Frühlingsgefühle!
„Schatz, sag mir was Schmutziges …“ – „Fenster, Küche, Bad.“

Frühlingsgefühle!

Es hilft nichts. Wem die Mittel für bezahlte Fachkräfte fehlen, der muss wohl oder übel irgendwann selbst ran. Die Wohnung putzt sich nun mal nicht von alleine. Der beste Zeitpunkt dafür ist noch immer der Frühling, wenn die Sonne langsam präsenter wird. Dann rücken nicht nur verdreckte Fenster, fettige Dunstabzugshauben und verkalkte Armaturen ins Zentrum der Wahrnehmung – es steigt auch die Lust. Sogar aufs Putzen.

Zur Einstimmung empfiehlt es sich, eine Liste aller anfallenden Arbeiten zu erstellen – so gegliedert, dass sie jeweils in einem Tag zu schaffen sind. Schließlich zeigt die Erfahrung: Dauert die Aktion zu lang oder werden zu viele parallele Baustellen eröffnet, endet das Ganze in Chaos und Frust. Die Lösung: systematisches und zimmerweises Vorgehen. Denn so ein Frühjahrsputz besteht aus mindestens drei Großprojekten: Fenster, Küche, Bad … und einer Extra-Herausforderung.

Die Fenster: schnell voller Durchblick

Zeitungspapier, Fensterleder, Fensterputzroboter – Leute, vergesst es einfach. Saubere Fenster werden durch genau drei Dinge erreicht: Muskelkraft, anständiges Werkzeug und das richtige Wetter.

Wichtiges Werkzeug beim Fensterputz: Der Einwascher, am besten mit komplett umschließendem Pad (schützt vor Kratzern und reinigt gleich den Rahmen mit). Starke Verschmutzungen im Außenbereich löst Bimssteinpulver, das zuvor auf dem mit Wischwasser getränkten Pad verrieben wird.

Mit gutem Fensterreiniger (alternativ: eine Mischung aus Geschirrspülmittel und Spiritus) angereichertes warmes Wischwasser, einen T-förmigen Einwascher mit flauschigem Mikrofaserpad und – ja, hier muss man leider der Werbung recht geben – einem Fenstersauger. Der erspart einem nämlich die Sauerei durch herunterlaufendes Abziehwasser und demzufolge auch das Abdecken empfindlicher Böden und Möbel.

Bei relativ warmer, vor allem aber bedeckter Wetterlage alle Fenster zuerst von innen bearbeiten, dann von außen. Dazu den Schmutz mit dem in Wischwasser getränkten und ausgewrungenen Einwascher unter ordentlich Druck in kreisenden Bewegungen aufemulgieren, abziehen, fertig. Starke Verschmutzungen, wie sie beispielsweise außen auf Dachfenstern durch stehendes Regenwasser entstehen, lassen sich wunderbar mit mikrofein gemahlenem Bimssteinpulver, das auf den nassen Einwascher gegeben und verteilt wird, wegpolieren. Hinterher mit klarem Wasser abspülen, abziehen – wie neu.

Küche: so kriegen Sie ihr Fett weg

Wo gekocht wird, fällt Fettschmutz an. Dagegen empfiehlt sich der Griff zu einem speziellen (alkalischen) Reiniger, der die Fettschicht relativ mühelos ablöst. So kriegen Sie den fettigen Grillrost gebacken: Reinigungsmittel (Redaktionsfavorit: dieses hier) mit Silikonpinsel – keine Naturborsten – einpinseln, mit Frischhaltefolie ummanteln, einige Stunden lang einwirken lassen … und staunen, wie leicht sich die eingebrannte Schicht zusammen mit der Folie entfernen lässt.

Bei Kalkrändern rund um Armaturen & Co. hingegen kann man ruhig sauer werden – die werden am besten mit Essig- oder Zitronensäure entfernt. Erklärtes Lieblingsmittel für Edelstahlflächen, Chrom, Keramik, Arbeitsplatten (also eigentlich alles, was nass gewischt werden kann und Zitronensäure verträgt): das „5K“ von Dureka.

Ideal für Edelstahlspülen sind auch sogenannte Reinigungssteine: feste, zumeist alkalische Mittel, die mit einem angefeuchteten Schwamm aufgenommen und anschließend auf die Oberfläche aufgetragen werden. Sie müssen nach dem Auftragen jedoch mit relativ viel klarem Wasser aufemulgiert und abgespült werden.

Badewannen aus Stahl-Emaille nehmen Saures ziemlich übel. Daher lieber zur speziellen Politur greifen, die Glätte und Glanz der empfindlichen Oberfläche erhält.

Bad: immer schön sauber bleiben

Fett und Kalk regieren auch im Bad, allerdings in umgekehrtem Verhältnis. Hinzu kommt oftmals die Herausforderung Emaille oder gar Marmor, Granit oder anderes Gestein. Solche säureempfindlichen Materialien am besten mit einem milden Geschirrspülmittel oder einem Universalreiniger (Redaktionsfavorit) und einem guten Mikrofasertuch reinigen.

