Und wie planst Du?
Schon wieder kein Stift zur Hand? Mit dem Stifteetui aus der Serie Cambridge von Leonhard Heyden ist das Schreibzeug immer dabei.

Und wie planst Du?

Der Geburtstag der Schwiegermutter, ein Elternabend oder der nächste Kindergeburtstag – wir alle haben Termine und To-dos. Und die müssen wir uns auch irgendwie merken. Wer kein fotografisches Gedächtnis hat, der schreibt‘s sich auf. Trotzdem passiert es: Wir verbummeln Termine, vergessen Geburtstage oder verlegen To-do-Listen und Einkaufszettel. Das kann unter anderem daran liegen, dass man für sich persönlich noch nicht das passende Planungssystem gefunden hat.

Manche schwören auf Kalender-Apps und regeln den Alltag am Smartphone. Andere wollen die Termine lieber händisch in den Taschenkalender eintragen. Und wieder andere machen ein Hobby draus und planen ihr Leben mal mehr, mal weniger aufwendig im Bullet Journal.

Mehr als ein Notizbuch

Was ist das denn, ein „Bullet Journal“? Der Begriff bezeichnet das Planungssystem, das der Designer Ryder Carroll erfunden hat. Ein Bullet Journal, kurz „BuJo“ genannt, vereint Kalender, To-do-Listen und Notizblock in einem Buch. Aufgaben, Termine und Notizen werden dabei als Stichpunkte aufgeschrieben und mit Symbolen zugeordnet. Diese Art des Planens nennt Carroll „Rapid Logging“. Und das funktioniert in jedem beliebigen Notizbuch. Was drinsteht, wie es aufgeteilt und genutzt wird, wie der Kalender aussieht– all das entscheidet und gestaltet man selbst. Dadurch kann ein BuJo also alles, was die vielen Kalender- und Listen-Apps auch können. Nur eben analog und völlig individuell. Es lohnt sich, das mal auszuprobieren.

So funktioniert’s

Hat man ein Notizbuch oder eine Kladde ausgesucht, braucht man nur noch einen Stift. Außerdem kann ein Lineal für gerade Linien und ein Buntstift oder Textmarker für Hervorhebungen hilfreich sein. Mehr benötigt man für den Anfang nicht.

1. Legende

Zuerst wird in einer Legende die Bedeutung verschiedener Symbole festgelegt, die man nutzen möchte.

2. Inhaltsverzeichnis

Auf den ersten beiden Doppelseiten des Journals ist Platz für den Index, das Inhaltsverzeichnis also. Das ist sinnvoll um später, auch wenn das Buch sich füllt, einzelne Einträge leicht wiederzufinden. Wer ein Notizbuch ohne vorgedruckte Seitenzahlen hat, ergänzt diese. So können die verschieden Übersichten und Sammlungen dann immer in den Index eingetragen werden.

3. Jahresübersicht

Auf der übernächsten Doppelseite folgt nun die Jahresübersicht (Future Log). Dazu unterteilt man die Seite durch Trennlinien in gleichmäßige Spalten oder Zeilen und schreibt jeweils den Monat hinein. Auf eine Doppelseite haben sechs Monate gut Platz. In die Jahresübersicht schreibt man dann langfristige Projekte sowie weiter in der Zukunft liegende Aufgaben und Termine.

4. Monatsübersicht

Als Nächstes ist die Monatsübersicht des aktuellen Monats (Monthly Log) an der Reihe. Auch die passt auf eine Doppelseite. Auf die linke Seite kommt der Monatskalender: Dazu schreibt man am äußeren Rand in einer Spalte die Monatstage und die jeweiligen Wochentage untereinander. Daneben ist dann Platz um Termine, Geburtstage etc. einzutragen. Auf die rechte Seite kommt die monatliche To-do-Liste. Dort schreibt man alle Aufgaben hinein, die in diesem Monat erledigt werden sollen. Vor jede Aufgabe kommt ein Aufzählungszeichen.

5. Tagesübersicht

Auf den nächsten Seiten ist Platz für die Tagesübersichten des Monats (Daily Logs). In die linke obere Ecke schreibt man Datum und Wochentag. Darunter notiert man Termine, To-dos und Notizen untereinander und markiert sie mit dem jeweiligen Symbol. Dabei werden nur Aufgaben notiert, die man an dem jeweiligen Tag auch schaffen kann. Der nächste Tag wird auf die gleiche Art darunter geschrieben. An manchen Tagen braucht man vielleicht eine ganze Seite Platz, an anderen reichen wenige Zeilen. Daher sollte man sein Bullet Journal nicht zu weit vorausplanen.

6. Sammlungen

Wer Platz für die Planung einer Geburtstagsfeier, größere Einkaufslisten oder Notizen zu einem Thema braucht, kann eine Sammlung (Collection) anlegen. Dazu nutzt man die nächste freie Doppelseite. Unter einer Überschrift können dann zusammengehörende Notizen und Aufgaben gesammelt werden.

So geht’s weiter

Wie man sieht, ist es der Anfang leicht gemacht. Allerdings braucht es auch etwas Zeit, die verschiedenen Übersichten zu gestalten. Dabei sollte man sich nicht verleiten lassen, gleich mehrere Monate im Voraus vorzubereiten, sonst verliert das System an Flexibilität. Gerade am Anfang gilt es viel rumzuprobieren, um herauszufinden, was in das Buch rein muss und was überflüssig ist. Wie kreativ man sein möchte, und wie minimalistisch man bleiben will. Welche Übersichten im Alltag helfen und welche eher aufhalten…

Die Monatsübersichten werden daher jeweils am Ende eines Monats für den Folgemonat vorbereitet. Dabei werden noch unerledigte Aufgaben in den nächsten Monat übertragen, auf längere Zeit verschoben oder als irrelevant gestrichen. So kann reflektiert werden, ob etwas wirklich wichtig ist – oder warum es noch nicht erledigt wurde.

Wer nicht nur produktiver, sondern auch kreativ sein möchte, kann mit Aufklebern, Stempeln, Klebezetteln, Washi Tape und Farben die Seiten und Einträge verzieren. Auch Urlaube, Ausflüge und schöne Erlebnisse können im Bullet Journal festgehalten und reflektiert werden. Unzählige Inspirationen dazu, wie ein BuJo aussehen kann, gibt es zum Beispiel auf Pinterest, Instagram oder Youtube. Wer „bunt“ plant, kann auch gut die Kinder einbeziehen. Mama gestaltet den nächsten Monat, die Kinder malen – und lernen dabei spielerisch etwas über Kalender und Terminplanung.

Einfach mal ausprobieren?