Spielend lernen und lernen zu spielen
„Das Spiel mit dem Eis“ wurde vom Kosmos Verlag für Scouty entwickelt.

Spielend lernen und lernen zu spielen

Das Erste tun meine Kinder. Ziemlich gerne, ziemlich engagiert und talentiert. Und das Letzte versuche ich. Eher mäßig engagiert und minimal weniger talentiert.

„Mama, spiel mit mir das Spiel mit dem Eis“, schallt es aus dem Wohnzimmer … und ich ziehe eine Schnute und überlege, wie gern ich Wäsche zusammenlegen würde … Eigentlich habe ich noch nie gerne gespielt. Mein großer Bruder hat immer gewonnen und generell war mir alles immer zu hoch und zu schwer. Danke, Pascal.

Jetzt verstehe ich die Spiele wenigstens. Immerhin ein Vorteil. Beim Spiel mit dem Eis geht es eigentlich nur am Rande um Eis. Es heißt eigentlich ErdBär und RäuBär. Allerdings gibt es im Spiel auch einen EisBären – und der isst am liebsten Eis. Das erinnert dann ganz wunderbar daran, dass man sofort nach dem Spiel ein Eis essen muss. Das spielt meinem gewitzten Dreijährigen absolut in die Hände – erklärt er mir doch täglich mit todernster Miene: „Wenn ‚…‘, (hier bitte eine willkürliche Situation einsetzen) muss man IMMER ein Eis essen.“

Ich setze mich also zu dem großen Bruder und der kleinen Schwester, die den Kopf des BlauBären schon in der Hand hat, und helfe, alles vorzubereiten, damit die beiden ihre Bären zusammenwürfeln und -puzzeln können.

Juhu – alle Bären sind fertig! Da haben sich die beiden Spieler das Lieblingsessen des Eisbärs redlich verdient … (Spiel: Kosmos Verlag)

Mika liebt das Spiel – und übt so nebenher die Farben und auch die Körperteile. Auf die Art lernen meine beiden noch dazu … und ich muss mich nicht so ärgern, wenn ich auch nach dem 10. Mal würfeln noch immer keinen Arm oder Bauch gewürfelt habe. So bleibt mein Bär eben unvollständig, während Mika schon den zweiten zusammensteckt.

Das Tolle ist, ich kann den Schwierigkeitsgrad selbst wählen und entweder mit den Kindern puzzlen oder, wenn es wirklich schwer sein soll, kann der gewürfelte RäuBär auch schuld daran sein, dass ich verschiedene Teile meines Bären wieder abgeben muss.

Solche nicht in Stein gemeißelten Regeln mag ich, da kann ich flexibel spielen und muss mich nicht an die Regeln von Pascal halten. 😉 Vielleicht stelle ich dem Onkel das Spiel mal vor.

Dem Gehirn der Kinder tut es jedenfalls sehr gut, es gibt eine Menge zu lernen und dauert auch nicht zu lange. Die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder ist nämlich auch nicht so lang – und wenn ich sie überfordere, setzen sie sich am Ende zum Spielen genauso ungern hin wie ihre Mama.

Denn natürlich spielen Kinder ständig. Ich bin ein Teil davon, auch wenn ich gerade mal nicht mit am Tisch sitze und Bären puzzle. Beim Kochen und Autofahren, beim Wäsche-Waschen und Spazierengehen … Die Kinder lernen unentwegt, beginnen, die Welt zu verstehen, erweitern ihren Horizont, werden kreativ und entwickeln ihre geistigen Fähigkeiten.

In der Ausbildung haben wir gelernt, dass sich das spielerische Verhalten anfangs jährlich verändert und mit dem Alter immer komplexer und anspruchsvoller wird. Elli entdeckt mit ihren 1,5 Jahren noch ihre direkte Umgebung, sich selbst und die Hand-Augen-Koordination. Sie lernt Zusammenhänge wie „wenn ich etwas nicht mehr sehe, ist es nicht verschwunden“.

Mika spielt mit seinen 3 Jahren viele Rollenspiele. Damit übt er soziale Kompetenz und wie es funktioniert, auf andere eingehen zu müssen.

Er probiert Verhaltensweisen aus, plappert uns nach, übt unsere Körperhaltung und Mimik und bringt uns damit verdächtig oft zum Lachen oder auch zum Nachdenken. Bekommt man als Elternteil sein eigenes Verhalten so extrem gespiegelt, überdenkt man es doch eher als sonst 🙂

Ganz wichtig für die geistige Entwicklung ist bei den Kindern echtes Interesse. Nur so bleiben die gelernten DInge nachhaltig in Erinnnerung. Deshalb arbeite ich sehr daran, dass ich auch wirklich gerne Ja sage, wenn die Kinder mich darum bitten, dies oder jenes mit ihnen zu spielen. Denn der Spaß am Spielen sorgt für positive Emotionen, und diese verankern die damit verbundenen Erfahrungen fest im Gehirn.

Dann freue ich mich, dass ich nicht die Wäsche zusammengelegt habe und gebe den beiden Rabauken endlich ihr Eis …

Dieser Beitrag ist mit freundlicher Unterstützung des Kosmos Verlags entstanden.
Dort gibt es das Spiel vom Erdbär und Raubär und andere tolle Scout Lernspiele.