Ranzenputz
Saubere Sache! Schulranzen: Scout.

Ranzenputz

Das große Schuljahres-Halbfinale: die Renovierung des Schulgepäcks.

Alle Jahre wieder landet der Schulranzen für ein paar Wochen in einer dunklen Ecke. Je nach anerzogener Disziplin entweder vom Kind mehr oder weniger sorgfältig ausgeräumt oder – mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit – in dem Zustand, in dem die letzte Schulstunde vor den Ferien absolviert wurde. Also gut ausgestopft mit exzessiv gebrauchten Taschentüchern, angebissenen und wieder weggepackten Müsliriegeln, Bananenresten und einer hermetisch verriegelten Brotdose, in der sich in den kommenden Wochen ein kleiner Kompost entwickelt. Wenn man als Erziehungsberechtigter nicht vehement dagegensteuert. Zugegeben – pädagogisch kommt dies eher einer Kapitulation gleich, zum Werterhalt des Schulgepäcks tragen solche Maßnahmen jedoch mehr bei als alles, was das Kind während des Schuljahres bewirken kann.

Also: Zunächst die ca. 4,5 Kilogramm Schulmaterialien sorgfältig entnommen und als Mahnmal gestapelt direkt auf das (sicherlich schon am selben Abend als vermisst gemeldete) Tablet gelegt. Dann die diversen Unterhaltungskomponenten (Star-Wars-Devotionalien, zerknautschte Paninibilder, Gummispinne, Furzkissen etc.), Schüleretui und Schirm beiseite gelegt. Die Trinkflasche entleert, die Brotdose von Resten befreit … und das Duo sofort in die Spülmaschine überführt.

Ein Blick in den nun fast leeren Ranzen offenbart: Krümel. Kaugummipapiere. Sand. Sand? Vermutlich den After-School-Partys auf dem Spielplatz zu verdanken. Also entweder Richtung Staubsauger. Oder in den Garten. Ausschütteln. Im erbarmungslosen Tageslicht zeigen sich auch diverse Schmutzspuren im Gewebe. Die gute Nachricht: In der Regel lassen sie sich mit einem feuchten (Mikrofaser-)Tuch oder Schwämmchen entfernen. Wenn ein Reinigungsmittel gebraucht wird, dann unbedingt ein mildes ohne bleichende Stoffe – wäre doch schade um das schöne Dessin. Auch bei der Sicherheitsausstattung ist Vorsicht geboten: Hier nur mit einem feuchten weichen Tuch ran – alles Scheuernde kann Spuren hinterlassen und die reflektierende Oberfläche beschädigen.

Größere Malheure wie ausgelaufene Obstsäfte oder Kakaopfützen (hatten wir nicht genau dafür die gute Trinkflasche angeschafft?) erfordern einen Umzug ins Bad. Dann wird der Schulranzen komplett mit einem in mildes Reinigungsmittel getauchten Schwamm eingeschäumt und anschließend abgeduscht. (Eine gute Gelegenheit, um gleich mit einem sich hartnäckig haltenden Gerücht aufzuräumen: Nein, der Schulranzen sollte NICHT in die Waschmaschine. Und auch nicht in die Spülmaschine. Er kann es überleben, aber durch die Reibung und die hohen Temperaturen leidet der wertvolle Siebdruck, das Gestänge kann sich verbiegen – und unter Umständen ist die Maschine hinterher kaputt.)

Nach der Aktion gilt: Das gute Stück erst mal an einem luftigen Ort trocknen lassen … und anschließend mit einem geeigneten Imprägnierspray wieder fit machen für den Neustart. Aber jetzt hat der Schulranzen erst mal Ferien – ganz oben auf dem Regal im Kinderzimmer. So. Derart motiviert, wage ich einen Blick in die eigene Handtasche. Puh. So viel zur Vorbildfunktion von Erziehungsberechtigten.