Kleine Börsenkunde: Von der Wiener Schachtel bis zur Geldklammer
Wer würde sich nicht über so ein elegantes Päckchen freuen (Geldbörsen: Golden Head)?

Kleine Börsenkunde: Von der Wiener Schachtel bis zur Geldklammer

Behältnisse, um sein Geld stilvoll unter die Leute zu bringen, gibt es viele. Und hat sich ein Modell einmal im Gebrauch bewährt, wird es im Falle eines Falles oftmals durch ein gleichartiges ersetzt. Dabei gibt es einige originelle Alternativen zur klassischen Geldbörse. Hier ein kurzer Börsen-Überblick.

Eine Offenbarung: Wiener Schachtel

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Nein, hier handelt es sich nicht um eine Beleidigung für Damen aus der Bundeshauptstadt Österreichs. Neben den gewöhnlichen Karten- und Scheinfächern bietet die Wiener Schachtel fürs Münzgeldgeld eine kleine Besonderheit: Das Kleingeldfach lässt sich auf zwei Seiten aufklappen und wird dann zur nach oben offenen Schachtel. Das erleichtert die Auswahl des Kleingelds für Leute, die’s gern passend machen. Die Wiener Schachtel wird von Damen bevorzugt; eine Münzgeld-orientierte Variante für Herren ist die nachfolgende Schüttelbörse.

Nicht gerührt: die Schüttelbörse

Schüttelbörse

Ihre Seltenheit macht sie interessant – aber keineswegs überholt. Schüttelbörsen ähneln auf den ersten Blick altertümlichen Geldtaschen, in denen vor allem Münzen aufbewahrt wurden. Seit gegen 1900 Geldscheine immer mehr an Bedeutung gewonnen haben, ist dieser zumeist U-förmige Börsentyp jedoch (leider) etwas aus der Mode gekommen. Vielleicht wegen seines handfesten Auftretens? Die Schüttelbörse ist etwas dicker als normale Börsen (ca. 3 cm) und dank gestärktem Leder sehr stabil. Aufgeklappt lassen sich Münzen aus dem Kleingeldfach direkt in den robusten Klappendeckel schütteln. Moderne Modelle bieten noch ein extra Fach für Papiergeld. Ein extraordinäres Accessoire für Individualisten.

 

Schmuckstück: die Bügelbörse

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Auch diese Börsenart spielt vor allem in der Damenwelt eine Rolle. Anders als bei Münzfächern mit simplem Druckknopf wird das Fach hier durch zwei ineinandergreifende Bügel verschlossen. Öffnen kann man das Portemonnaie, indem man beide Bügel mit Daumen und Zeigefinger in die entgegengesetzte Richtung drückt. Das schützt vor unbeabsichtigtem Öffnen.

Hinter Schloss und Riegel: Schlossbörse

Eine originelle und stilsichere Lösung ist die Schlossbörse. Das Fach für Karten und Scheine ist in vielen Fällen noch durch einen Druckknopf gesichert. Beide Verschlüsse sichern den Inhalt zuverlässig und bewahren vor Chaos in stressigen Situationen – beispielsweise an der Supermarktkasse, am Fahrkartenautomat oder überall sonst, wo man nicht auf dem Boden kriechend seine Münzen einsammeln möchte.

Elegantes Accessoire: Überschlagbörse

Wer weder für einen Bügel noch für ein Schloss etwas übrig hat, greift am besten zur Überschlagbörse. Eine modische Lösung für praktisch veranlagte Damen – im kompakten Format. Hier wird das Portemonnaie sicher von einem Druckknopf zusammengehalten. Der schließt genau so einfach, wie er sich wieder öffnen lässt – und bei diesem Modell schafft die zugehörige Schlaufe ein elegantes optisches Highlight.

