Was hilft bei Lederschäden?
Bei kleineren Blessuren helfen oft schon Hausmittel (Geldbörsen: Golden Head).

Was hilft bei Lederschäden?

Einmal kurz nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Der Fleck auf der Ledertasche, die Schramme im Portemonnaie oder der Kaugummi, der auf der Parkbank klebte und jetzt im Leder hängt. Je nach Wert des guten Stücks – ob er nun ideell oder monetär ist – , können einem solche Missgeschicke ganz schön den Tag vermiesen. Dabei muss man sich oft gar nicht mit unschönen Makeln abfinden. Wir verraten, welche kleinen Tricks versehrtes Leder wieder besser aussehen lassen.

Bevor jetzt aber munter drauflos gereinigt wird, empfehlen wir die folgenden Tipps zuerst auf einer weniger sichtbaren Stelle oder im Idealfall auf einem ähnlichen Stück Leder zu testen, um bösen Überraschungen vorzubeugen. Wer allerdings Angst um seine empfindliche Ledertasche oder edle Leder-Geldbörse hat, sollte nichts riskieren und sich lieber an eine professionelle Reinigung wenden.

Fiese Klebefallen entfernen

In den meisten Fällen bleiben Kaugummis glücklicherweise nicht auf Leder kleben. Passiert es dennoch, hilft die Vereisungstaktik: Einen Eiswürfel in eine Plastiktüte (damit sich nicht noch hässliche Wasserflecken dazugesellen) legen und so lange vorsichtig über den Kaugummi streichen, bis er gefriert. Jetzt sollte er mit einem stumpfen Gegenstand wie einer alten Kreditkarte oder einem Plastiklöffel leicht zu entfernen sein (bitte nicht zu Messern oder anderen spitzen Werkzeugen greifen). Kleinere Lederaccessoires wie Portemonnaies kann man übrigens auch in einem Plastikbeutel (wegen der Wasserflecken …) direkt ins Gefrierfach legen und den Kaugummi anschließend abpulen.

Reste der klebrigen Masse lassen sich mit Sattelseife entfernen. Hat man erst mal die Stellen, auf denen noch Kaugummi klebt, mit kreisenden Bewegungen eingeschäumt, sollten sich jetzt alle Überbleibsel mit einer weichen Zahnbürste entfernen lassen. Danach das Leder mit einem feuchten Tuch vom Schaum befreien, trocknen lassen und anschließend mit einem Pflegemittel bearbeiten.

Öl oder Blut beseitigen

Leder ist ein strapazierfähiges und edles Naturprodukt, das Flüssigkeiten aufsaugt wie ein Schwamm. Das wird vor allem dann zum Problem, wenn es in Kontakt mit öligen oder schmierigen Stoffen kommt. Die ziehen schnell ins Leder ein und sind nur mit Mühe wieder zu entfernen. Sehr knifflig wird’s vor allem bei Blutflecken. Hier bleibt einem eigentlich nur noch der Gang zum Profi – es sei denn, die Verschmutzung ist noch frisch. Dann heißt es jedoch schnell handeln.

Zwei Spritzer mildes Geschirrspülmittel in eine Schüssel mit kaltem, destilliertem Wasser geben und anschließend das Gemisch zum Schäumen bringen. Jetzt den Fleck leicht mit der Mischung einreiben, ohne dass er sich noch weiter ausbreitet. Der Schwamm sollte feucht, aber nicht tropfnass sein. Den Vorgang so lange wiederholen, bis der Fleck verschwunden ist. Danach die Stelle mit klarem Wasser vom Reinigungsmittel befreien, mit einem sauberen Tuch trocknen und mit Pflegemitteln behandeln. Vor allem im Internet kursieren auch Reinigungstipps, die Wasserstoffperoxid zur Behandlung empfehlen. Hier sollte man sich je nach Materialbeschaffenheit vielleicht doch lieber für eine professionelle Reinigung entscheiden.

Nagellack entfernen

Nagellack auf Leder ist eine heikle Angelegenheit, denn einmal ausgehärtet, wird es schwer, den Fleck zu entfernen. Darum sollte man dem Lack sofort zu Leibe rücken, sprich, wenn er noch nicht eingetrocknet ist. Dazu mit einem stumpfen Messer oder einem Plastikspatel mit vorsichtigen Bewegungen den Lack vom Leder heben – ohne das Material zu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen. Von gut imprägnierten Ledern kann man feuchten Nagellack auch mittels eines mit Nagellackentferner (bitte ohne Aceton) oder Reinigungsalkohol getränkten Wattebausches oder -stäbchens abtupfen. Dabei aufpassen, dass der Fleck nicht verschmiert.

Ist der Lack bereits eingetrocknet, kann man versuchen, ihn mit Hilfe eines Fingernagels abzuschälen. Die Reste können anschließend wie beim Beispiel mit dem feuchten Nagellack entfernt werden – und in beiden Fällen danach die Lederpflege nicht vergessen. Reinigungsmittel können Leder austrocknen und mit der Zeit reißen lassen. Ist das Leder nach der Behandlung angegriffen, kann man es mit etwas Lederfarbe nachkolorieren.

Schrammen und Risse ausbessern

Je nach Ausmaß der Beschädigung und Beschaffenheit des Materials lassen sich kleinere Schäden selbst beheben. Hierzu muss die betroffene Stelle zuerst mit einem speziellen Leder-Schleifpad angeraut und anschließend mit Flüssigleder aufgefüllt werden. Hierzu verteilt man die Füllmasse mit einem Spatel auf der beschädigten Stelle. Danach muss das Material ein bis zwei Stunden trocknen. Diesen Vorgang wiederholt man so lange, bis die Stelle glatt und eben ist. Mehr Infos rund um Farbwahl und welche Utensilien man noch für eine Reparatur benötigt, finden sich hier.

Gepflegtes Leder ist weniger anfällig

Man kann es sich denken, trotzdem lässt es sich nicht oft genug sagen: Die richtige Pflege macht den Unterschied – gerade wenn’s ernst wird. Gepflegtes Leder lässt sich besser reinigen, da Schmutz oder Fett nicht so tief ins Material einsickern können.

Wer gerade keinen Notfall zu beklagen hat, liest sich am besten mal unseren Artikel über Lederpflege durch – und alle anderen am besten auch, damit es beim nächsten Mal hoffentlich glimpflicher abläuft.