Was tun bei Mottenbefall?
Motten knabbern nicht nur an Kleidung, sondern können auch in der Küche Schaden anrichten.

Was tun bei Mottenbefall?

Einmal nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Motten bevölkern das Haus. Die gefräßigen, lästigen Biester nisten sich in unseren Kleiderschränken, Vorratsschränken oder Teppichen ein. Kommen Kleidermotten oftmals durch geöffnete Fenster in unsere Wohnungen, haben es ihre Artgenossen, die auf unsere Lebensmittel scharf sind, noch einfacher. Die schleusen wir meist mit unseren Einkäufen selbst ins traute Heim. Es ist fast unmöglich, sie komplett aus unseren vier Wänden fernzuhalten – und sind sie einmal da, bekommt man sie kaum noch los.

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Jede Motte trägt zwischen 200 und 300 Eiern in ihrem Bauch. Und die legt sie in jede noch so kleine Ritze ab – je nach Gattung bevorzugt in der Nähe einer Nahrungsquelle. Dort veranstalten die Larven in Scharen wahre Fressorgien auf unsere Kosten. Kaum zu glauben, dass die Ekel hervorrufenden Tiere eine enge Verwandtschaft zu Everybody’s Darling der Wälder und Wiesen, den Schmetterlingen, pflegen. Mehr als 200.000 Mottenarten gibt es weltweit – und keine davon will man bei sich zu Hause haben. Aber sie fragen ja nicht nach Einlass, und die Eier sind für unser bloßes Auge kaum sichtbar. Allerdings kann man verhindern, dass die Brut sich wohl fühlt und weiter ausbreitet.

Wolle, Federn, Felle – nichts ist sicher

Schweißgeruch und Schmutz zieht Kleidermotten magisch an. Bei Dunkelheit, relativ hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 24 und 30 Grad Celsius ohne Zugluft gedeihen die abgelegten Eier hervorragend. Kaum geschlüpft, machen sich die ungefähr einen Zentimeter großen Larven auf, um Nahrung zu finden. Ihrem unbändigen Hunger fallen Wolle, Federn, Felle, Seide, Pelze, Teppiche und Naturfasern zum Opfer – selbst Baumwolle, Viskose oder synthetische Stoffe sind vor ihnen nicht sicher, obwohl die Verdauung der Tiere nicht darauf ausgelegt ist. Wir nehmen den Befall dann an kleinen ärgerlichen Löchern im Stoff war.

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Guten Appetit

Lebensmittelmotten legen ihre Eier gerne in Müslis, Hülsenfrüchte, Backzutaten oder Gewürze – oft auch in Zucker oder Kakao. Eben überall, wo es schön trocken ist. Selbst Plastik- oder Pappverpackungen halten sie nicht auf. Und so kann es auch beim Öffnen der nächsten Pralinenschachtel ein böses Erwachen geben, wenn einem plötzlich ein aufgeschreckter Schwarm der Tiere entgegenfliegt. Vorsicht ist auch bei Trockenfutter für Haustiere oder Trockengestecken geboten. Den Motten ist alles recht, um ihren Fortbestand zu sichern.

Was hilft gegen Motten?

Motten besitzen empfindliche Riechorgane. Das kann man sich zunutze machen, denn so sehr diese Geruchsempfindlichkeit ihnen hilft, so sehr hegen sie auch Abneigungen gegen Gerüche, die nicht in ihr Beuteschema passen. Vor allem Lavendel gilt als sicheres Hausmittel. Die bekannteste muss aber nicht immer die effektivste Lösung sein.

  • Zedernholzscheiben und -öl
    Das mögen die Tiere gar nicht – und für den Menschen ist der dezente Duft recht angenehm.
  • Thymian und Steinklee
    Einfach wie beim Lavendel die getrockneten Pflanzen in Säckchen verpacken und ab damit in den Kleiderschrank.
  • Zitronenöl
    Wer einen Befall hinter sich hat, sollte ein paar Tropfen Zitronenöl in heißes Wasser geben und Küchenschubladen oder Kleiderschränke sauber ausreiben. Das Öl bekommt man im Drogeriemarkt.
  • Neemöl
    Oft als Spray angeboten, hilft Neemöl gegen eine Vielzahl von Schädlingen. Bei empfindlichen Stoffen allerdings Vorsicht walten lassen, da die Sprays oft Alkohol enthalten. Auch ob der Geruch für einen in Ordnung ist, sollte man vor Gebrauch testen.
  • Klebefallen
    Helfen bei akutem Befall erwachsener Motten. Pheromonfallen ziehen die männlichen Tiere mit Sexuallockstoffen an – und lassen einen Befall schon früh erkennen. Einfach im Hausflur, der Küche oder im Kleiderschrank aufstellen. Einmal in der Falle gefangen, gibt es für die Tiere kein Entrinnen mehr. Frisch geschlüpfte Larven lassen die Fallen allerdings ebenso kalt. Haben die erwachsenen Motten ihre Eier schon gelegt, geht – nachdem die geschlüpft sind – das Problem von vorne los. Um wirklich alle männlichen Tiere in einem Haus zu fangen, muss man mindestens drei Monate einplanen. Während dieser Zeit muss man die Fallen öfter mal austauschen. Ganz ohne Reizung des Geruchssinns funktioniert diese Methode – nämlich wenn die Biester noch gar nicht geschlüpft sind:
  • Tierische Hilfe
    Ein effektives Mittel gegen Motteneier sind Schlupfwespen. Die kann man in verschiedenen Brutstadien vorgezogen auf kleinen Kärtchen kaufen. Nachdem die Wespen (die übrigens nicht stechen können) geschlüpft sind, ernähren sie sich liebend gerne von den Motteneiern. Sind die irgendwann alle gefressen, sterben die Schlupfwespen oder fliegen ins Freie. Diese Methode nimmt allerdings einiges an Zeit in Anspruch: rund 9 Wochen dauert die Vernichtung von Lebensmittelmotten, mit etwa 14 Wochen muss man bei Kleidermotten rechnen – und dann auch wiederholt Kärtchen auslegen. Damit sollte dann aber die ganze Brut vernichtet sein.

Dem Albtraum vorbeugen

Vor einem Mottenbefall kann man sich nie komplett absichern. Wer allerdings nicht genutzte Textilien (egal ob Saisonkleidung oder Teppiche) vor der Einlagerung frisch wäscht, reinigt oder absaugt und sie anschließend in luftdichten Säcken an einem kühlen, trockenen Ort einlagert, dämmt das Risiko, eine Brutstätte für Kleidermotten zu schaffen, enorm ein. Die vakuumierten Klamotten kann man ja platzsparend in einem Koffer auf dem Dachboden oder im Keller aufbewahren. Trockene Lebens- und Genussmittel verwahrt man am besten nur in luftdichten und wiederverschließbaren Gläsern oder Plastikbehältern. Da kommen Lebensmittelmotten nämlich nicht ran.

Wer Motten mit diesen Tipps in den Griff bekommt, kann sich anderen Plagegeistern widmen – beispielsweiße Mücken oder Zecken.