Auf Fernreise mit Kleinkindern
Damit man auch alles an den Strand mitnehmen kann, was man braucht, darf ein praktischer Rucksack nicht fehlen – wie dieser Scouty.

Auf Fernreise mit Kleinkindern

Paul ist völlig aus dem Häuschen. Direkt vor ihm wuseln dutzende Pinguine im Sand, dahinter rauscht das Meer: Willkommen in Simons Town, Region Kapstadt, Südafrika! Paul ist glücklich – und seine Eltern sind es auch. Immerhin haben die beiden ein gutes halbes Jahr geplant für diese erste Fernreise mit dem Dreijährigen und seiner großen Schwester Lisa. Die ist fünf, schleckt an einem Eis und kommentiert die Szene mit einem einzigen Wort: „Cool!“

Gute Gründe für den Trip an die Südspitze Afrikas gibt es reichlich: Weil die Familie noch nicht an Schulferien gebunden ist, reist sie in der Nebensaison – das ist günstiger, die Touristenströme halten sich in Grenzen und es gibt weder Zeitverschiebung noch Jetlag.

Es hätte auch woanders hingehen können, denn kindgerechte Reiseziele gibt es reichlich – auch eine Kreuzfahrt hatte zur Diskussion gestanden. Doch Paul und Lisa sollten etwas mehr zu sehen bekommen, herumlaufen können und mit ihren Eltern ein fremdes Land erkunden – alles ganz entspannt. Den Nachtflug haben beide voll verschlafen und waren nach der Landung so fit wie daheim. Die Passkontrolle war schnell erledigt, denn auch die Geburtsurkunden der Kinder waren wie alle anderen Dokumente griffbereit und vollständig. Besonders Alleinerziehende oder Paare mit unterschiedlichen Nachnamen müssen sich vor der Reise genau informieren, welche Dokumente zur Aus- und Einreise mit Kindern gefordert sind – dass ein Kind einen Erwachsenen Mama oder Papa nennt, reicht Grenzbeamten als Nachweis nirgendwo.

Neben „Reisedokumente“ stand noch ein Wort ganz weit oben auf der Planungsliste: Gesundheit! Länder mit Malaria-Risiko oder Zika-Gefahr schieden sofort aus, ebenso solche mit großer Hitze oder schlechten Hygiene-Standards. Besonders Kleinkinder stecken neugierig alles mögliche in den Mund und zwingen Eltern so, permanent aufzupassen. Kein wirkliches Vergnügen. Nach dem ersten Lebensjahr sind Reiseimpfungen zwar möglich, das Verdauungssystem ist weniger anfällig, aber Impfungen sind eben mit Aufwand verbunden. Ab 3 Jahre sind Kinder insgesamt gesundheitlich stabiler, sie überstehen Infektionen schneller, doch schon ein paar Tage mit akutem Durchfall, spontanen Fieber oder zu viel Sonne genügen, um den ganzen Urlaub zu vermasseln.

Während Kinder überraschend schnell Kontakt zu anderen Kinder knüpfen, ist eine fremde Sprache für Erwachsene eine kritische Barriere. Ob bei Ausflügen, Einkäufen oder beim Arzt, wenigstens ein paar Formulierungen und ein Wörterbuch sollte man ins Gastland mitbringen – und einen SOS-Plan für den Fall, dass ein Kind abhanden kommt. Ein Zettel mit Name und Kontaktdaten des Kindes ist die einfachste Lösung – der kommt in einen Brustbeutel oder ein in spezielles Armband. Wenn Kinder und Eltern sich aus den Augen verlieren, müssen Kinder nur eins wissen: Stehen bleiben und abwarten – denn Mama und Papa suchen sie bereits. Und Eltern sollten sich nicht scheuen, Fremde um Hilfe zu bitten – am besten mit einem Foto, das auch zeigt, wie das Kind aktuell angezogen ist.

Entspannte Mobilität außerhalb großer Städte schafft ein Miet-Pkw oder ein Wohnmobil mit Platz für Verpflegung, Kleidung und Spielsachen. Wer viel zu Fuß unterwegs ist oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln, braucht tragbaren Stauraum. Falttaschen, Rucksäcke (gibt es auch für kleine Kinder!) und multifunktionale Trolleys bieten Platz nach Bedarf, halten Windeln, Geld und Snacks zusammen und lassen sich nach der Reise leicht reinigen.

Lisa und Paul haben genug von den Pinguinen und jetzt mächtig Durst. Statt in der Schlange anzustehen, werden sie aus dem Rucksack versorgt, rennen nun zurück zum Parkplatz, denn nach einer kurzen Fahrt – hat Mama versprochen – erwartet sie das nächste tolle Abenteuer ganz weit weg von daheim.