Ist die „Todes-Grippe“ im Anflug?

Ist die „Todes-Grippe“ im Anflug?

Alle Jahre wieder wird nicht nur Weihnachten und Silvester gefeiert, sondern sucht uns meist kurz darauf eine Grippewelle heim. Und laut Robert-Koch-Institut, das in einem wöchentlichen Newsletter über die Lage berichtet, „kann in den nächsten Wochen mit dem Beginn der Grippewelle in Deutschland gerechnet werden“. In zum Teil etwas aufgeregten Medien wird sogar vor der „Todes-Grippe“ gewarnt, die nach Deutschland komme. „Aussi-Flu“ wird sie auch genannt, weil sie sich von Australien nach England ausbreitete. Manche glauben, sie könnte genauso tödlich sein wie einst die „Hongkong-Grippe“, der 1968/69 geschätzt eine Million Menschen zum Opfer fielen.

Doch gemach, gemach. Das mit den Opferzahlen ist immer so eine Sache ähnlich wie bei den Hitzetoten im Hochsommer, denn zur Hauptrisikogruppe zählen nun mal alte, kranke und geschwächte Menschen. Die letzte Influenza-Pandemie, also eine weltweite Epidemie, hatte als „mexikanische Grippe“ oder „Schweinegrippe“ 16.000 Todesopfer auf der ganzen Welt zu verzeichnen – was je nach Rechnung nicht viel mehr als der Durchschnittswert ist.

Grippe oder Erkältung?

Eine andere Verzerrung ist die, dass der Volksmund den Begriff Grippe häufig auch schon in den Mund nimmt, wenn es sich um eine harmlose Erkältung oder einen fieberhaften Infekt handelt. Einige Symptome sind auch ähnlich: Fieber, Kopfschmerzen, Reizhusten, bei einer Grippe aber heftiger und zudem von Gliederschmerzen und Schüttelfrost begleitet. Dazu kommt eventuell noch Appetitlosigkeit und Müdigkeit bis hin zur totalen Erschöpfung.

Warum die Grippewelle gerade jetzt wieder anrollt, liegt an der Jahreszeit, die eine Ausbreitung begünstigt: Wir halten uns mehr in geschlossenen Räumen auf, haben dort engeren Kontakt, zudem sind die Viren in trockener Raumluft länger ansteckungsfähig. Übertragen wird die Grippe durch Tröpfchen in der Luft oder auch auf Oberflächen. Blöd ist, dass es bis zu sieben Tage dauern kann, ehe nach einer Infizierung die Krankheit ausbricht, heißt also, während der Inkubationszeit kann man schon andere anstecken, ohne zu wissen, dass man selbst krank ist. Faustregel bei Erwachsenen: Die infektiöse Phase beginnt meist ein bis drei Tage vor den ersten Krankheitsanzeichen und hält danach noch etwa vier bis fünf Tage an. Deswegen kann man – ob nun „normaler“ Infekt oder ernsthafte Grippezeit – nicht oft genug sagen, worauf man in diesen Tagen besonders achten sollte:

  • Regelmäßig und gründlich Hände waschen, heißt: mindestens 20 Sekunden lang die Hände (Daumen nicht vergessen) mit Seife unter fließend Wasser reiben.
  • Auf Händeschütteln oder gar Küsschen-Geben zur Begrüßung verzichten.
  • Öffentliche Verkehrsmittel sind berüchtigte Virenherde. Direkten Kontakt mit Haltegriffen und Knöpfen meiden oder diese nur mit einem Taschentuch anfassen.
  • Woran viele nicht denken: Auch die Griffe von Einkaufswagen sind häufig kontaminiert.
  • Nicht in die Hand, sondern in den Ärmel husten bzw. niesen und Finger weg vom Gesicht, also von den Schleimhäuten an Nase, Augen und Mund – der direkten Angriffsfläche für Viren.
  • Im Büro sind Türklinken, Telefonhörer und Tastaturen beliebte Versammlungsplätze, auch der Kühlschrankgriff.
  • Räume drei bis vier Mal täglich gut lüften, am besten zehn Minuten lang.
  • Große Menschenansammlungen meiden und generell Abstand halten.
  • Manche Helden der Arbeit schleppen sich auch krank ins Büro. Lieber zu Hause bleiben und dem Chef erklären, dass dies ganz im Sinne eines guten Arbeitsklimas ist – ehe man die Hälfte der Belegschaft ansteckt und den Laden lahmlegt.

Wer sich im Herbst gegen Grippe hat impfen lassen, der hat schon mal bessere Chancen, heil davonzukommen. Experten sprechen von einem 70-90-prozentigen Schutz, bei älteren Menschen von 40-70 Prozent. Allerdings sollte die Impfung alljährlich wiederholt werden, denn das fiese an einer Grippe ist ja, dass immer wieder neue Subtypen der Influenza auftauchen, gegen die man dann eben doch nicht rundum geschützt ist.

Bleiben noch ein paar bewährte Mittel zur generellen Stärkung von Immunsystem und Abwehrkräften:

  • Regelmäßige Saunabesuche.
  • Kalt-warme Wechselduschen.
  • Bewegung an der frischen Luft.
  • Viel Obst und Gemüse.
  • Viel trinken, besonders Teesorten wie Ingwer-, Holunder- und Lindenblütentee.
  • Trockene Heizungsluft vermeiden und Nasenspülungen machen.
  • Ausreichend schlafen.
  • Und am besten: Stress vermeiden. Sowieso.