Nicht zu viel aufschultern
Schulranzen-Check: Ist alles drin, was mitmuss? Und was kann daheim oder in der Schule bleiben?

Nicht zu viel aufschultern

Nicht der Schulranzen ist zu schwer – sondern das, was die Kinder damit herumschleppen.

Der Deckfarbenkasten für die Bildende Kunst, das Zirkelset für Mathematik … und für Geografie muss noch ein schwerer Atlas mit in den Ranzen. Diese Schulranzen machen es einem aber auch leicht, sie vollzupacken – sie bieten ja genügend Stauraum. Aber wann ist ein Ranzen wirklich zu schwer? Und wie kann man den Kindern die Last von den Schultern nehmen? Hier ein paar Tipps gegen schulisches „Übergewicht“.

So wird der Ranzen richtig gepackt

Die Grundregel: Nur das kommt in den Ranzen, was an dem Tag auch gebraucht wird. Alle sperrigen und schweren Materialien dürfen nur dann mit, wenn der entsprechende Unterricht stattfindet – auch wenn der Schulweg noch so kurz ist.

Wenn die benötigten Utensilien ausgesucht sind, kann mithilfe der Eltern gepackt werden – so lernen die Kleinen, was beim Packen wichtig ist. Aufgeteilte Innenfächer helfen, den Schulranzen optimal zu beladen und Ordnung zu halten. Schwere Sachen, wie der Ordner oder Atlas, kommen nahe an den Rücken des Kindes, also ins hinterste Fach. In die Mitte kommen Hefte und Blöcke – so schützt man das Papier vor unschönen Knicken. Ganz nach vorne kommen leichte und lose Gegenstände wie Federmäppchen, Pausenbrotbüchse, Taschenrechner usw.

Bitte Probetragen!

Entgegen dem Trend, vieles einfach online zu bestellen, sollte beim Schulranzenkauf der Gang zum Fachhändler eingeplant werden. Das Kind muss den täglichen Begleiter zumindest ein Mal auf dem Rücken gehabt haben, um sicherzugehen, dass alles passt. Besser noch: Der künftige kleine Besitzer trägt den Ranzen im Verkaufsraum Probe – in Bewegung, und auch mal mit und mal ohne Jacke. Die Experten vor Ort wissen auch, welches Modell am besten zu welchem Kind passt und welcher Schulranzen die Grundschuljahre überdauert. Dafür gibt es ein paar einfache Kriterien zu beachten: Der Ranzen sollte …

  • eine nachhaltige Eigenstabilität mitbringen
  • trotzdem leicht und angenehm zu tragen sein
  • den Bedürfnissen und der Statur des Kindes entsprechen

Guter Ranzen = gutes Training

„Nicht schonen, sondern trainieren“, erklärt Professor Dr. med. Fritz Uwe Niethard, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH). Ein guter Schulranzen oder Schulrucksack (beispielsweise von Scout oder DerDieDas) kann die Muskulatur des Kindes trainieren, wenn die physischen Grundvoraussetzungen gegeben sind. Besonders im jungen Alter dürfen Kinder ihre Rumpfmuskulatur nicht vernachlässigen.

Aber wie können Schulranzen oder Schulrucksäcke hier helfen? Die Antwort ist schlicht, dass alle einige Modelle so rückenfreundlich sind, dass sie das Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR) tragen dürfen – und die hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Prävention und Linderung von Rückenbeschwerden voranzutreiben. In einer Testreihe hat sie außerdem vor kurzem Scout und DerDieDas Modelle auf Herz und Nieren geprüft und als empfehlenswert ausgezeichnet. Mehr Infos dazu gibt’s hier und hier.

So auf keinen Fall

Um es kurz zu machen: Ein Schulranzen oder Schulrucksack muss sein. Taschen mit nur einem Schulterriemen oder lediglich Tragegriffen sind für Grundschüler tabu – sie belasten die noch weiche Wirbelsäule zu einseitig und können zu Rückenschmerzen und sogar Haltungsschäden führen. Auch normale Freizeitrucksäcke haben im Schulalltag nichts zu suchen. Sie besitzen keine ausreichende Stabilität, lassen sich nicht richtig packen, verteilen das Gewicht des Inhalts nicht gleichmäßig und verfügen nicht über die nötige ergonomische Rückenausformung.