Ist dein Kind ein Mitläufer oder Individualist?
Sticht aus der Masse heraus - lässt sich individuell anpassen! (Scout Alpha)

Ist dein Kind ein Mitläufer oder Individualist?

Eltern haben es nicht leicht. Vom Augenblick der Zeugung des Kindes an gilt es bloß nichts falsch zu machen: das Richtige zu essen, zu kaufen, zu kochen, einen Kita-Platz zu erkämpfen, die perfekte Schule auszuwählen, ein gutes Umfeld bieten voller elterlicher Liebe und natürlich Verständnis – insbesondere in der Pubertät.

Und als wäre das alles nicht schon mehr als genug, heißt es obendrein durch die richtige Erziehung die Weichen stellen, damit aus dem Kind etwas Vernünftiges wird.

Bloß kein Außenseiter werden

Bei Eltern steht heute mehr denn je die Frage im Raum: „Wie angepasst muss bzw. wie individuell darf ein Kind/Jugendlicher sein?“ Grundsätzlich ist Individualität in unseren Gehirnen gar nicht verankert. Der Individualist der Steinzeit endete als Pausensnack für den Säbelzahntiger. Wer heute in jungen Jahren komplett aus der Rolle fällt, ist schnell Außenseiter und findet sich gar in der Position des Gemobbten wieder.

Dem entgegen stehen jedoch die freie Entfaltung des Kindes und die Förderung von Talenten. Denn wenn alle anderen Fußball spielen, fällt der Junge, der sich für Ballett begeistert, aus der Rolle. Ähnlich gestaltet es sich für Mädchen, die lieber programmieren als sich für Puppen oder später Schminken zu interessieren. Dabei sind gerade diese individuellen, geförderten Qualifikationen die Grundlage für den möglichen späteren Erfolg.

Freilich empfindet auch so manches Kind seine angepassten Eltern als spießig oder gar die Revoluzzer-Eltern als peinlich – und tendiert entsprechend zum Gegenteil. Aber das verlagert sich in der Regel in die Pubertät. Meist ist sich die Jugend in ihrer Generation einig.

Die goldene Mitte

Die Lösung liegt wie so oft in der Grauzone – irgendwo zwischen anpassungsfähigem Individualisten und individuellem Mitläufer. Denn schnell findet sich jeder Individualist auch in Gruppen von Gleichgesinnten wieder, in denen er sich anpasst oder eben dort Gefahr läuft zum Außenseiter zu werden. Entsprechend lautet der richtige Rat: so individuell wie möglich, aber so angepasst wie nötig.

Jeder Stärke wohnen immer eine gewisse Anschlussfähigkeit und ein Mehrwert inne. Die Beweglichkeit des Balletts hilft auf dem Schulhof auch im Fußballtor, und interessierte Freunde lädt man dann doch zum eigenen Ballettabend ein. Zudem ist die Fähigkeit, sich bei Bedarf anzupassen, selbst ein Talent für erfolgreiche Individualisten, ohne dass diese blind mitlaufen.

Abschließend gilt in Erziehungsfragen allgemein die Regel: Irgendwas macht man dann doch falsch – aber jeder individuell anders. Wichtig ist, dass das Ergebnis anpassungsfähig ist.