Buchen ohne zu suchen
Mit den mobilen Reiseberatern kommt die Welt ins Haus.

Buchen ohne zu suchen

Früher war alles, ähm, anders. Da saß man auf der Suche nach dem Traumurlaub stundenlang im Reisebüro, bis beide Beteiligten keine Lust oder Zeit mehr hatten, und dann halt irgendwann irgendwas gebucht wurde – damit a Ruh is! Oder man ließ sich alle Kataloge von allen Veranstaltern nach Hause schicken, wälzte ein Wochenende nach dem anderen darin rum, bis dann irgendwann irgendwas gebucht wurde. Wenn man in Flughafennähe wohnte, konnte man sich auch noch aufmachen zu diesen ominösen Restplatzbörsen. Da reihten sich die Bretterbuden von einem Veranstalter neben dem anderen, bis man den Urlaub vor lauter Flügen nicht mehr sah.

Vergleichsportale, in denen man Vergleichsportale vergleichen kann

Und dann kam eines Tages dieses Internet. Und alles war anders. Dutzende Last-Minute-Anbieter machten sich im Netz breit, und man konnte Tage und Wochen damit verbringen, alle Angebote miteinander zu vergleichen. Klickte man eines an, war es auf einmal viel teurer, also ging man zurück zum vorherigen, das man auf einmal gar nicht mehr fand. Und irgendwann gab es dann überhaupt keine Last-Minute-Angebote mehr, zumindest keine richtigen, wie hier zu lesen ist.  Aber seitdem gibt es immerhin Vergleichsportale für alles, also auch für Reisen. Und ja, es gibt sogar Vergleichsportale, in denen man Vergleichsportale vergleichen kann, bis einem alles gleich ist – sprich: man die Nase voll hat von dem ganzen Mist.

Raus aus der Warteschleife

Doch seit einiger Zeit hängt man nicht nur ewig in Warteschleifen, in denen man auf der Suche nach einer Reise verloren gehen kann, sondern trifft wieder richtige Menschen. Die hocken nicht nur in den letzten übrig gebliebenen Reisebüros, sondern sind auch viel unterwegs. Sogenannte mobile Reiseberater sind stark im Kommen, weil viele Suchende offensichtlich das analoge Gespräch wieder mehr zu schätzen wissen. Häufig handelt es sich bei den Beratern um Beraterinnen, Frauen also, die sich etwas zuverdienen wollen und können. Bei bis zu 40.000 Euro Umsatz im Monat und zwischen sieben und neun Prozent Provision geht das ganz gut. Außer bei ganz altmodischen Hausbesuchen wie von Staubsaugervertretern sind die geschulten Fachkräfte auch über Whatsapp und Online-Liveberatung präsent. Die wichtigste Währung dieser mobilen Reiseberater ist das Vertrauen, das nach und nach aufgebaut wird – mit dem Lohn, dass bis zu 95 % der Kunden wohl auch sofort buchen.

Immer mehr Reiseverkäufer unterwegs

In den USA sind laut Fachverband ASTA 40 % der Reiseverkäufer als Home Travel Agents mobil unterwegs. In Deutschland sind schätzungsweise bis zu 4000 Berater im Einsatz. Unter www.reiseberatung.de zum Beispiel kann man schauen, wer in der Nähe ist. Das Portal gehört zur TUI-Tochter TLT – längst hat auch der Branchenriese dieses Geschäft entdeckt. Weitere Portale sind www.travelnet-online.de von Thomas Cook oder konzernunabhängig zum Beispiel www.amondo.info. Ehe wir jetzt auch nach einem Vergleichsportal suchen, das mobile Reiseberater miteinander vergleicht, packen wir für alle Fälle schon mal die Koffer beziehungsweise: Mit so einem schicken Trolley ist man ja mindestens so mobil wie ein mobiler Reiseberater.