Es grünt so grün

Es grünt so grün

Urban Gardening ist ja so was von 2016? Stimmt. Aber auch 2017 wird der Hype bestimmt weitergehen, dieses Bepflanzen und Begrünen von Dachterrassen, Hinterhöfen, Straßenzügen und Flugfeldern, gerne auch im hippen Kollektiv. Oder in der Kommune, wie es die Feinstaubstadt Stuttgart vormacht mit ihren Mooswänden. Kann also auch ganz schön gesund sein, sich drinnen auszutoben – und das auch vertikal. Wandgarten nennt sich das dann, wenn man sich nach den Hamburger Spaß-Hip-Hoppern Deichkind richtet und einen auf „Denken Sie groß“ macht. Es geht aber auch ein bisschen kleiner mit Wandbildern.

Ob groß oder klein, ob natürlich oder künstlich: Das Begrünen von Hauswänden ist auch etwas für Leute, die ihre Bauhaus-Designerbude nicht mit irgendwelchem Gestrüpp verschandeln wollen. Losgetreten hat diesen Trend der französische Botaniker Patrick Blanc, der Häuserfassaden im großen Stil bepflanzte. Für die Wände im Inneren sollten natürlich Pflanzen ausgesucht werden, die Zimmertemperatur vertragen: robuste Farne etwa oder Kletterfeigen oder Philodendron-Arten. Auch manche Moose machen sich sehr gut. Es muss nicht immer ein Platz an der Sonne sein – meist reicht ein halbschattiges Plätzchen.

Gesund und nützlich natürlich auch als Kräutergarten

So eine Wandbepflanzung gibt übrigens nicht nur optisch was her, sondern ist auch gut fürs Raumklima, reichert die Luft mit Sauerstoff an, filtert Schadstoffe, dämpft Halleffekte und ist besonders dann nützlich, wenn es sich um einen Kräutergarten handelt. Das geht nämlich auch innen und vertikal. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt – preislich ebenso. Bei den Spezialisten von stylegreen kann so ein Quadratmeter bis zu 700 Euro kosten. Auf der unteren Seite der Skala gibt es zum Beispiel den Allroundanbieter Pearl, bei dem ein Wandbild schon ab 19.90 Euro zu haben ist. Dabei handelt es sich dann um sogenannte Sukkulente auf Sand, also Kakteen und Co., die keine Bewässerung brauchen. Manche Fertigsysteme arbeiten auch mit Substrat oder Steinwolle.

Wichtiges Prinzip: do it yourself

Denn bei allem Spaß an der Freud: So ganz ohne sind größere Wandsysteme nun auch nicht. Im Extremfall sollte man sogar schon beim Bau seines Hauses daran denken und ein Versorgungssystem für die Pflanzenwelt einbauen – mit wasserdichter Dämmschicht, eigenem Wasseranschluss oder Schlauchsystem zum Berieseln. Ein guter Kompromiss könnte vielleicht eine Karoo Box sein, die aus verschiedenen Modulen besteht, mit Blumenerde versehen ist und sich auch einigermaßen leicht selbst montieren lässt. Schließlich geht es doch gerade beim Urban Gardening weniger um Bonzen, die sich einen eigenen Gärtner leisten, sondern sollte – ob outdoor oder inside, ob individuell oder im Kollektiv – das Do-it-yourself-Prinzip im Vordergrund stehen.