte Spießer.
Seinen Alle-Jahre-wieder-Platz auf dem Gelände hat er akkurat abgesteckt … und wehe, jemand setzt beim Vorbeigehen auch nur einen halben Fuß drauf!

+ Camping ist familienfreundlich,
weil viel billiger und weniger zwanghaft als in einem Hotel. Die Kinder haben Auslauf und die Eltern können tun und lassen, was sie wollen. Auch eine eingefahrene Gruppe kann sich so ganz neu erleben und viel Spaß miteinander haben.

– Camping ist menschenfeindlich,
weil total überteuert. Eine vierköpfige Familie kann eine Ferienwohnung günstiger und mit viel mehr Komfort bekommen. Dort gibt es auch keine Platzordnung, die von einem Lagerkommandanten gnadenlos überwacht wird. Und: Wer erklärt den Kleinkindern eigentlich jugendfrei die nächtlichen Geräusche aus dem übernächsten Zelt?

Mit etwas Glück findet man für den Preis von drei Wochen Familiencampen auch eine hübsche Ferienwohnung …

+ Man lernt nette Leute kennen,
und den Gemeinschaftssinn auf Campingplätzen sucht man im Alltag sonst vergebens.

– Man kriegt alles mit von Leuten,
denen man nie begegnen wollte – und spätestens in der frühzeitigen Nachtruhe hört der Gemeinschaftssinn auf.

+ Nirgendwo ist man der Natur so nah
wie auf Campingplätzen. Was gibt es Schöneres, als abends draußen vor dem Zelt zu sitzen und morgens nach dem Duschen den Körper einfach an der frischen Luft trocknen zu lassen.

– Wenn man die allabendlichen Angriffe der Stechmücken
als Errungenschaft der Evolution sieht, die Ausscheidungen von fremden Menschen in nächster Nähe zu schätzen weiß und überall Matsch mag, dann ist Camping wirklich ein naturnahes Erlebnis.

+ Man weiß, was einen erwartet
und erlebt keine bösen Überraschungen wie eklige Töpfe mit Essensresten, knarzende Betten mit Wanzen oder schimmelige Duschen und schrecklich riechende Handtücher, denn alles, was man beim Camping hat, gehört einem selbst!

– Man weiß tatsächlich, was man davon hat,
wenn man eintönig verkochte Mahlzeiten von schlecht gespülten Plastiktellern genossen, 14 Nächte in zu kleinen Räumen kaum geschlafen und sich in versifften Gemeinschaftsnasszellen gereinigt hat: wahlweise Verstopfung oder Dauerdurchfall, täglich Kreuzschmerzen und zwei Jahre Fußpilz.

Ja, was denn nun?!
Jeder soll glücklich werden nach seiner Fasson und so Urlaub machen, wie es ihm am besten gefällt. Natürlich tun ein paar Tage Luxusurlaub in einem Fünf-Sterne-Hotel gerade gestressten Müttern gut, die dann einmal nicht kochen, waschen, aufräumen müssen. Aber für gut funktionierende (Familien-)Gemeinschaften kann der Campingplatz tatsächlich ein Erlebnis sein. Und wer nicht das Geld oder auch die Fahrkünste für ein großes Wohnmobil hat und trotzdem etwas mehr Komfort als im Vier-Mann-Zelt haben möchte – schon mal über ein Mobilheim nachgedacht? Auch die kann man an so manchem Urlaubsort mieten. Dann hat man seine Nasszelle ganz für sich und trotzdem alle Vorteile eines Campingplatzes um sich. Manche Nachteile natürlich auch …