Die Urlaubsbuchung – Taktik ist alles
Ein Beautycase am besten immer schon gepackt bereithalten – man weiß ja nie, wann einen der beste Preis überrascht (Beautycase von Hardware).

Die Urlaubsbuchung – Taktik ist alles

Eine der besten Möglichkeiten, sich den wohlverdienten Urlaub zu vermiesen – und zwar vorher, währenddessen und danach – ist, zu vergleichen. Wer hat das schönere Zimmer, den besseren Service und vor allem: weniger gezahlt? Denn es wird sich immer jemand finden, der noch günstiger weggekommen ist. Und von Jahr zu Jahr mehr dürfte es sich dabei um einen Frühbucher handeln. Und immer weniger um den Last-Minute-Jäger.

Seit Jahren reden Experten von der Last-Minute-Lüge, die nichts anderes besagt, als dass es die letzte Minute eigentlich gar nicht mehr gibt – obwohl man überall im Netz so viele tolle Last-Minute-Angebote findet. Ja, einige gibt es tatsächlich noch, nur: sie sind halt nicht mehr billig oder zumindest nicht mehr so günstig, wie sie vor fünf, zehn Jahren einmal waren. Es scheint so, dass viele Reiseanbieter es nicht mehr nötig haben, Restplätze zu verramschen und stattdessen auf Frühbucher setzen.

Die Welt ist kleiner geworden

Warum das mit den Last-Minute-Reisen heute nicht mehr so einfach ist, liegt auch daran, dass die Welt kleiner und die Sicherheit ein größeres Thema geworden ist. Die Anbieter an der „Reisebörse“ planen „konservativer“ und setzen nicht mehr so sehr auf Risiko, kaufen also ihre Kontingente vorsichtiger, um nicht auf Flügen und Betten sitzen zu bleiben. Zudem sind durch Krisen die Reiseziele einfach weniger geworden. Statt Ägypten, Tunesien oder Türkei weichen viele Sonnenanbeter auf sicherere Länder wie Spanien und Italien aus, wo sich Handtuch an Handtuch reiht …

Und so kommt es auch zu einem Gegentrend: der Rückkehr des Last-Minute-Kandidaten. Laut einer repräsentativen Umfrage von Travelzoo im Juni 2016 planen 37 Prozent der Deutschen ihren Urlaub später als in den Vorjahren. Wegen der Unsicherheit, welche Reiseziele als sicher gelten. Denn Sicherheit ist mit 33 Prozent der wichtigste Aspekt bei der Wahl des Reiseziels vor Klima (23 Prozent), Kosten (22 Prozent), Essen und Kultur (17 Prozent) und Anreisedauer (15 Prozent).

Augenwischerei gibt es sowohl für die ganz Späten als auch die sehr Frühen. Denn wenn man die Lockangebote, die bis zu 50 Prozent Rabatt versprechen, genauer prüft, erkennt man, dass diese nur auf ganz bestimmten Abflughäfen zu ganz bestimmten Zeiten mit Zielen in ganz bestimmten Gegenden gelten.

Vorteile für Frühbucher

Realistisch betrachtet kann man als Frühbucher seinen Wünschen gerecht aber immer noch bis zu 30 Prozent sparen und kommt damit auf jeden Fall günstiger weg, als wenn man sich erst in letzter Minute entscheidet. Denn so haben Reiseveranstalter eine bessere Planbarkeit, von denen auch der Urlauber profitiert.

• Es sind mehr Reiseziele im Angebot.
• Auch bessere Zimmer stehen zur Verfügung.
• Und den Flug kann man so wählen, dass er am besten passt.

Nachteile für Frühbucher

• Man muss sich ein halbes Jahr vorher festlegen.
• Wenn dann storniert werden muss, kann das teuer werden.
• Man schleppt ewig das Gefühl mit sich rum, dass es später vielleicht noch günstiger gegangen wäre.

Außerdem: Frühbuchern haftet immer etwas Spießiges an. Aber gerade als Familie mit mehreren Kindern ist man halt nicht mehr so Rock’n’Roll und fliegt einfach ins Ungewisse. Heißt umgekehrt: Als Single oder Paar kann man schon noch vereinzelte wirkliche Last-Minute-Angebote finden, die nicht erst ab zwei Wochen vor Abflug gelten, aber man muss schon sehr flexibel sein. Wem’s also nicht so wichtig ist, wohin die Reise geht, wer vielleicht auch nicht auf den Samstag als klassischen An- und Abreisetag angewiesen ist, dem kann man zurufen: Viel Glück!

Aber ob nun Last Minute oder „X-Reisen“, auf die sich schlanke Unternehmen spezialisiert haben, die keine dicken Kataloge mit sich rumschleppen, sondern „dynamische Pakete“ mit tagesaktuellen Preisen anbieten – immer schön aufpassen beim Buchen! Denn gerade, wenn die Zeit immer knapper wird, lässt man sich leicht unter Druck setzen und trifft eine schnelle Fehlentscheidung.

Vorsicht Falle beim Schnell-Buchen

• Obacht, wenn man mit „nur noch wenige Restplätze“ zum Buchen getrieben wird.
• Die Angebote genau angucken, denn zusätzlicher Transfer oder Verpflegung können das vermeintlich günstige Angebot viel teurer machen.
• Auch die Zimmerkategorie („seitlicher Meerblick“ …) und Stornogebühren studieren.
• Oft wird einem beinahe automatisch eine Versicherung mit verkauft, die sich von Jahr zu Jahr verlängert und dann teurer wird.

Fast die Hälfte aller Urlauber bucht inzwischen sehr früh oder verdammt spät – die vernünftige Mitte bricht immer mehr weg. Und damit steigt die Angst, übervorteilt zu werden. Deswegen sollte umso mehr gelten: Wenn man sich mal entschieden hat, dann muss es auch gut sein. Nicht den Fehler machen, dieses oder ein vergleichbares Angebot weiter zu verfolgen, ob es nicht doch NOCH GÜNSTIGER gegangen wäre. Und bloß nicht am Urlaubsort abfragen, was denn die anderen gezahlt haben. Denn gerade in den Ferien sollte man doch loslassen und abschalten können. Und was bitteschön soll es bringen, wenn man am Pool einen armen Trottel gefunden hat, der ein Drittel mehr gezahlt hat? Schmeckt, nachdem man sich die Hände gerieben hat, das Restebüffet etwa besser?

Deutschland ist auch schön

Und falls es jemanden geben sollte, der seinen Sommerurlaub immer noch nicht gebucht hat – das Super-Last-Minute-Angebot in einem Zwei-Sterne-Bau auf Malle lieber noch mal in Ruhe prüfen, anstatt im Druck der Verzweiflung einfach zuzugreifen. Deutschland ist auch schön … und mit 37 Prozent das beliebteste Reiseziel der Deutschen vor Spanien (19 Prozent) und Italien (11 Prozent). Irgendwas geht immer zwischen Usedom und Oberammergau, wenn man denn tatsächlich den Mut hat, einfach mal drauf loszufahren und vor Ort nach freien Unterkünften zu schauen. Und wer jetzt völlig verunsichert ist, der kann ja mal mit diesem spaßigen Psychotest herausfinden, was für ein Urlaubstyp er überhaupt ist.