Energy Drinks: Kommt ein Verkaufsverbot an Minderjährige?
Kein Durstlöscher für Kinder: Viele Energy Drinks enthalten zu viel Zucker und Koffein.

Energy Drinks: Kommt ein Verkaufsverbot an Minderjährige?

Sie schmecken supersüß, haben starke Namen und beinhalten große Mengen Koffein: Energy Drinks liegen bei Jugendlichen noch immer im Trend. Was für Erwachsene der morgendliche Kaffee ist, sind für viele Schüler die koffeinhaltigen Drinks. Und das nicht nur wegen des zuckersüßen Geschmackserlebnisses: Die Hersteller sind durch ihre PR-Aktionen in der Formel 1, im Fußball und bei angesagten Extremsportlern und Bands ganz nah an der Zielgruppe. Jung, hip und immer ein bisschen cooler als alle anderen.

Und diese Coolness birgt vor allem Gefahren für Kinder – darum reagieren viele europäische Staaten. In den Niederlanden möchte die Regierung ab Herbst an Schulen, Sportvereine und Unternehmen Werbung dafür machen, Energy Drinks aus den Angeboten und Getränkeautomaten zu streichen. Jugendliche unter 14 Jahren sollen dann keine Energy Drinks mehr bekommen, auch wenn es kein vorgeschriebenes Verkaufsverbot geben soll. In Großbritannien stellten einige Handelsketten den Verkauf der Koffeinbomben an Jugendliche unter 16 Jahren ein, da es in der Vergangenheit vermehrt wieder zu Kreislaufkollapsen gekommen war. in Deutschland will Ernährungsministerin Julia Klöckner vor einer Reaktion erst noch Forschungsergebnisse abwarten. Mehr als Sicherheitshinweise soll es vorerst nicht geben. Dabei steigt der Absatz der Hersteller der süßen Getränke mit viel Koffein von Jahr zu Jahr und rein rechtlich können sich in Deutschland bereits Sechsjährige legal Energy Drinks kaufen.

Hauptkonsumenten sind Kinder und Jugendliche

Zucker und Koffein wirken stimulierend auf unseren Körper. Und davon haben Energy Drinks oft ein Vielfaches im Gegensatz zu Kaffee oder Cola. Die sogenannten hochdosierten Energy Shots sogar noch mehr: Eine 60-Milliliter-Flasche enthält etwa so viel Koffein wie eine 250-Milliliter-Dose eines durchschnittlichen Energy Drinks. Die Aufputsch-Getränke erhöhen Blutdruck und Puls und lassen uns dadurch munter und fit werden. Aber nur bis zu einem gewissen Maß: Auf zu viel Koffein reagiert unser Körper nämlich mit Unruhe, Nervosität, Übelkeit, Schlaflosigkeit und Herzrasen. Darum sollten Kinder, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Menschen überhaupt keine Energy Drinks zu sich nehmen.

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Eine Statistik der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA (European Food Safety Authority) belegt aber das Gegenteil: Rund 68 Prozent der Befragten zwischen 10 und 18 Jahren konsumieren regelmäßig Energy Drinks. 12 Prozent davon trinken durchschnittlich 4,5 Liter jeden Monat – und gelten somit als „high cronic consumers“, die mehr als vier Mal wöchentlich zu den koffeinhaltigen Getränken greifen. Noch erschreckender sind die Zahlen bei den Drei- bis Zehnjährigen: rund 18 Prozent gönnen sich regelmäßig die Koffeinbomben.

Verkaufsverbot für Minderjährige gefordert

Nachdem Lettland Anfang 2016 den Verkauf von Energy Drinks an Minderjährige verboten hat, erneuerte die Organisation Foodwatch ihre Forderung aus dem Jahr 2013, mit der sie ein solches Verkaufsverbot auch in Deutschland durchsetzen möchte. Lettland ist nach Litauen der zweite Mitgliedstaat der EU, der den Verkauf der Getränke mit einer Altersbeschränkung versieht. Litauen hatte bereits 2014 eine Altersgrenze eingeführt.

Nicht als Durstlöscher geeignet

Energy Drinks und Shots sind keine Durstlöscher und gehören deshalb nicht in die Hände von Kindern. Die hohe Dosis Zucker fördert nicht nur Übergewichtigkeit und Zuckerkrankheiten, sondern wirkt sich auch schlecht auf die Zähne aus. Dazu kommt noch der starke Koffeingehalt: Die Drinks sind keine Alternative zu gesunden Schlaf- und Pausenzeiten. Deshalb sollten Erwachsene ein Auge auf Kinder und Jugendliche haben und die Drinks selbst nur in Maßen genießen; und vor allem nie mit Alkohol mischen – auch wenn der süße Kick oft verführerisch wirkt.