(K)ein Leben im Chaos – Kinder zum Aufräumen animieren

(K)ein Leben im Chaos – Kinder zum Aufräumen animieren

Kinder lieben das Chaos – was sich nicht zuletzt auf den Zustand des eigenen Kinderzimmers auswirkt. Der blanke Horror für ordnungsliebende Eltern. Wem es schwer fällt, seine Kids zum Aufräumen zu animieren, findet hier ein paar wertvolle Tipps für saubere Zimmer, vergnügte Kinder und geschonte Nerven.

Gutes Vorbild sein

Kinder schauen sich von Erwachsenen so einiges ab – klar, wie sollen sie es sonst lernen. Deshalb immer positiv ans Aufräumen herangehen. Das prägt den Nachwuchs, der dann mit weniger Widerwillen an die lästige Tätigkeit herangeht – denn Vorbild zu sein fängt schon bei der eigenen Ordnung an. Wenn erst mal der Esstisch aufgeräumt werden muss, sobald unangemeldet Besuch vorbeikommt, denken sich die Kleinen, dass auch ihr Raum nicht immer picobello aussehen muss. Wer die Wohnung aber rein hält, vermittelt das als ganz natürlichen Wert – und animiert die Kids, gerne und selbstverständlich aufzuräumen.

Unterstützen – aber nichts überstürzen

Wie heißt es so schön: geteiltes Leid, ist halbes Leid. Wer Kinder beim Aufräumen unterstützt, hilft ihnen nicht nur eine Struktur in ihre Tätigkeit zu bringen, sondern gibt ihnen auch das Gefühl, nicht alleine vor der Aufgabe zu stehen. Wichtig: Kids brauchen wesentlich mehr Zeit fürs Aufräumen als Erwachsene. Also bitte nicht hetzen. Mit der Zeit werden sie von ganz alleine schneller. Wenn Spielkameraden zu Besuch sind, sollten die beim Aufräumen helfen. Wäre ja unfair, wenn der Sprössling nach einem turbulenten Spielenachmittag ganz alleine mit dem Chaos dasteht – am besten die Kleinen eine halbe Stunde vor dem Heimgehen ans Aufräumen erinnern.

Kinder mitentscheiden lassen

Wer richtig aufräumen soll, muss auch wissen, wie das geht. Und dazu braucht jedes Spielzeug seinen angestammten Platz. Kids behalten sich diese besser, wenn sie über die Unterbringung mitentscheiden dürfen. Dann ist bei der nächsten Aufräumaktion selbstverständlich, dass die Spielzeugautos ins Parkhaus, die Puppen ins Puppenhaus und die Malbücher ins Bücherregal gehören. Tipp: Nach dem Aufräumen die Plätze noch mal zusammen durchgehen – dann prägen sie sich besser ein.

In den Alltag integrieren

Damit sich die Spielsachen nicht bis unter die Decke türmen, ist regelmäßig Aufräumen angesagt – dann stehen die Kids nicht vor einem augenscheinlich unüberwindbaren Berg. Feste Zeiten (wie jeden Abend vor dem Abendessen oder dem Sandmännchen) geben eine Orientierung und machen Aufräumen zu einem ganz normalen Bestandteil des Tages. Und auch übers Kinderzimmer hinaus muss es zur Selbstverständlichkeit werden: Schuhe und Jacke haben ihren Platz an der Garderobe – und nach dem Essen trägt jeder sein Geschirr selbstständig in die Küche. So lassen sich kleine Aufgaben einfach in den Alltag integrieren.

Milde walten lassen

So ein Bauwerk aus Holzklötzchen zu errichten ist ganz schön viel Arbeit. Wäre doch schade, wenn das Türmchen, an dem man so hart gearbeitet hat, am Abend wieder weggeräumt werden müsste. Darum sollten die Kinder ab und an die Chance bekommen, sich an ihren Bauten länger zu erfreuen – damit die kleinen Konstrukteure ein bisschen länger stolz sein können.

