Von lustig bis unverschämt – die dreistesten Entschuldigungen
Falsch abbiegende Straßenbahnen, Vitamin-D-Mangel oder lange Nasen? Manchen Schülern ist für eine Entschuldigung alles recht.

Von lustig bis unverschämt – die dreistesten Entschuldigungen

Wer hat sie nicht schon einmal gebraucht?! Eine gute Entschuldigung für die Schule. Einen guten Grund zu finden, ist aber gar nicht immer so einfach. Zwischen dreisten Flunkereien und schonungslosen Wahrheiten kann es da für einen Lehrer ganz schön schwer werden, den Überblick zu behalten. Das war uns einen kleinen Exkurs wert – und dabei sind wir auf ein paar amüsante Fälle gestoßen (die wir aber auf keinen Fall zur Nachahmung empfehlen).

Not macht erfinderisch

Die Zeit der althergebrachten Entschuldigungen scheint Geschichte zu sein. Denn mit dem Hund, der die Hausaufgaben gefressen hat, dem Mofa, das nicht anspringen wollte, oder der Verspätung aufgrund des leidlichen Schienenersatzverkehrs geben sich viele Schüler heute nicht mehr zufrieden. Da hat dann eher die Straßenbahn einen Platten, die U-Bahn ist aus unerfindlichen Gründen falsch abgebogen oder man hatte auf dem Fahrrad derartigen Gegenwind, dass man einfach nicht pünktlich zum Unterricht erscheinen konnte.

Es ist aber nicht immer der Schulweg, der mit tückischen Zeitfressern die pünktliche Ankunft verhindert. Manchmal sind es auch einfach die Dessous, die noch feucht auf der Wäscheleine hängen, der Pfeffer, der aus Versehen ins Auge gelangte, oder der Paketbote, auf den man unbedingt noch warten musste – und es kann ja wirklich niemand wollen, dass man unter solch widrigen Umständen rechtzeitig seinen Platz im Klassenzimmer einnimmt.

Andere sind leider komplett verhindert, da sie entweder von Kühen ans Knie getreten wurden, sich kurzzeitig für einen Mittag in der Pubertät befanden oder weil ihnen ein Arzt Vitamin-D-Mangel bescheinigt hat. Da ist es doch selbstverständlich, dass man den Tag besser am Strand verbringt, um den körpereigenen Speicher wieder vollzutanken, als sich mit Mathe, Deutsch oder Erdkunde abzuplagen.

Unglücklich eingesperrt und ungewohnte Vorsichtsmaßnahmen

Manche scheinen an ihrer Misere auch gänzlich unschuldig zu sein. So zumindest ging es zwei Mädchen, die zwar gerne rechtzeitig zum Unterricht gekommen wären, aber anhand von nicht kontrollierbaren Umständen zur Verspätung gezwungen wurden. So gab eine Schülerin an, dass ihre Mutter wohl nicht wusste, dass sie noch in der Wohnung sei und diese beim Gehen verschlossen hatte. Pech, wenn man in diesem Fall kein Schlüsselkind ist. Eine andere junge Dame entschuldigte sich mit folgenden Worten: „Ich bin zu spät gekommen, weil Mami nicht von der Couch aufgestanden ist.“

Manche versuchen sogar durch eine Verspätung ihre Reputation beim Lehrer zu erhöhen. Eine junge Dame aus der 13. Klasse eines Leistungskurses wagte dieses Kunststück und wählte für ihre Ausrede einen besonders intellektuellen Ansatz: „Ich habe mich gestern im wahnsinnig faszinierenden vierten Akt von Othello festgelesen und bin daher erst um 3 Uhr morgens eingeschlafen. Dann habe ich den Wecker überhört.“ Inwiefern sie damit punkten konnte, ist leider nicht belegt.

Manchmal müssen Schüler sich aber auch vorsorglich vorm Unterricht schützen: Um die Unversehrtheit seiner Finger und Handgelenke fürchtete ein Schüler, der sich für den Sportunterricht freistellen ließ. Der Grund war ein internationaler Gamer-Contest in Rotterdam, an dem der Pro-Gamer im Computerspiel „Counter Strike“ mit seinem Team das Finale erreicht hatte. Selbstverständlich pochte er auf das Verständnis seines Sportlehrers. Immerhin ging’s ja um Sport – wenn es auch nur E-Sport war.

Prominente Unterstützung

Entlastungen von ganz besonderer Stelle erhielten zwei Schüler aus den USA. Der damals noch amtierende US-Präsident Barack Obama zeigte sich bei zwei Wahlkampfauftritten in 2009 und 2012 nicht zimperlich … und entschuldigte die zum Zeitpunkt der Veranstaltung zehnjährige US-Schülerin Kennedy Corpus und drei Jahre später den elfjährigen Tyler Sullivan kurzerhand für ihr Fehlen im Unterricht. Die Lehrer der beiden Kinder dürften nicht schlecht gestaunt haben, als sie am nächsten Tag die kurzgefassten Briefe des Präsidenten ausgehändigt bekommen hatten. Beide Male mit der Bitte die jungen Leute freizustellen – sie seien bei ihm (Barack Obama) gewesen.

Zu einer ähnlichen Aktion ließ sich auch der US-Rocker Bruce Springsteen hinreißen. Er verfasste nach einem seiner ausufernden Konzerte ein persönliches Schreiben an die Lehrerin eines neunjährigen Fans, nachdem der während der dreistündigen Show ein Schild mit der Bitte um eine Entschuldigung hochgehalten hatte.

Von derart prominenter Unterstützung können die meisten Schüler allerdings nur träumen – und werden darum auch in Zukunft vor allem auf eines angewiesen sein, wenn sie nicht zur Schule gehen können oder wollen: ihren Einfallsreichtum.