Achtung, Spinnenalarm!
Haben die meisten nicht gerne in den eigenen vier Wänden: Spinnen.

Achtung, Spinnenalarm!

Urban Legends sind so alt wie die Menschheit, na, oder sagen wir, so alt wie die Städte – vorher hießen sie halt Country Legends. Die berühmteste dieser kleinen Horrorgeschichten ist wohl die Spinne in der Yucca-Palme. Die hat schon lange bevor es dieses Internet gab die ganze Welt erobert. Dieser Tage aber verbreitet sich einmal mehr eine andere Spinne im, höhö, Netz: die Hauswinkelspinne. Und das nur, weil sie groß, hässlich und bissig ist. Vielleicht wird wie alle Jahre wieder auch die Zeitung mit den großen Buchstaben Aufklärungsarbeit leisten. So wie in 2017 mit dem Titel: „Die Herbst-Invasion der Hauswinkelspinnen!“

Tatsächlich kann man derzeit die eine oder andere Vertreterin dieser Gattung, die mit ihren Beinen einen Umfang von mehr als zehn Zentimetern erreichen kann, sichten. Richtig schlimm ist das aber eigentlich nur für Arachnodingens, ähm, Phobiker, von denen es anscheinend ziemlich viele gibt.

Die Weibchen wollen Eier ablegen

Also, was hat’s auf sich mit dieser haarigen Angelegenheit? Nicht immer sind sich die Experten einig. Oft liest man zwar, das herbstliche Wetter treibe die Spinnen jetzt nach drinnen. Auch die Suche nach Weibchen. Und die wiederum die Suche nach einem Platz für die Eiablage – nicht zu kalt, nicht zu trocken. Schlupfwinkel gibt es in Kellern, Garagen, Gartenhäusern oder auch Badezimmern. Manche Experten sagen aber auch: Keine Sorge, die Spinnen kommen im Herbst gar nicht ins Haus – sie waren schon immer da! Man sehe sie jetzt nur vermehrt, wenn sie ungeschickt runterplumpsen und mit ihren zarten Beinchen glatte Flächen wie denen von Waschbecken oder Badewannen nicht hochkommen.

Die Beute wird zu Brei aufgelöst

Jedenfalls ist die Hauswinkelspinne sehr nützlich, weil sie lästige Insekten verputzt beziehungsweise wie wurde es bei „T-online“ appetitlich beschrieben? „Blitzschnell kommt sie aus ihrem Trichternetz hervor und injiziert der Beute durch einen Biss ein lähmendes Gift. Dieses löst den Fang im Inneren zu einem Brei auf, den die Spinne dann aufsaugt.“ Den Menschen beißt die Spinne übrigens nur, wenn sie sich bedroht fühlt. Das fühlt sich an wie ein Nadelstich und ist ansonsten harmlos.

Wer jetzt trotzdem nicht so richtig Lust auf diese Art von Hausgenossen bekommen hat – es sind auch wieder ein paar wertvolle Tipps unterwegs:

  • Die Spinnen nicht wegsaugen. Entweder werden sie dabei gar nicht getötet und könnten aus dem Rohr kriechen und sich rächen. Oder sie verenden elendig, verwesen im Sauger und sondern Gase ab, die Allergien auslösen können.
  • Also lieber fangen, vielleicht nicht mit der bloßen Hand, sondern ganz klassisch Glas drüber, Postkarte drunter – und rüber zum Nachbarn mit dem Biest.
  • Am besten aber die Hauswinkelspinne erst gar nicht in den Hauswinkel reinlassen. Was sie nicht so mag: Lavendel- oder andere ätherische Öle, auch das von Zitrusfrüchten oder Pfefferminze.

Und was tut sich in der Yucca-Plame?

Ach, und noch was. Beim Gießen der Yucca-Palme aufpassen und auf seltsame Geräusche achten. Bei der Schwester einer Bekannten aus Basel war das so, dass sie lieber mal die Polizei rief. Die kam sicherheitshalber in Schutzanzügen und nahm die Palme mit. Die Frau hatte Glück, denn eine ganze Vogelspinnenfamilie hatte sich eingenistet. Und wie war das eigentlich mit dem kleinen Mädchen, das in die Wange gebissen wurde? Platzte die Beule nicht eines Tages auf und heraus kamen … Uaaahh!!!