Der Rest ist für Sie

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Stilvoll bezahlen – oder: Die Verpackung macht den Unterschied

Die rosa gebratene Rehkeule mit Steinpilzrahm und Backpflaumen war sensationell und der tiefrote Brunello di Montalcino rundete das nahezu perfekte Gericht wunderbar ab. Die Gesprächsthemen des Abends waren ausgezeichnet gewählt, bereichernd und humorvoll. Jetzt noch ein kräftiger Espresso und dann bitte die Rechnung – die gentlemanlike übernommen wird. (Selbstverständlich mit einem angemessenen Trinkgeld. Bis zu einem Rechnungsbetrag von 100 € gilt die 10-%-Regel – je höher der Betrag, desto eher kann sich der Tip in Richtung 5 % bewegen. Wobei grundsätzlich gilt: Unzufriedenheiten mit Küche oder Service sollten höflich verbal kommuniziert und keinesfalls mit zu wenig Trinkgeld abgestraft werden.)

Solcherart gerüstet, fehlt also nicht mehr viel, um die Begleitung gebührend zu beeindrucken. Wäre da nicht dieses ausgebeulte, abgenutzte Portemonnaie, das eindeutig zu viele ungenützte Kundenkarten und alte Tankquittungen beherbergt. Das hätte sich leicht verhindern lassen können, wäre man nur mit dem richtigen Handwerkszeug ausgestattet gewesen. Abgesehen davon, dass das Bezahlen im Restaurant ja per se ein leicht vulgärer Vorgang ist, dem kann eine hochwertige Geldbörse zumindest ein Minimum an Eleganz verleihen.

Der Geldbeutel – das unterschätzte Accessoire

Sagen wir es mal wie es ist: Das Portemonnaie wird leider oft als Gebrauchsgegenstand missverstanden. Obwohl es – neben Sonnenbrille und Armbanduhr – zu den wenigen Accessoires zählt, deren Benutzung in der Männerwelt nicht nur allgemein anerkannt ist, sondern das auch von gutem Stil zeugen kann. Während bei Brille und Uhr wohl aufgrund ihrer körpernahen Trageweise auf Wertigkeit und Design geachtet wird, bleibt das Portemonnaie ein Stiefkind. Es soll zwar viel Geld beinhalten, aber nicht viel Geld gekostet haben. Dabei achtet gerade die Damenwelt oftmals sehr genau auf Marke und Zustand des männlichen Geldgebers.

So zahlt der Mann von Welt

Ob die Wahl auf ein klassisches Portemonnaie aus Leder (sicherheitshalber besser mit RFID Protect) eine edel gearbeitete Kombischeintasche mit Riegel oder eine ausgefallene Wiener Schachtel fällt, ist Frage des persönlichen Geschmacks. Lediglich auf hochwertige Materialien und eine gute Verarbeitung sollte man achten. Die Farbe des Portemonnaies muss auch nicht zwingend auf die Farbe der Schuhe abgestimmt sein.

Am besten packt man die Geldbörse nicht unnötig voll und beschränkt sich auf die Karten, die man am häufigsten in Gebrauch hat. Von dick gepackten Portemonnaies, die jede Tasche ausbeulen, sollte man Abstand nehmen. Stilecht: schwarze, flache Scheintasche, mit Platz für vier Karten.

Absolute No-Gos – hier sinkt das Niveau ins Bodenlose

Auch wenn die Nylonbörse mit dem eingestickten Emblem des Bundesliga-Clubs XY bedingungslose treue und Leidenschaft signalisieren soll: Sie ist schlichtweg für den modernen Gentleman absolut unangebracht. Spätestens wenn der eingenähte Klettverschluss ratscht, sollte mit der Vereinsliebe Schluss sein, denn hier nimmt sicher jede Dame Reißaus.

Ähnlich verhält es sich mit Geldklammern: In den Vereinigten Staaten eine gängige Aufbewahrungsmöglichkeit für die monetären Mittel, wirkt es in Europa eher befremdlich, mit einem dicken Bündel Geld im Restaurant herumzuwedeln. Hier lieber auf ein Portemonnaie zurückgreifen, das die Klammer schon integriert hat. Vorteil gegenüber einer normalen Geldklammer: Schützt vor neugierigen Blicken. Das Kleingeld trägt man entweder lose in der Hosentasche oder im integrierten Münzfach mit Druckknopfverschluss.