Nicht beim Spielen einschränken

Je älter Kinder werden, desto mehr Spielzeuge werden in den täglichen Spaß miteinbezogen. Da fliegen Raumgleiter über die Ritterburg, Puppen werden von Rittern aus den Fängen furchterregender Drachen befreit – und mit Spielzeugautos in Sicherheit gefahren. Wäre ja auch langweilig, wenn man die verschiedenen Möglichkeiten nicht auslotet. Deshalb besser nicht unterbinden und die Kids bitten, sich auf ein Spielzeug zu konzentrieren. Einfach machen lassen – das fördert die Fantasie.

Genaue Anweisungen geben

Beim Spielen versinken Kinder in ihrer eigenen Welt. Darum ist es wichtig, erst ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, bevor man eine Bitte an sie richtet. Gut sind Fragen, die das derzeitige Spiel betreffen: „Was arbeiten die Bauarbeiter denn gerade?“ oder „Du baust ja einen riesigen Turm. Wer soll denn darin wohnen?“ Das hilft, sich in das Spiel zu integrieren. Hat man die Aufmerksamkeit gewonnen, kann man dann bitten, die nicht mehr benutzten Malbücher aufzuräumen. Wichtig: Immer genaue Anweisungen geben. Kinder können mit Anweisungen wie „Räum bitte dein Zimmer auf!“ nur wenig anfangen. Besser: „Räumst Du bitte die Holzklötzchen in die blaue Kiste?“. Dann weiß der Nachwuchs genau, was zu tun ist.

Regelmäßig ausmisten

Alle paar Wochen können Eltern zusammen mit den Kleinen die Spielsachen durchgehen und entscheiden, welche Spielsachen bleiben und welche auf den Dachboden kommen – oder ob es sich vielleicht nicht anbietet, ein paar Dinge zu verschenken, zu spenden oder auf Flohmärkten anzubieten. Das schafft Platz für Neues und Ordnung bei den alten Spielsachen.

Sparsam mit Belohnungen umgehen

Nicht jede Aufräumaktion muss belohnt werden. Kinder sollten Ordnung zu halten als Selbstverständlichkeit ansehen – und nicht als Arbeit, für die man eine Belohnung bekommt. Anders ist das, wenn ein Ausflug ansteht: Hier kann man zum Aufräumen auffordern, bevor es dann ins Schwimmbad oder den Vergnügungspark geht.

Sanktionen verhängen

Die Bilderbücher liegen auf dem Wohnzimmertisch, die Legosteine sind über den Flur verteilt und der Teddybär hat seinen Platz auf dem Küchenboden gefunden. Dabei gehören diese Dinge doch eigentlich ins Spielzimmer. Kids brauchen klare Regeln, wo sie ihre Sachen ausbreiten dürfen – und wo nicht. Was dann unachtsam in der Wohnung liegen gelassen wird, wechselt einfach für eine geraume Zeit den Besitzer. Wenn die Kinder erst mal ein paar Stunden oder Tage auf das Lieblingsspielzeug verzichten müssen, achten sie beim nächsten Mal mehr darauf, wo sie es liegen lassen.

Null-Toleranz-Grenzen einführen

Schlechte Hygiene hat nichts mit einfacher Unordnung zu tun. Essensreste, verdrecktes Geschirr und Besteck oder überquellende Mülleimer haben im Zimmer nichts zu suchen. Das sollte die Jugend so früh wie möglich lernen – ein Machtwort hilft da manchmal Wunder.

Erfolgserlebnisse feiern

Egal ob man den Dachboden entrümpelt hat oder die Garage auf Vordermann gebracht hat: danach fühlt man sich befreit. Das geht Kindern mit ihrem Zimmer genau so. Wenn sie jetzt stolz auf ihre Leistung sind, kann man das gerne mit ihnen feiern – und ihnen das Gefühl geben, dass sie was Tolles vollbracht haben. Dann klappt’s auch mit der nächsten Aufräumaktion.