Damenbörse mit Umschlag

Damenbörse

Idealerweise findet in ihr alles Platz, was frau auf ihren Streifzügen durch Einkaufspassagen, in Supermärkten oder einfach nur auf dem Weg zur Arbeit benötigt – das macht sie allerdings auch eher zu einem Fall für die Handtasche. Oder zum Ersatz: Zur Not finden hier auch Smartphone und ein kleines Notfall-Schminkset Platz – so wird die Börse kurzerhand zur Clutch umfunktioniert. Aufgefächert bietet das Portemonnaie den perfekten Überblick: Viele Karten- und ein paar Steckfächer für Kunden-, Bank- und Kreditkarten, Kassenbelege, Passfotos und natürlich Schein- und Münzgeld ermöglichen es, wirklich alles Essentielle dabei zu haben. Dazu gehören in manchen Fällen sogar extra Fächer für einen Einkaufswagen-Chip und eine kleine Nagelfeile.

Rundum sicher: Reißverschlussbörse

Dem Klassiker sehr ähnlich, jedoch etwas schlanker und raffinierter, präsentiert sich die Reißverschlussbörse – und gilt auch als wahres Platzwunder, in dem man alles unterkriegt, was in einer Börse Platz finden muss. Der stilsichere Transport dieses Accessoires erfordert entweder eine Handtasche, einen Messenger Bag oder notfalls großzügige Manteltaschen. Öffnen wird sich dieses Accessoire durch den Reißverschluss nur, wenn die Trägerin das will.

Der Klassiker: Börse im Hoch- oder Querformat

Hochtasche

Sie kennt wohl jeder: die klassische Geldbörse. Sie bietet standardmäßig ein Kleingeldfach, zwei Scheinfächer, mehrere Kartenfächer und kommt im Hoch- oder Querformat – wobei die Ausführung in hoch lange Zeit der Damenwelt vorbehalten war, heute aber auch bei Männern immer mehr Zuspruch findet. Börsen im Querformat sind meistens als Bifold angelegt. Sprich: Man klappt die Börse auf und kann sofort auf das Kleingeldfach und die Kartenfächer zugreifen. Noch mehr Platz bietet ein Trifold-Portemonnaie. Das kann noch ein weiteres Mal aufgeklappt werden und noch mehr Karten aufnehmen – oft inklusive Netzfach.

Auch bei Klassikern steht die Zeit nicht still: Dieses klassische Herren-Portemonnaie schirmt Personalausweis sowie Kredit- und EC-Karten mit der RFID-Protect-Folie „Cryptalloy“ gegen ungewünschten Zugriff über Funk ab. So werden persönliche Daten gegen Langfinger geschützt.

Diskret und praktisch: Minischeintasche

Hier kommt nur das Nötigste rein: ein paar Münzen ins Münzfach, Scheine ins Scheinfach und die wichtigsten Karten (wie Personalausweis und Kreditkarte) in die wenigen Steckfächer. Die Minischeintasche ist so schlank, dass man größere Banknoten falten muss, um sie im Scheinfach unterzubringen. Beult selbst die Innentaschen von Sakkos oder die vordere Hosentasche nicht aus.

Für Puristen: Geldscheinklammer

Geldklammer

Klingt schon ein bisschen nach Wall Street oder Schnösel – und ist in Europa zugegebenermaßen auch nicht sonderlich verbreitet. Aus der Billettasche des Sakkos gezogen, kann eine Geldscheinklammer aber auch ganz elegant wirken, vorausgesetzt, der Träger trumpft nicht zu sehr damit auf. Münzgeld verstaut man in der Hosentasche oder spendiert es als Trinkgeld. Kredit- und Visitenkarten klemmt man zwischen die Scheine in die Klammer – oder noch besser: ein entsprechendes Etui für die Karten anschaffen.

Zwei in Einem: Clip-Scheintasche

Clipscheintasche

Wer mit einer Geldscheinklammer liebäugelt, aber dennoch nicht auf Münzgeld verzichten kann (oder will), dem sei zu einer Clip-Scheintasche geraten. Diese Börse verbindet den draufgängerischen Charme einer Geldklammer mit einem Münzfach und Platz für ein paar Karten. So hat man schnell Zugriff auf seine Geldscheine – und schützt sein Papiergeld vor allzu neugierigen Blicken. Eleganz und Understatement in einem.