So bleiben sie schön!
Mit der richtigen Pflege, hat man länger Freude an Leder. (Tasche: Leonhard Heyden)

So bleiben sie schön!

Eine Binsenweisheit zuerst, die alles ein wenig kompliziert macht: Leder ist nicht gleich Leder, und jede Art bedarf individueller Pflege. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Glattleder und Rauleder, wobei auch Glattleder nicht immer glatt sein muss. Das Erscheinungsbild kann je nach Art der abschließenden Veredelung (z.B. durch Beschichten, Prägen, Lackieren usw.) strukturiert, genarbt, glatt oder geprägt sein. Die Oberfläche eines Rauleders hingegen wird angeschliffen und aufgeraut. So entsteht ein angenehm warmer Griff. Bei einem geprägten Nubukleder wird zusätzlich auf das Nubuk eine dunklere Narbenoptik aufgedruckt. Die hellen, erhobenen Felder sind dann ein Rauleder, das dunkle Narbenmuster aber ist eigentlich ein Glattleder. Behandelt wird es wie Nubukleder, also Rauleder. Anilinleder wiederum ist eigentlich ein Glattleder, aber offenporig und ohne Pigmentschicht auf der Oberfläche, also somit wie Rauleder anfällig für Wasser, das einziehen kann.

Kleine Aufmerksamkeiten erhalten die Freundschaft

Also noch einmal: Weil jede Ledersorte einer besonderen Pflege bedarf, können wir für die nachfolgenden Tipps nur allgemeine Grundregeln bieten.

• Grundsätzlich gilt: Alles zunächst auf einer verdeckten, unauffälligen Stelle ausprobieren. Sofern ein bis zwei Stunden nach dem Auftragen keine Reaktion erfolgt, kann das Mittel bedenkenlos angewendet werden.

• Zuerst das Leder überprüfen, ob es absorbierend oder nicht absorbierend ist. Bei absorbierenden Ledern dringt ein verriebener Tropfen Wasser ein und dunkelt das Leder. Bei nicht absorbierenden Ledern perlt Wasser ab. Absorbierende Leder sind empfindlicher.

• Weniger ist mehr – Lederartikel sollten nicht überpflegt werden – eine kleine Dosierung, aber dafür häufigere Pflege ist angemessen.

• Wichtig: Niemals ein Pflegemittel, das für ein bestimmtes anderes Produkt (Schuhcreme, Bohnerwachs, etc.) deklariert ist, für eine Ledertasche nutzen.

• Bei Verschmutzung heißt es: erst reinigen, dann pflegen!

• Benzin, Acetol oder scharfe Scheuermittel haben in Reinigungs- und Pflegemitteln für alle Lederarten nichts zu suchen!

• Nassgewordene Taschen bei Raumtemperatur trocknen – nicht in der Sonne oder auf der Heizung!

• Ledertaschen können abfärben, daher empfiehlt sich die Lagerung im Stoffbeutel, und zwar ungefaltet und ohne Klammern um Druckstellen und Knickfalten zu vermeiden.

Versprechen, dass unerwünschte Flecken wieder komplett verschwinden, können wir nicht. Aber unsere Pflegetipps sollen den Umgang mit der Lieblings-Lederware erleichtern – damit die Freude daran möglichst lange erhalten bleibt. Nicht zu verwechseln mit unerwünschten Verschleißerscheinungen wie Rissen und Flecken ist eine schöne Patina. Diese erhält die Tasche ganz natürlich durch den Gebrauch und macht so jede Lederware zum Unikat mit einer eigenen Geschichte.