Bilder machen wie ein Profi – so ersetzt das Smartphone die Fototasche

Bilder machen wie ein Profi – so ersetzt das Smartphone die Fototasche

Schöne Reise, schöne Fotos. 10 Tipps fürs Handy.

Kaum jemand schleppt mehr eine richtige Fotoausrüstung mit in den Urlaub – das Smartphone ist für die meisten längst die Immer-und-überall-Kamera. Wer aber Handyfotos mit denen aus richtigen Kameras vergleicht, erlebt oft eine Überraschung: Die Bilder sind zu hell oder zu dunkel, haben merkwürdige Flecken und das eigentliche Motiv ist irgendwo in der Landschaft verschwunden. Aber nicht nur unschöne Fotos verhageln das Vergnügen – wer am Urlaubsort das falsche Bild macht, bekommt schnell richtig Ärger.

1. Mehr Durchblick

Selbstverständlich haben Sie vor der Abfahrt ans Daten-/Ladekabel gedacht, haben den Speicher aufgeräumt und vielleicht sogar einen Ersatzakku eingepackt. Aber haben Sie auch alle Linsen und den Blitz richtig gereinigt? Mit einen Brillen- oder Optikputztuch entfernen Sie gründlich und sicher Flusen, Staub und Schlieren – sicher deshalb, weil viele Linsen aus Kunststoff gefertigt sind und dadurch sehr empfindlich. Papiertaschentücher und ähnliche Materialien sind tabu, denn die hinterlassen ganz schnell winzige Kratzspuren und trüben so die Optik irreparabel.

2. Automatik aus

Nach dem äußeren Check empfiehlt sich auch ein Blick nach innen. Das Menü der Kamera-App unterscheidet sich von Handy zu Handy, aber ein paar wichtige Einstellungen sind überall gleich. Um eine möglichst hohe Bildqualität zu erreichen, schalten Sie (wenn möglich) die ISO-Automatik ab und wählen einen niedrigen Wert wie 100 oder 200. Wenn Sie es nicht tun, wählt das Handy eigenmächtig aus und dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Fotos unschön verrauschen. Sollten Sie doch einmal mehr Licht-Empfindlichkeit brauchen: Nachtmodus einstellen und Handy auf festem Untergrund auflegen, um ein Verwackeln zu vermeiden.

3. Blitzen verboten

In Museen gilt grundsätzlich Blitzverbot! Gemälde, Zeichnungen und andere empfindliche Materialien werden durch den Lichtblitz dauerhaft geschädigt. Schon der Versuch kann mancherorts richtig teuer werden. (Wie Sie ohne Blitz trotzdem zu schönem Licht kommen, lesen Sie weiter unten.)

4. Hautnah statt daneben

Das zu fotografieren, was andere schon hunderttausendfach abgelichtet haben, ist langweilig. Und ein schneller Schnappschuss kann sicher eine schöne Erinnerung sein, doch das besondere Foto muss erarbeitet und manchmal sogar erlaufen werden. Statt zu zoomen, gehen Sie ran an Ihr Motiv! Solange Sie sich nicht auf einer Löwensafari befinden, sind Sie als Fotograf hautnah am besten unterwegs. Umkreisen Sie ihr Motiv und finden Sie den Blickwinkel, der es am eindringlichsten oder besten zur Geltung bringt. Mehrere Schüsse sind ausdrücklich erlaubt, löschen geht schließlich immer.

5. Es werde Licht

Der eingebaute Blitz erschlägt viele Motive. Wenn Ihr Motiv doch mal mehr Licht braucht, empfiehlt sich ein faltbarer Minireflektor – der spiegelt das Sonnenlicht und hellt so ihr Motiv sehr natürlich auf. Faltreflektoren gibt es für wenige Euro in vielen Größen im Fotofachhandel. Ob Sie ein Porträt im Halbschatten aufnehmen oder einen Lichtklecks als Akzent setzen wollen – im Notfall bewirkt sogar ein kleiner Taschenspiegel wahre Wunder.

6. Die richtige Mischung

Groß-Klein, Hell-Dunkel, Nah-Fern – Fotografie lebt von Gegensätzen, die jeder kennt. Jedoch wenig Beachtung findet dieses Paar: Scharf-Unscharf. Auf belebten Plätzen, bei starkem Wind und in der Brandung lassen sich mittels Langzeitbelichtung tolle Effekte zaubern – eine passende App finden Sie im Netz.

7. Strand, Wasser, Eis und Schnee

Was Sie im Urlaub besonders schön finden, mögen technische Geräte gar nicht. Sand scheuert und setzt sich fest, Wasser zerstört Schaltkreise und Eis wird spätestens drinnen auch wieder zu Wasser – schützen Sie ihr gutes Stück also mit einer soliden Hülle. Zwar sieht es dann weniger elegant aus, übersteht aber Schmutzattacken, Rempler und kleine Stürze ohne Schaden.

8. App to date

Viele Hersteller begrenzen die Steuerung der Kamera auf wenige Grundfunktionen, obwohl die Geräte oft mehr leisten können. Eine alternative Kamerasteuerung (App) erweitert bei vielen Geräten den Funktionsumfang gewaltig – gleiches gilt für eine zusätzliche App zur Bildbearbeitung. Und das Beste ist: Viele gute Apps sind sogar kostenlos.

9. Datenschwund

Je größer, desto schöner? Das gilt nicht für das Versenden von Bildern. Um die Lieben daheim teilhaben zu lassen, ist es ratsam, ausschließlich verkleinerte Fotos zu übermitteln. Das spart Zeit und Kosten – auch bei dem, der die Bilder empfängt. Und: Datenschutz gilt auch im Urlaub. Sichern Sie das Handy gegen fremden Zugriff deshalb besser mit einer PIN als mit einer Wischgeste – die kurze Fingerbewegung ist schnell abgeschaut, eine verdeckt eingegebene PIN dagegen ist so gut wie nicht zu knacken. Und wer ganz wichtige Daten gespeichert hat, tut gut, zusätzlich den gesamten Speicher zu verschlüsseln.

10. Andere Länder, andere Sitten … und Gesetze!

Nicht alles, was in den Ferien zu sehen ist, darf auch abgelichtet werden. Das gilt besonders für militärische Einrichtungen, aber auch für Tunnel, Brücken und Gebäude. Ob Menschen, Gebäude oder Landschaft – wer sich vorher informiert, vermeidet großen Ärger und bringt nur schöne Erinnerungen mit zurück.