Volle Drohnung

Volle Drohnung

Eine Spielzeug-Drohne stürzt ab und der Pilot wird von der Polizei gesucht: Verdacht auf gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Strafmaß: bis zu fünf Jahre Haft. Die Drohne war offenbar außer Kontrolle geraten und mit einem fahrenden Auto kollidiert. Der Schaden hielt sich in Grenzen, der Fahrer kam mit dem Schrecken davon, doch der Unfall zeigt, wie schnell aus Spiel bitterer Ernst werden kann – nachzulesen im Presseportal der Polizei Bochum.

Als Spielzeug sind Mini-Drohnen seit ein paar Jahren im Aufwind. Es gibt sie mit vier, sechs und acht Motoren – die billigsten Modelle kosten mit Fernsteuerung ab 50 Euro und fliegen dank Mikroelektronik munter wie ihre großen Geschwister. Die kleinsten Brummer passen auf eine Handfläche und versprechen Flugspaß schon im Kinderzimmer. Aber ganz ohne Risiko sind auch diese Winzlinge nicht. Ihre Propeller oder Rotoren sind dünn und scharf und drehen mit mehreren Tausend Umdrehungen pro Minute. Der Kontakt mit den kreisenden Flügelchen ist mindestens schmerzhaft, und alle Hersteller warnen vor herumfliegenden Splittern und Teilen im Falle eines Crashs. Dennoch: Auch die kleinsten Drohnen fliegen gut steuerbar – leider nur für wenige Minuten, dann macht der Akku schlapp. Ist es soweit, landen bessere Drohnen automatisch, weniger gute taumeln kraftlos zur Erde, schlechte stürzen einfach ab.

Wer öfter mit Drohnen oder Dröhnchen fliegt, ist schnell Besitzer eines umfangreichen Ersatzteilagers. Rotoren, Motoren, Akkus, Landekufen und Lämpchen gehen trotz Geschick und Können schnell verloren oder gar zu Bruch. Ist kein Ersatz zur Hand, fällt ein Flugtag schnell ins Wasser – wie manche Drohne. Wer einen Mini-Flieger kauft, sollte sich deshalb vorher über Kosten und Lieferzeiten der Ersatzteile informieren – bei größeren Maschinen auch über den Reparaturdienst.

Von der kleinsten bis zur Profi-Drohne sind alle Vor- und Nachteile grundsätzlich die gleichen.

PRO: Alle aktuellen Modelle haben eine automatische Fluglageregelung und „hängen“ wie von selbst in der Luft – mit etwas Übung fliegen schon Grundschüler Parcours um Tischbeine und Blumenvasen. Je nach Geldbeutel und Anspruch gibt es für jeden das passende Gerät.

CONTRA: Die Grenze von Spiel- zu Werkzeug ist fließend – bessere Qualität und vor allem längere Flugzeiten treiben die Preise schnell jenseits der 1.000-Euro-Grenze. Und nicht zu vergessen: Jede Drohne kann Schaden anrichten.

Weil Flugfehler oder Störungen auch Unbeteiligte gefährden oder gar verletzen können, ist das Drohnenfliegen inzwischen gesetzlich streng geregelt. Egal ob Spiel, Hobby oder Beruf – jeder Drohnenpilot muss haftpflichtversichert sein. Aber Achtung: Nicht jede bestehende Haftpflichtversicherung kommt für Schäden mit Modellflugzeugen auf! Spezielle Versicherungen für Modellpiloten kosten ab ca. 100­ Euro im Jahr und schreiben meist genau vor, wo geflogen werden darf. Außerdem gibt es strikte Flugverbotszonen an zum Beispiel Flughäfen, Flugplätzen und Militäranlagen. Und wer eine Drohne bei Nacht oder mit mehr als fünf Kilogramm Gewicht nutzt, braucht sogar eine Aufstiegsgenehmigung des Luftfahrtbundesamts.

Der Pilot der Mini-Drohne aus Bochum wird übrigens weiterhin gesucht.