„Mama, mir tut der Rücken weh!“

„Mama, mir tut der Rücken weh!“

Die Zahlen sind zugegeben nicht ganz aktuell, aber an den Leiden hat sich wahrscheinlich nicht viel geändert: Zwischen 74 % und 85 % der Deutschen leiden irgendwann einmal im Leben unter Rückenschmerzen (Quelle: BARMER GEK Report Krankenhaus 2015). Dabei ist das Leiden mit dem Rücken kein Thema des Alters mehr, sondern macht auch vor Kindern und Jugendlichen nicht Halt. Das Vertrackte dabei: Bewegung kann in den meisten Fällen den Schmerzen vorbeugen – manchmal aber auch schaden.

Wann Bewegung im Alltag hilft

Wer zu viel Zeit am Schreibtisch, vor dem Fernseher oder dem Computer verbringt, läuft Gefahr, dass sich die Muskulatur in Bauch und Rücken stetig abbaut. Damit sie kräftig bleibt, reicht der normale Schulsport meist nicht aus. Auch in ihrer Freizeit sollten sich Kinder und Jugendliche (wie Erwachsene eben auch) öfter mal sportlich betätigen.

Vor allem Tätigkeiten, die die Muskeln vielfältig beanspruchen, helfen dem Rücken: Klettern, Schwimmen, Ziehen, Stützen, Hangeln oder Rollen tun dem Bewegungsapparat und den Muskeln gut. Auch Balancieren kann die Körperhaltung positiv beeinflussen. Eine gesunde und aufrechte Körperhaltung hat außerdem noch den Effekt, dass sie das Selbstbewusstsein stärkt. Um immer aufrecht zu gehen, können sich Kinder und Jugendliche einfach vorstellen, dass an ihrem höchsten Körperpunkt ein Faden angebracht ist, der direkt über ihnen in der Luft befestigt ist. Regelmäßige Bewegung kombiniert mit dem Aufenthalt an der frischen Luft bewirkt, dass man sich insgesamt vitaler und wacher fühlt – so fallen dann auch die Hausaufgaben leichter. Um den Spaßfaktor zu erhöhen, helfen vor allem Vorbilder, die mit den Kindern draußen etwas unternehmen und sie unterstützen.

Auch Wachstumsschübe oder Infektionen verursachen Schmerzen

Halten die Rückenschmerzen aber über mehrere Wochen an, ist höchste Vorsicht geboten. Wenn ein Kind deswegen nachts nicht einschlafen oder womöglich sogar den Sportunterricht oder die Schule allgemein nicht mehr besuchen kann, müssen Experten die Schmerzen diagnostizieren. Entzündungen, Haltungs- oder Wachstumsstörungen sowie Fehlbelastungen können zu ernsthaften Problemen werden, wenn sie nicht von einem Fachmann behandelt werden.

Bei langanhaltenden Schmerzen kann dann auch zu viel Bewegung schaden. Darum immer darauf achten, was zu den Schmerzen führen könnte: Wo tritt der Schmerz auf? Wann klagte das Kind zum ersten Mal darüber und wie viel Zeit ist seither vergangen? Ist dem Schmerz eine Verletzung vorausgegangen und ist er dauerhaft oder tritt nur in bestimmten Situationen auf? Kommen Begleiterscheinungen wie Fieber hinzu? Was lindert den Schmerz – und was macht ihn noch stärker? Auch ein einfaches Husten oder Niesen kann Schmerzen verstärken. Darum sollten die Symptome eingehend mit dem Kind besprochen werden und von einem Facharzt untersucht werden.

Bei Jugendlichen können auch Wachstumsschübe für Rückenschmerzen verantwortlich sein. Seltener ist auch eine Entzündung der Wirbelsäule (Knochen und Bandscheiben werden von Bakterien oder auch Pilzen befallen) Ursache für die Schmerzen. Bei häufig auftretenden Rückenschmerzen sollte daher auf jeden Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden, der dann entsprechende Maßnahmen verordnet.

Rückenfreundliche Umgebung schaffen

Rückenschmerzen – besonders bei jungen Leuten – sollten nicht verschleppt werden. Haltungsfehler rächen sich im Erwachsenenalter. Zu den Folgen können Konzentrationsschwächen, erhöhte Stressanfälligkeit oder ein Rundrücken ebenso gehören wie die Abnahme der motorischen Fähigkeiten und auch chronische Schmerzen. Den Schmerzen geht man am besten auf den Grund, wenn man (einmal pro Woche oder einmal im Monat) aufschreibt, wie oft das Kind darunter leidet – und bei welchen Tätigkeiten sie auftreten.

Auch das falsche Sitzmöbel – zu Hause und in der Schule – kann für Rückenschmerzen und Haltungsfehler verantwortlich sein. Natürlich dürfen die Kids auch mal rumlümmeln, aber es sollte auf keinen Fall zur Gewohnheit werden. Außerdem kann ein schlecht sitzender und falsch ausbalancierter Schulranzen schädlich sein.

Um eine gute Entscheidungshilfe für einen rückenfreundlichen Schulbegleiter zu bieten, testet das Siegel der Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR) Schulranzen und Schulrucksäcke auf ihre Ergonomie und ihre Tauglichkeit im Alltag. Die AGR, die sich der Prävention und Linderung von Rückenbeschwerden verschrieben hat, prüfte vor kurzem alle Scout und DerDieDas Modelle auf Herz und Nieren. Das Ergebnis: Alle Modelle wurden als empfehlenswert ausgezeichnet. Denn sie lassen sich individuell an die Körpergröße des Kindes anpassen und entlasten den Körper in jeder Wachstumsphase. Außerdem sind sie durch eine ausgeklügelte Innenaufteilung rückenfreundlich zu packen und sitzen gut. Mehr Infos dazu gibt’s hier und hier.

Für Jugendliche, die bereits dem Schulranzenalter entwachsen sind, bieten die Marken 4YOU oder iKON stylishe und ergonomische Alternativen.