Immer passend gekleidet mit dem Dresscode-Guide
Smart Casual, Business Attire, Black Tie … oder gar Come as you are? Nur eines sollte man tunlichst unterlassen: es übertreiben.

Immer passend gekleidet mit dem Dresscode-Guide

Notizen einer Eventmanagerin: Das bedeutet der Dresscode auf der Einladung.

Im Moment erstellen wir eine Agenda für ein mehrtätiges Event. Dazu gehört natürlich auch der Dresscode. Schließlich muss man ja wissen, was einzupacken ist, und entsprechend ist dann die Größe des Trolleys auszuwählen.

Ganz früher habe ich einfach mal den jeweiligen Begriff – also beispielsweise „Smart Casual“ oder „Black Tie“ – genannt, woraufhin mein E-Mail-Postfach explodierte und zeitgleich das Telefon unablässig klingelte. Denn eigentlich weiß keiner so genau, was unter welchen Begriffen zu verstehen ist. Glücklicherweise ist niemand von uns jemals aufgrund falscher Kleidung aus einem Hotel oder einer Location geflogen. Daher hier mal unsere Erfahrungen in Sachen Dresscode.

Casual

Wörtlich übersetzt heißt das „zwanglos“. Aber hei, was ist „zwanglos“? Für unsere Azubine ist das ein bauchfreies Top zu Jeans mit Cut-Outs. Würde sie damit beim Team-Event eines großen Kunden auflaufen, würde sie einen Tag unbezahlten Urlaub bekommen. Und einen Rüffel meinerseits. Denn man sollte immer dran denken: Morgen geht man vielleicht Gehalts- oder Vertragsverhandlungen ein. Ich persönlich finde ja immer, dass das Wissen um ein Bauchnabel-Piercing, ein sehr persönliches Tattoo oder weiße Stachelbeerwaden eine schlechte Verhandlungsbasis ist. Also: moderat bleiben. Oder: Womit wäre die Erbtante einverstanden?

Smart Casual

Eine Katastrophen-Wortschöpfung: schick-zwanglos! Wer denkt sich so was aus? Auf Nummer sicher geht man, wenn man keine oder eine nigelnagelneue, superdunkle Jeans trägt. Die Herren sollten ein Oberteil mit Kragen wählen. Für alle Fälle ein Jackett mitnehmen. Mädels: Das Sommerkleid muss schon eleganter sein. Der Rock sollte die Knie erreichen.

Business Casual

Für die Herren schon mal Entwarnung: Krawatte muss nicht sein. Sicherheitshalber rate ich immer: Krawatte aufgerollt in der Jackett-Tasche mitführen. Man weiß ja nie…. Heller, legerer Anzug oder Kombination sind perfekt. Das Hemd sollte langärmlig sein. Für die Damen gilt: Stellt Euch einfach vor, ihr seid auf einer Schickimicki-Nachmittags-Gartenparty eingeladen.


Business Attire

Jetzt muss der dunkle Anzug mitsamt Krawatte zum langärmligen Hemd und Lederschuhen her. Mädels: Ich würde auf den Anzug verzichten und dafür ein Kostüm oder Etui-Kleid mit Blazer und High Heels tragen. Nackte Beine, Miniröcke und zuviel Dekolleté sind ein No Go! Hier gibt’s keine Kompromisse. Hier geht’s um Geld, Macht und Einfluss!

Black Tie

Die Königsdisziplin. Schwarzer Anzug ist das mindeste. Dazu eine schwarze Krawatte mit weißem Hemd. Aber Achtung, die Herren: Werft ihr euch in einen Smoking, dann muss es eine schwarze Fliege sein. Mädels, heute ist die Nacht der Nächte … und das lange Abendkleid aus feinem Zwirn kommt zum Einsatz. Ein Cocktailkleid (knielang) aus Seide ginge auch noch, aber da muss man die erfahrene Gala-Abend-Besucherin sein. Eure Leonhard Heyden Businesstasche muss ausnahmsweise mal zu Hause bleiben. Stattdessen klemmt ihr euch eine Clutch oder eine schicke Langbörse unter den Arm. Jungs: Wehe, ihr stopft euren Geldbeutel in die Hosen- oder Anzugstasche oder in die Unterarmtasche der Dame. Holt Euch die Minischeintasche oder die Geldklammer. Mehr braucht es nicht.

Ganz fies ist es, wenn da einer schreibt: „Come as you are“. Ernsthaft? Wenn ich an dem Tag grad meinen Wellness-Tag habe, dann wäre das der Bademantel. Der Kollege käme in Radlerhosen mit Helm, die Kollegin mit Sonnenhut und Gartenschere. Und der Chef kommt womöglich direkt aus der Sauna. Bevor wir zuviel Bilder im Kopf haben: „Come as you are“ ist im Zweifelsfall immer „Business Casual“.

Am Ende des Tages zählt aber nur eins: Macht was draus und habt Spaß!