Apps für Kinder – pädagogisch wertvoll!

Apps für Kinder – pädagogisch wertvoll!

„Stadt, Land, Fluß“ (ja damals noch mit ß) oder „Schiffe versenken“ – Spiele aus der Zeit als die Eltern von heute noch Kinder waren. Und vor allem: dies lange bleiben konnten. Mittlerweile sieht es anders aus: Zum einen müssen Kinder heute möglichst früh, möglichst schnell fit für die Zukunft werden. Zum anderen wird die Spielewelt zunehmend digital. Brett- und Kartenspiele oder Puzzles analog? Nebensache! Besonders beliebt hingegen sind Apps – mit Spielen jeder Art, für Kinder jeden Alters.

Gestern gleich heute

Trotz alledem bleibt alles beim Alten – in einem Punkt. Wie früher ihre Eltern entscheiden auch die Kinder von heute gern selbst, womit sie ihre freie Zeit verbringen. So kann entgegen ihrer Qualität nicht jede lehrreiche App halten, was sie verspricht. Falls das Lernen zu sehr im Vordergrund steht und damit die pädagogischen Absichten für Kinder zu durchschaubar sind. Gefragt sind daher auch im App-Bereich „(Lern)Spiele“. Solche Apps machen einen guten Job: Sie vermitteln den Kids ganz nebenbei soziale sowie fachliche Fähigkeiten oder verstärken diese. Eben wie bei „Stadt, Land, Fluß“ oder „Schiffe versenken“, bei denen die Kinder von anno dazumal sozusagen im Vorbeigehen ihren Wortschatz erweiterten oder sich mit den Grundzügen des Koordinatensystems vertraut machten.

Lob der Technik

Abgesehen von dieser kindgerechten Qualität können Apps für Kids noch eine lernfördernde Technik besonders gut zur Geltung bringen – Story Telling. Diese Technik, unter anderem in der Wundertütenwelt der Werbung angewandt, bedeutet: Fakten in Geschichten einzubinden. Und sie so erlebbar und, wie Neurowissenschaftler einstimmig bestätigen, besser erinnerbar zu machen. Das gelingt mit Apps besonders gut. Diese können zwar nicht wie ihre analogen Vorläufer zur Unterstützung von Geschichten haptische oder räumliche Elemente wie Pop-ups oder andere 3-D-Spielereien einsetzen. Dafür schöpfen sie aber aus dem vollen Fundus der Multi-Media-Möglichkeiten – von suggestiven Bewegt-Bildern über die ganze Bandbreite der Akustik bis hin zur direkten aktiven Einbindung des mit der App spielenden Kindes.

So weit der Hintergrund. Und nun gehen wir das Thema ganz von der praktischen Seite an: Erstens, mit ein paar klaren Kauf- und Downloadempfehlungen – Apps, die uns besonders positiv aufgefallen sind. Zweitens, mit Tipps, was beim Kauf von Apps für Kids grundsätzlich zu beachten ist.

Kaufen oder nicht kaufen? Keine Frage!

  • Hier kommt die Maus!
    Wir haben sie selbst schon als Kinder geliebt: Die Sendung mit der Maus! In der kostenlosen App zur Sendung kann man nicht nur die letzten Folgen anschauen und anhören, sondern auch kleine Spiele spielen und viel selber entdecken.
  • Lesestart für Kids
    Ein Wirbelsturm hat das Bücherregal des Kängurus durcheinandergebracht. Um Ordnung in das Chaos zu bringen, müssen die Bücher gelesen werden. Die Geschichten zum Vorlesen und Anhören regen zum Lesenlernen an. Die vielen Mini-Spiele in der kostenlosen App sorgen für Abwechslung.
  • Mit Logik durchs Weltall
    Die App stellt das logische Denkvermögen auf die Probe: Wohin bewegt man die Figur, die Gegenstände und Hilfsmittel und in welcher Reihenfolge, um die lustigen Figuren durchs Weltall zu rollen?
  • Englisch für Kinder
    In dieser App führen Conni und Tom Kinder an die englische Sprache heran und bringen ihnen spielerisch erste englische Wörter und Sätze bei. Dafür erhalten die Kids Belohnungen, mit denen sie ihre eigene Burg bauen können.
  • Spielerisch Lernen
    Mit „Calli Clever“ können Kinder mit vielen verschiedenen Spielen Grammatik und Rechtschreibung, Mathematik, Englisch und vieles mehr lernen und üben. Das geht sowohl im Browser am PC, aber „Calli Clever“ gibt es auch kostenlos im Appstore!

Viele weitere tolle Apps für Kinder findet ihr zum Beispiel hier.

Überfordern: nein. Unterfordern ebenso.

Das Spielverhalten von Kindern unterscheidet sich nicht groß von dem Erwachsener (sieht man großzügig von gelegentlichen Tobsuchtsanfällen und/oder Motzereien der Kids ab, wenn sie bei einem Konkurrenzspiel den Kürzeren gezogen haben). Das bedeutet: Apps altersgerecht auswählen. Fühlt sich ein Kind überfordert, reagiert es frustriert. Wird es unterfordert, langweilt es sich. Wie so oft geht es darum, das richtige Maß zu finden. Und darin haben Eltern ja schon ein bisschen Übung, oder?

Kleine Picassos sind keine kleinen Einsteins. Und umgekehrt.

Was gibt es Schöneres als Kinder, die sich mit Eifer einer Sache widmen? Die Freude darüber ist bei manchen Eltern geteilt. Weil zum Beispiel die Neigung des Sprösslings nicht zum Kid-Karriereplan im Kopf der Eltern passt. Aber Kinder umdrehen, geht immer schief. Ohne Apps, mit Apps und sonstwie. Also besser, Kindern Apps schenken, die zu ihren Interessen passen. Und nicht zu den eigenen.

Es gibt viele Apps. Es gibt auch viel anderes.

Apps sind nicht die Welt. Und sollten genau wie Fernsehen kein Mittel sein, um Kinder ruhig zu stellen. Vielmehr gilt es immer, auch den natürlichen Bewegungsdrang von Kindern zu unterstützen. Und der beschränkt sich halt nicht darauf angesichts einer aufregenden App mit den Augen zu zwinkern und dabei übers Tablet zu wischen. Das kann zum Beispiel heißen: Kind und Kegel einpacken, raus in die Natur und ein onlinefreies Wochenende verbringen.