Festival-Survival-Guide – zwischen Hitzewelle und Schlammschlacht
Gummistiefel dürfen mittlerweile bei keinem Festivaltrip mehr fehlen.

Festival-Survival-Guide – zwischen Hitzewelle und Schlammschlacht

Die Temperaturen klettern endlich wieder rauf, einige Festivals haben ihre Line-Ups komplettiert und so langsam stellt sich wieder die Frage, was man alles fürs Party-Wochenende einpackt. Die Festival-Montur muss immerhin eine Bandbreite von Hitzewelle bis Schlammschlacht abdecken. Gar nicht so einfach, da immer die passende Kleidung einzupacken.

Das sind die Festival-Essentials

  • Gegen müde Füße
    Das richtige Schuhwerk ist auf Festivals das A und O. Damit man in der Menge keine blauen Zehen bekommt oder gar seine Sneaker verliert, müssen die Schuhe gut sitzen, den Fuß atmen lassen und bequem genug sein, dass man darin mehrere Stunden stehen kann. Chucks gehen immer – der unschlagbare Schuh für jedes Festival. Sagen die Wetterprognosen Schauer voraus, sollten sich Gummi- oder Lederstiefel im Gepäck befinden. Sandalen oder Flip-Flops haben Festivalverbot, wenn man ein Konzert ohne größere Blessuren überstehen möchte. Auf dem Campingplatz darf man seinen Zehen aber ruhig ein wenig Luft gönnen.
  • Kühlen Kopf bewahren
    Manchmal ist der größte Feind des Festivalgängers die Sonne – hört sich komisch an, ist aber so. Ein paar Stunden vor der Bühne in der prallen Hitze, dazu noch ein paar Bier und zu wenig Wasser – und schnell ist der Spaß vorbei. Darum unbedingt an Kopfbedeckung, Sonnencreme und Sonnenbrille denken – und sich stündlich ein Gläschen Wasser oder ein isotonisches Getränk gönnen.
  • Der Purist gewinnt
    Außer ein wenig Bargeld und einem Personalausweis braucht man nicht viel auf dem Festivalgelände. Deshalb die normale Geldbörse mit Bankkarten und Führerschein am besten im Auto lassen und sich fürs Gelände eine Pocketbörse zulegen. Aus New Cryptan ist die besonders wasserfest und unglaublich strapazierfähig. Und wenn man sie verliert, ist außer ein bisschen Bargeld und dem Ausweis nicht viel futsch. Den muss man dann wieder beantragen. Ähnlich ist es bei Handys: Wenn schon ein Mobiltelefon mit muss, dann tauscht man das geliebte Smartphone übers Festival am besten gegen ein altes Handy mit Prepaid-Karte. Die sind meistens stabiler, und auch hier ist der Verlust nicht so groß, wenn man’s in der Menge verliert.

  • Immer schön trocken bleiben
    Wer schon mal auf einem Festival bis auf die Knochen durchnässt wurde, vergisst sicher nie mehr eine Regenjacke mitzunehmen. Sieht zwar nicht so stylish aus, rettet aber im Notfall die gute Laune. Im Idealfall: ein Poncho oder Friesennerz, denn die halten auch die Hose trocken. Notfallplan: drei Löcher (eins für den Kopf, zwei für die Arme) in einen Müllsack schneiden und diesen mit ein wenig Tape zum Regencape umfunktionieren.
  • Home sweet Tent
    Dass man sich gegen Regen schützen sollte, hatten wir schon. Dabei aber auch ans Zelt und Gepäck denken: Klamotten idealerweise in extra Plastiktüten im Rucksack verstauen. So werden sie bei Regen nicht durchnässt – und müffeln zurückgepackt nach der Sause im Partyzelt nicht das eigene voll. Und für stürmische Tage immer ein paar extra Handtücher mitnehmen. Stylishe Rucksäcke mit genügen Stauraum für ein Festivalwochenende gibt es hier und hier. Sind die Klamotten sicher, noch an die Unterkunft denken: Unters Zelt am besten noch eine extra Plane legen, damit keine Feuchtigkeit von unten ins Zeltinnere durchdrückt. Denn wer möchte schon in einem klammen Zelt nächtigen.
  • …und ich kämpf’ mich durch die Nacht
    Wenn die letzten Akkorde des Headliners verstummt sind, geht für viele die Party auf dem Zeltplatz erst richtig los. Wer keinen Platz mehr auf den ruhigeren Abteilen des Festivals bekommen hat, kann jetzt einen Gehörschutz gut gebrauchen. Und auch wenn die Tage warm sind, kann es nachts im Zelt ganz schnell kalt werden. Eine gute Isomatte oder Luftmatratze und ein warmer Schlafsack sind da Gold wert. Genauso wie eine Taschenlampe und eine Flasche Wasser neben dem Bett. Immerhin will man am nächsten Tag wieder topfit vor der Bühne stehen.
  • Gegen kleinere Blessuren
    Desinfektionsmittel (für die Hände), ein Mittel um Wunden zu reinigen und verschieden große Pflaster sollten bei kleineren Blessuren genügen. Für alle schlimmeren Verletzungen gilt: nicht den Helden spielen und das nächste Sanitätszelt aufsuchen. Eine Brandsalbe und Aspirin dürfen auch in keiner Festivalapotheke fehlen – ebenso wie ein Mittel gegen Durchfall. Warum das wichtig ist, weiß jeder, der schon mal eine Toilette auf einem Festival besucht hat. Denn da will man nicht öfter als irgendwie nötig hin. WC-Sitzauflagen und Desinfektionsspray sind auf jeden Fall ratsam.
  • Be gentle
    Egal ob in der prallen Mittagssonne, im Getümmel vor der Bühne oder auf den Campingplätzen: immer auf andere Festivalbesucher achten – vor allem auf die, denen es offensichtlich nicht gut zu gehen scheint. Jeder ist froh, wenn ihm aus einer misslichen Lage geholfen wird. Und dass man dann gerne hilft, versteht sich von selbst. Auch dass man den Campingplatz sauber hinterlässt, sollte zum guten Ton gehören. Wegen der Entsorgung der riesigen Müllberge werden Festivals jedes Jahr teurer. Also nur mitnehmen, was man auch wirklich braucht. Tipp: Nicht verzehrte Konserven kann man auf vielen Festivals an gemeinnützige Organisationen spenden – das gilt auch für Pfandbecher auf dem Festivalgelände.

Weitere hilfreiche Tipps findet man beim Stöbern durch Festivalforen. Eine umfangreiche Checkliste für Festivalgänger gibt’s übrigens bei Festivalguide. Und wie das Wetter auf den größten deutschen Festivals meist ausfällt, findet sich in diesem (zugegeben nicht mehr ganz aktuellen) Artikel.