Urlaub mit Kleinkind

Urlaub mit Kleinkind

„Ist das überhaupt Erholung?“ Das habe ich mich mit Freundinnen beim Kaffeeklatsch gefragt, die allesamt noch nicht wirklich mit Kind im Urlaub waren (oder es schon wieder verdrängt haben). Es ist, sagen wir: anders. Nicht „Urlaub“ in dem Sinne, wie es sich Kinderlose vorstellen. Oder ich, bis noch vor ein paar Wochen. Es kann Erholung sein, ist aber schwer. Und „Erholung“ wird von Mamas sowieso nach der Geburt ganz neu definiert.

„Na, toll“, denken sich jetzt die, die nur kurz überfliegen wollten, „das war wohl die schwammigste Aussage des Jahres.“ Aber anders kann ich es leider nicht beschreiben, deshalb erzähle ich euch einfach einen Schwank aus unserem Urlaub.

Erster Flug mit Kind: Check

Nachdem wir Mika mitten in der Nacht aus dem Bett gerissen und zum Flughafen kutschiert hatten, hat er beinahe den ganzen Flug verpennt und war sehr brav. Im Gegensatz zu dem Kleinkind in den hinteren Reihen, das seinem Unmut 4,5 Stunden lang Luft machte. Arme Eltern. Aber die zwei Damen, die uns schon vor dem Boarding mit den Worten „Für so einen Schreihals haben wir gar kein Verständnis“ begrüßten und im Vorbeigehen an unseren Sitzplätzen noch ein „schnell weiter, weit weg vom Gebrüll“ vor die Füße warf, hatten es mehr als verdient: Sie saßen nur zwei Reihen vor dem schlecht gelaunten Jungen.

Nachdem ich aber vor lauter Begeisterung über meine – dank Sonnengelb leicht zu findenden – Koffer auf dem Laufband den Buggy vergessen hatte, verging mir kurz das Lachen. (Es lohnt sich aber wirklich, auffällige und robuste Koffer zu kaufen!) Das Pärchen am Schalter neben mir war genauso ärgerlich über ihren zerstörten Koffer wie ich über meine Blödheit, den wichtigen Buggy auf dem Gepäckband zu vergessen.

Mietwagen und Kindersitz: Check

Wundervolle Qualität, die einem da geboten wird. So wundervoll, dass Mika generell gebrüllt hat, sobald wir irgendwo hinfuhren. Vom Norden der Insel Fuerteventura bis in den Süden ist man gut und gerne mal 3,5 Stunden unterwegs. Vor allem, wenn Oma und Opa weder ortskundig noch gelehrig sind. Mann, wie sehr habe ich unseren Papa als entspannten Fahrer im Urlaub vermisst.

Strand, Meer und Pool: Check

Ganz schön furchteinflößend, so eine Pfütze im Garten. Da kommen gleich die Horrorbilder hoch und man stellt sich sein Kind ertrunken (!!!) im hauseigenen Pool vor. Ja, ich habe keine Ahnung, warum man so etwas tut.

Aber der Opa wurde eingespannt, was das Zeug hielt – und deshalb konnte Mama sogar mal entspannen. Denn sandeln, Wasser von Eimer in Gießkanne und über Opas Kopf geht auch ohne sie :o) Der Riesen-Sandkasten war das absolute Highlight und das Paradies für meinen kleinen Mann.

Ernährung im Urlaub (!) mit Oma und Opa (!): Check

Was soll ich sagen: Zucker, Zucker, Zucker. Geduld, Geduld, Geduld. Es sind eben die Großeltern und es ist ja immerhin der Urlaub. Wir sind noch dabei, ihm all das wieder auszutreiben.

Ohne Mann ist es aber tatsächlich schwer, da man immer alleine wickelt, füttert, Verantwortung hat, tröstet, ins Bett bringt, die Nächte durchmacht … Und dann all das nicht in den eigenen vier Wänden. Beschränkter Platz, falsches Bett, anderes Klima, Zeitumstellung (da reicht bei Kindern selbst eine Stunde) usw.

Also: natürlich war es anstrengend, mehr oder weniger hochschwanger mit Kleinkind und teilweise unbeholfenen Großeltern ohne Mann eine ganze Woche durchzuhalten. Aber die Wärme, keine Haushaltspflichten, kein Zeitplan, keine Arbeit und die wundervolle Natur mit dem tollen Essen taten mir trotzdem gut.

Und doch war ich unglaublich froh, wieder daheim zu sein. Denn wenn man daheim auch wirklich DAHEIM ist, braucht man gar nicht wirklich Urlaub :o)