Stumpfe Stellen in Emaille oder Kunststoff lassen sich auch mit Wiener Kalk (genau, daher kommt der Begriff „wienern“) polieren – der im Übrigen durch Beimischung von Essig oder Zitronensäure auch sehr gut zur Kalkentfernung auf Metallarmaturen & Co. eingesetzt werden kann. Haben sich Kalkränder auf der Emaille gebildet und reicht die Zeit nicht, sich eine spezielle Emaille-Politur zu besorgen? Dann die Kalkschicht mit einem schräg angesetzten Rundklingen-Skalpell vorsichtig abschaben.

Währenddessen ruhig mal drüber nachdenken, woher die kalkige Stelle kommt. Kann es eventuell sein, dass die Brause nachtropft? Dann könnte auch sie verkalkt sein – Zeit, sie sauer einzulegen. Dazu eine stabile Frischhaltetüte oder einen Gefrierbeutel passender Größe mit Essigreiniger füllen, über die Brause stülpen, oben mit einem Gummiband oder einer Schnur zubinden und so einwirken lassen. Beim Lösen der Konstruktion einen Eimer unterstellen, damit der Essigreiniger nicht auf die emaillierte Duschtasse trifft. Anschließend mit viel Wasser durchspülen.

Zementfugen, Emaille und Natursteine wie Marmor vertragen keinen säurehaltigen Reiniger. Im Zweifel lieber erst mal den PH-Wert testen. Test-Streifen gibt’s in der Apotheke.

Empfindliche Fliesenfugen sollten ebenfalls nicht allzusehr mit Säuren traktiert werden – stattdessen lieber (alkalische) Fugenreiniger verwenden.

Echtglas-Duschkabinen und andere Glasflächen, die durch zu intensives Putzen (Essigsäure) oder durch Unterlassen desselben (Kalkablagerungen) stumpf oder gar leicht korrodiert sind, können mit einer speziellen Glaspolitur bearbeitet werden.

Wer bei der Gelegenheit die Toilette mal von einem anderen Winkel aus betrachtet, registriert eventuell unschöne dunkle Kalk- oder Urinsteinflecken direkt unter dem Spülrand. Das 5K ist auf jeden Fall auch hier einen Versuch wert. Bleibt dieser erfolglos, bitte den Sanitärfachhändler des Vertrauens konsultieren und dort einen speziellen Reiniger mit Salzsäure erstehen – wohl wissend, dass die Oberfläche der Sanitärkeramik dadurch ein wenig offenporiger, sprich künftig leider verschmutzungsanfälliger, wird.

Sonderfall: Schimmel

Wer bei der Inspektion von Fugen und Ecken schimmelige Stellen entdeckt, kann diesen entweder mit verdünnter Salicylsäure (Apotheke) oder einer Mischung aus Peressigsäure und Alkohol oder einem Chlorreiniger zu Leibe rücken. (Bitte die Reiniger nicht mischen, es können gefährliche Dämpfe entstehen!) Alternative bzw. ergänzende Maßnahme für arrivierte Reinigungskräfte: ein Mittel mit EM-Technologie, das die behandelte Fläche durch Besiedelung mit „guten“ Mikroorganismen vor erneutem Befall schützt.

In jedem Fall bei der Schimmelbehandlung bitte unbedingt Handschuhe tragen, den Reiniger möglichst nicht aufsprühen, sondern mit einem Pinsel oder Tuch satt auftragen (oder mit einem darin getränkten Tuch erst abdecken und dann abnehmen – der hier kommt schon komplett im Set). Wer dazu Schutzbrille und Mundschutz trägt, macht sich nicht lächerlich. Denn der Schimmel wehrt sich, wenn man ihn vernichten möchte – und verbreitet noch rasch seine Sporen. (Ja, genau die, die uns hinterher krank machen!)

Komfortabler Frühjahrsputz fürs Reisegepäck: Bei schlauen Trolleys (Hardware) ist das Futter herausnehmbar und darf bei 30° C in die Waschmaschine.

So. Das wars fürs erste … und dürfte für einen Putztag reichen.

Viel Spaß dann in der sauberen Bude – und beim Freunde Einladen, die den frischen Glanz bewundern und wieder neuen Dreck reinschleppen dürfen.

Alternative: Die Tür von außen abschließen und ab in den Urlaub. Mit sauberem Reisegepäck, versteht sich. Denn bei cleveren Trolleys darf das Futter in die Waschmaschine.

Alle Tipps und Mittel sind in jahrelanger Putzerei eigenhändig erprobt – ohne jegliche Art von Gewähr. Daher bitte alles zuvor an unauffälliger Stelle prüfen.