158 Millionen mal Urlaub
Egal wohin die Reise dieses Jahr geht - Hauptsache der richtige Reisebegleiter ist dabei. (Trolley: Hardware)

158 Millionen mal Urlaub

Sie haben im letzten Jahr eine längere Reise gemacht? Dann sind Sie einer von 55 Millionen. So viele unternahmen laut Reiseanalyse eine Urlaubsreise von fünf oder mehr Tagen. Das sind mehr als 78 % aller Deutschen – so viele wie noch nie. Durchschnittlich für 12,5 Tage verreisten wir und das insgesamt 70 Millionen mal. Kurzurlaubsreisen von zwei bis vier Tagen unternahmen außerdem 35 Millionen Bundesbürger. Dabei sind 88 Millionen solcher Kurzurlaube zusammengekommen.

Was kost’ der Spaß?

Diese Freude am Reisen bedeutet natürlich einen Riesenumsatz für die Tourismusbranche, denn 96 Milliarden Euro haben wir 2018 für unsere Reisen ausgegeben. Besonders längere Urlaubsreisen ließen wir uns was kosten: 1.017 Euro gaben wir im Schnitt pro Person und Reise aus. Kurzurlaubsreisen kosteten durchschnittlich 268 Euro.

Reisebuchung online oder doch persönliche Beratung im Reisebüro?

Manch einer schwört noch auf das Reisebüro seines Vertrauens, aber gemütlich zu Hause Angebote vergleichen geht schließlich auch. Entsprechende Plattformen und Vergleichsportale gibt’s ja genug – und siehe da: 2018 buchten wir unsere Urlaubsreisen erstmals lieber im Internet als im Reisebüro. Der Anteil der Online-Buchungen wuchs laut Reiseanalyse seit 2010 von 26 auf 42 %. Im persönlichen Gespräch buchten 40 % ihre Reisen. Der Anteil der Buchungen per Mail stieg seit 2010 von 5 auf 12 %. Per Telefon, Brief oder sogar Fax wird eher selten gebucht. Die Reiseanalyse rechnet in den nächsten Jahren mit einem weiteren Anstieg der Online-Buchungen.

Wo soll’s hingehen?

73 % der Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen führten uns im letzten Jahr ins Ausland. Insgesamt unternahmen die Deutschen also 51 Millionen Auslandsurlaubsreisen. Aber nicht nur die Ferne lockt, sondern auch in der Heimat kann man wunderbar Urlaub machen. Mit 27 % bleibt Deutschland sogar das wichtigste und beliebteste Urlaubsland. Dabei lag Mecklenburg-Vorpommern als Reiseziel mit 5,3 % auf Platz eins, dicht gefolgt von Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Top Reiseziel im Ausland war eindeutig Spanien mit 13,7 %, gefolgt von Italien, der Türkei und Österreich.
8 % aller Auslandsurlaubsreisen waren Fernreisen. Besonders beliebte Ziele: Nordamerika und Südostasien.

Auto, Bahn oder Flugzeug?

Das am meisten genutzte Verkehrsmittel im Ausland ist jedoch das Flugzeug – Tendenz steigend. Für 41 % aller Urlaubsreisen von mehr als fünf Tagen stiegen wir in den Flieger, 2010 waren es laut Reiseanalyse noch 37 %. Mehr als die Hälfte aller Flugreisen gingen ins Ausland.

Natürlich lieben wir Deutschen unsere Autos – auch zum Reisen. Mit Auto und Wohnmobil unternahmen wir 45 % aller Urlaubsreisen, 34 % davon ins Ausland. Bus und Bahn wurden hingegen nur für 11 % aller Urlaubsreisen genutzt.

Und wie ist das mit der Nachhaltigkeit?

Apropos Bus und Bahn: Wie ist das eigentlich mit der Nachhaltigkeit – Stichwort Klimawandel? Zwischen nachhaltiger Einstellung und entsprechendem Verhalten stellt die Reiseanalyse eine riesige Lücke fest: Die Deutschen denken zwar über Nachhaltigkeit im Urlaub nach, aber nur wenige setzen das tatsächlich um. Zwar ist für 57 % der Befragten ein umweltschonender und sozial verträglicher Urlaub wichtig, aber nur 23 % achteten bei der Gestaltung einer Reise auf den Aspekt der Nachhaltigkeit. Nur 4 % gaben an, Nachhaltigkeit habe tatsächlich einen Ausschlag auf ihre Entscheidung zwischen sonst gleichwertigen Angeboten gegeben.

Verhalten und Einstellung passen also eindeutig nicht zusammen. Umweltschonender Urlaub ist zwar irgendwie wichtig, so richtig umgesetzt wird das aber noch nicht. Irgendwann sollten wir aber doch mal damit anfangen… Wie wär’s bei der nächsten Urlaubsplanung? Wer noch gar nicht so genau weiß, was nachhaltiges Reisen bedeutet, findet zum Beispiel hier eine Liste mit Tipps.

Übrigens können wir CO2-Emissionen nicht nur reduzieren, sondern auch (wenigstens) kompensieren: Indem man Klimaschutzprojekte mit kleinen Ausgleichszahlungen unterstützt, kann man nicht nur das schlechte Gewissen beruhigen, sondern tut dabei aber auch noch was für die Umwelt.