Herbstblues? Muss nicht sein!
Auch der Herbst hat schöne Tage. Tasche: Leonhard Heyden.

Herbstblues? Muss nicht sein!

Herbstlich willkommen: Die Tage werden immer kürzer, trüber, doofer. Nass-kalte und windige Wetterprognosen lassen Motivation und gute Laune rapide sinken. Am liebsten möchte man sich nur verkriechen, und das Phänomen hat einen Namen: Herbstblues, der nahtlos in die Winterdepression übergehen kann. Jeder Vierte soll an saisonalen depressiven Verstimmungen leiden, die sich unter anderem in Niedergeschlagenheit, Ermattung, Antriebslosigkeit, Angstzuständen und Heißhungerattacken äußern können.

Licht hilft gegen trübe Stimmung

Betroffenen der sogenannten saisonal abhängigen Depression (SAD) kann aber gut geholfen werden: mit Licht aus der Steckdose. Klingt vielleicht nicht ganz so romantisch, erzielt aber einen ähnlich guten Effekt wie Sonnenlicht. Prof. Dr. Jürgen Zulley, Leiter des schlafmedizinischen Zentrums am Bezirksklinikum Regenburg, meint: „Das Zauberwort gegen Winterdepression heißt Sonne. Sie bringt Licht in die Seele: Denn Sonnenlicht, das über die Augen auf die Zirbeldrüse wirkt, unterdrückt die Melatonin-Produktion. Diesen Effekt bewirkt aber auch sonnenlichtähnliches Kunstlicht.“

Im Rahmen einer Lichttherapie werden Betroffene täglich 40 Minuten lang mit einer Lampenbatterie mit 10.000 Lux behandelt. Um die Lichtmenge zu veranschaulichen: Ein Büroraum hat eine Helligkeit von 500 Lux; ein bewölkter Winter- oder Frühlingstag etwa 1.000 bis 2.500 Lux. Ein strahlender Sonnentag hingegen kann bis zu 100.000 oder 120.000 Lux haben.

Auch für zu Hause sind solche Stimmungsaufheller erhältlich. Sie nennen sich Lichttherapielampen oder Lichtduschen. Die wurden auch schon mal von der Stiftung Warentest unter die Lupe genommen, wobei sich ein Hersteller nicht ganz zu unrecht darüber beschwert, welche Kriterien bewertet wurden, wie hier zu sehen ist.

Hier gibt’s was auf die Ohren

Und dann gibt es da auch noch ein neues, kleines Gadget: Die Optik erinnert an einen Mp3-Player, aber der Schein trügt. Die Aufgabe des „human chargers“ – den Menschen mit Energie aufzuladen. Die Innovation der finnischen Firma Valkee soll Jetlag-Symptome, SAD, hormonelle Schwankungen und Burnout mit UV-freiem, blau angereichertem, weißen Licht therapieren. Das Konzept des kleinen Wunderkerlchens: Licht wird nicht nur über die Augen ins Gehirn übertragen, sondern auch über die Ohren. Ob die Herstellerangaben tatsächlich stimmen, ist noch nicht bewiesen. Licht spiele zwar eine wichtige Rolle im Biorhythmus – der Lichtweg ins Ohr ist jedoch von einer Studie nicht zweifelsfrei belegt worden.

Bewährte Stimmungsaufheller:

• Ab in die Sauna: Wellness ist gut für Body and Soul – und in vielen Badelandschaften gibt es ja auch softe Saunakabinen mit Farblichttherapie. Nebenbei beugen regelmäßige Saunagänge Erkältungen vor.

• Schluss mit dem Morgenmuffel: Auch heiß-kalte Wechselduschen vermindern die Erkältungsgefahr, vor allem aber sorgen sie für eine schöne, straffe Haut, kurbeln Kreislauf und Durchblutung an, bringen den Stoffwechsel auf Trab.

• Hol dir die Kur ins Haus: Heizungsluft und Kälte trocknen Haut und Haare aus und machen sie glanzlos und spröde. Zeit für Haarkuren und Gesichtsmasken. Empfehlungen für eine optimale Natur-Kur: Aloe-Vera, Olivenöl, Honig oder natives Bio-Kokosöl.

• Raus aus dem Loch: Draußen ist es grau und kalt? Egal! Halbstündige Spaziergänge an der frischen Luft tun gut und senken den Melatonin-Spiegel. Natürlich sollte man sich je frischer die Temperaturen, desto dicker einpacken. Besonders Stirn und Ohren.

• Schöner wohnen: Wie wär’s mit einem Tapetenwechsel? Kräftiges Gelb und Orange heitern die Wohnatmosphäre auf und erzeugen eine lebensfrohe Aura. Auch die Gäste freuen sich jetzt umso mehr über eine liebevoll eingerichtete Bude. Und lange Abende eignen sich nun mal besonders für gemütliches Beisammensein mit gemeinsamen Essen oder sogar Kochen.

• Essen wird Soulfood: Der Tisch ist reich gedeckt, zum Beispiel mit Kartoffeln, Äpfeln, Pilzen und Kürbissen. Neben Vitamin C helfen außerdem Vollkorn, Nüsse, Bananen, Milchprodukte und Trockenfrüchte bei der Bildung von Glückshormonen. Gewürze wie Ingwer, Chili, Zimt oder Kardamom sorgen für den Muntermacher-Kick. Bitterschokolade mit mindestens 50 % bis 60 % Kakaoanteil und den darin enthaltenen Flavonolen schützt die Arterien und heitert das Gemüt auf.

• Kuscheln und Sex: Schon zehn Minuten Schmusen stabilisieren den Blutdruck und schenken Energie. Sex wirkt noch besser: Er verdoppelt die Anzahl weißer Blutkörperchen und aktiviert Endorphine.

• Klimawechsel so oder so: Wenn nichts mehr hilft: Koffer packen und einen Kurztrip Richtung Äquator wie zum Beispiel auf die Kanaren machen. So ein Klimawechsel kann aber auch einen ziemlich coolen Effekt haben, wie hier zu sehen ist. Der funktioniert allerdings umso besser, je kühler es drumherum ist …