Miese Beutel am Wegesrand
Nicht richtig entsorgte Kotbeutel sind schädlich für die Umwelt und für Kinder sogar gefährlich.

Miese Beutel am Wegesrand

Wie erklärt man das den Kindern? Auf Bordsteinen, Fensterbänken, an Zäunen, neben Mülltonnen oder darauf, am Spielplatz, neben der Bushaltestelle und vor der Schule finden sich kleine, meist dunkle, Plastikbeutel mit … Hundehinterlassenschaften. Und diese wiederum hat der Hundehalter hinterlassen. Aber warum?

Klar, auch ein Hund muss mal und genauso klar ist, dass Herrchen und Frauchen die Angelegenheit bereinigen – genau dazu sind die Beutel ja gemacht. Aber das Eintüten alleine löst das Problem nicht. Im Gegenteil: Werden sie nicht sofort abtransportiert und alsbald sachgerecht entsorgt, droht mehr als übler Geruch. Von Hundekot geht ein hohes Infektionsrisiko aus, besonders für jüngere Kinder, deren Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist. Und die Beutel selbst, vor allem wenn verknotet, sorgen dafür, dass eine normale biologische Lösung des Problems extrem in die Länge gezogen wird. Und dann sind da noch die eigentlichen Beutel, die in der Mehrheit aus Folie hergestellt sind, die nur sehr sehr langsam zerbröselt. Wenn sie sich dann doch irgendwann auflösen, gelangen die Reste früher oder später in die Nahrungskette.

Also warum nun lassen einige Hundehalter diese Zeitbomben liegen? Man weiß es nicht. Es gibt keine nachvollziehbare Erklärung. Vorschläge, das Problem insgesamt zu lösen, gibt es einige. Beutel in leuchtenden Farben sollen beispielsweise verhindern, dass Hecken, Büsche und Wiesen zu heimlichen Deponien werden. Oder die Hundefreunde eines Viertels oder einer Straße sollen sich gegenseitig etwas mehr „helfen“, Fifis Muss in die richtigen Kanäle zu schleusen. Auch sind biologisch abbaubare Tüten bereits im Handel – nicht ganz so billig, dafür deutlich umweltfreundlicher.

Mehr auf Übersicht statt Einsicht setzt die Website Poopmap.de. Wer einen der besagten Beutel findet, macht ein Foto samt Geo-Tag davon und schickt es ein. Aus den so gesammelten Daten können Anwohner und Stadtreiniger dann leicht erkennen, wo es besonders drückt. Apropos Drücken: Falls sich vor Ihren Augen mal wer wie oben beschrieben verdrücken sollte, suchen Sie doch mal das Gespräch. Nicht mit dem Hund natürlich, sondern mit dem Wesen am anderen Ende der Leine, denn eins ist sicher: Schuld ist nicht der Hund.