Abgefahrene Eissorten
Vanille, Schoko, Erdbeere? Langweilig! Wie wär's denn mal mit einer Kugel Champagner- oder Tomate-Mozzarella-Eis?

Abgefahrene Eissorten

„Banane-Trüffel-Eis“ ist eine der neuesten Kreationen des verrückten Eismachers  aus München. Ob er damit viele Eisliebhaber glücklich machen wird, bleibt fraglich. Aber Inhaber Matthias Münz liebt es einfach, neugierige Schleckermäuler mit ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen zu überraschen und auch zum Lachen zu bringen – und offeriert unter anderem Kassler mit Sauerkraut, Olivenöl oder Köttbullar als Eis. Deshalb ist er wohl eine der beliebtesten Adressen in Deutschland, wenn es um ausgefallene Eissorten geht. Eis des Jahres 2019 wurde eine seiner ausgefallenen Sorten trotzdem nicht. Stattdessen wurde in diesem Jahr die Sorte „Bienenstich“ zum Sieger gekürt.

Und das soll schmecken?

Allein ist der verrückte Eismacher mit seiner Passion allerdings nicht. Giovanni Lasagna zum Beispiel ist zweimaliger Eis-World-Cup-Sieger, beliefert das spanische Königshaus mit seinen Kreationen und hat neben einigen Filialen in Deutschland mittlerweile Niederlassungen in Singapur oder Saudi Arabien. Auf seiner Karte findet man neben den Sorten Erdnuss-Chilischokolade und Orange-Ingwer-Kokosnuss auch Piña Colada oder Strawberry Margarita als alkoholische Varianten. Natürlich nur für Erwachsene. Und wo wir gerade beim Alkohol sind: Die Biermarke Tannenzäpfle kommt zwar aus dem Schwarzwald, wird aber in Berlin von der Gelateria Mos Eisley auch gerne mal als Bier-Sorbet angeboten – natürlich komplett vegan. Wem’s schmeckt … Wir bevorzugen den Gerstensaft ja in flüssiger Form.

Aber zurück zum Eis. Für spezielle Geschmäcker hat auch die Eismanufaktur Zeitgeist in Mannheim was Besonderes auf Lager und fordert die Geschmacksknospen mit Hanfsamen- oder Kürbiskernöl-Eis. Das Highlight im Saarbrücker Eiscafé Favretti ist das Maggi-Eis – nach Wunsch getoppt mit Tomate, Basilikum und Salzcracker. Unglaublich, was sich mancher Gelatiere einfallen lässt, um die Kundschaft zu verblüffen und zu begeistern. Möhre-mit-Nuss oder Birne-Parmesan sind da noch die gefälligeren Sorten. Mutigere schlecken an Balsamico-, Spinat-, Rosmarin- oder Meerrettich-Eis. Schaut man mal über unsere Landesgrenzen hinaus, geht es sogar noch kurioser.

Schlimmer geht immer

Einer der Hauptbestandteile des japanischen Basashi-Aisu ist neben Vanilleeis rohes Pferdefleisch – ja, richtig gelesen: Pferdefleisch. Wem das noch nicht reicht, der darf sich in Asien gerne an Eissorten wie Tintenfischtinte oder Braunkohle laben. Ach ja, und in London wurde vor einigen Jahren noch ein Eis mit dem klangvollen Namen Baby Gaga angeboten. Das war aus menschlicher Muttermilch hergestellt. Nachdem das Dessert von der Lebensmittelbehörde im Vereinigten Königreich vorübergehend aus dem Verkehr gezogen wurde, kam im letzten Jahr eine weitere Version mit dem Namen Royal Baby Gaga auf den Markt – zu Ehren der Geburt des zweiten Kindes von Prinz William und Herzogin Catherine. Ob die Queen darüber amused war, lässt sich an dieser Stelle nicht sagen.

Dann eventuell doch lieber eine Kugel Gänseleber-, Ochsenzungen- oder aphrodisierendes Viagra-Eis? Genug jetzt! Bevor wir uns jetzt komplett im Dschungel der Kuriositäten verlaufen und den Sommer aus purem Grauen ganz ohne Eis verbringen, gehen wir lieber wieder back to Basic: Bitte eine Kugel Zitrone – ganz ohne Schnickschnack.