Ab heute Business-Lounge – so wird man Airport-VIP

Ab heute Business-Lounge – so wird man Airport-VIP

Er betrat die VIP-Lounge mit seinem First-Class-Ticket, dinierte fürstlich und kam am nächsten Tag wieder – ohne je zu verreisen. Ein chinesischer Fluggast verschaffte sich Zugang zur VIP-Lounge eines internationalen Flughafens in seiner Heimat, indem er sein Ticket täglich auf den nächsten Tag umbuchte – und das unfassbare 300-mal. Als der Schwindel aufflog, stornierte er kurzerhand sein Ticket und erhielt den Preis dafür komplett zurück. Um es in eine Lounge zu schaffen, muss man sich aber nicht unbedingt einen derart ausgefeilten Plan zurechtlegen, sondern kann es einfach mit einem der folgenden Tipps versuchen.

Das Smartphone wird’s schon richten

Für alles gibt’s mittlerweile eine App, so auch für gehobene Wartebereiche am Flughafen. Die App Loungebuddy zeigt Flughafen-Lounges an jedem Flughafen an. Nach Eingabe der Reisedaten findet das Programm laut seinen Entwicklern kinderleicht den nächstgelegenen Hot-Spot. Und mit Glück zeigt die App sogar eine Lounge, in die man kostenlos reinkommt. Nachteil: Nicht alle Lounges weltweit sind verzeichnet.

Kennen Sie jemanden, der jemanden kennt?

Am einfachsten haben es natürlich Besitzer eines Business-Class-Tickets oder einer Silber- oder Goldstatuskarte. Denn für diese Leute sind die VIP-Lounges ja eigentlich gedacht. Wer sich also seinen Reisepartner nach diesen Kriterien aussucht, kann als Gast in den Genuss des Lounge-Bereichs kommen – zum Teil allerdings auch nur gegen Aufpreis.

Unabhängig wartet es sich einfacher

Wer gerade keinen VIP-Lounge-Bekannten hat, kann einen Priority Pass erwerben. Das Unternehmen wirbt mit Zugang zu weltweit mehr als 1.000 der begehrten Bereiche an Flughäfen in der ganzen Welt. Nachteil: Umsonst gibt’s den Pass natürlich nicht. Für 99 Euro jährlich gibt es jeden Besuch für 24 Euro, für 249 Euro im Jahr sind zehn Aufenthalte gratis, danach kostet jeder Besuch 24 Euro – die Flatrate schlägt mit 399 Euro/Jahr zu Buche. Diesem Beispiel folgen weitere Anbieter, die rund um den Globus VIP-Lounges anbieten, die nicht an eine bestimmte Airline gebunden sind und in die man sich (mal mehr, mal weniger kostspielig) einkaufen kann.

Im Luxus schwelgen gegen eine kleine Gebühr

Fluggesellschaften gehen unterschiedlich streng mit Einlassregularien um. Bei einigen Airlines können sich Vielflieger und Meilensammler in die exklusiven Wartebereiche einkaufen. Das funktioniert allerdings nur dann, wenn dort noch Plätze frei sind. Andere wiederum sind da strikter: „Uns ist es wichtig, die Exklusivität unserer Lounges zu erhalten. Wenn der Zugang für jeden kaufbar wäre, würde der Mehrwert für unsere Statuskunden verloren gehen und der Anreiz, einen Vielfliegerstatus zu erwerben“, erklärt Lufthansa-Sprecher Jan Bärwalde. Sich in die Senator Lounges der Airline einzukaufen, ist momentan unmöglich.

Hier, nehmen Sie meine Karte!

Zugang zu vielen Business-Lounges gibt es auch durch teure Kreditkarten: Wer über eine American Express Platinum Card, eine Deutsche Bank MasterCard Platin oder eine DAB MasterCard Platinum verfügt, darf sich beispielsweise über freien Eintritt in einige VIP-Bereiche freuen. Zusätzlich gibt es bei diversen Karten noch weitere Services bei bestimmten Hotelketten und Autovermietungen.

Bitte keine Verzweiflungstaten

Auf Biegen und Brechen sollte man es aber nicht probieren, und wir raten auch ausdrücklich von der Nachahmung der eingangs erklärten Taktik unseres vermeintlichen Fluggastes ab – und warnen hiermit ausdrücklich vor rechtlichen Konsequenzen. Ein Herr aus Bayern wurde wegen ähnlicher Vorgehensweise unlängst zur Kasse gebeten. Der Münchner hatte durch Umbuchung seines Tickets 36-mal in der Business-Lounge einer großen deutschen Airline gespeist, was ihn teuer zu stehen kam: Für die Nutzung des Frühstücks-, Mittags- und Abendbuffets, inklusive Getränke und Snacks, verurteilte ihn ein Gericht zur Zahlung von 1.980 Euro. Ob er die Duschen und Konferenzräume nutzte, ist leider nicht bekannt, würde sich im Nachhinein aber wohl auch nicht mehr für ihn rechnen. Und für alle, die ihre Flüge wahrnehmen wollen: Man kommt schlussendlich auch ohne Luxusaufenthalt am Flughafen ans Ziel.