Irgendwas mit Mode
Mode machen will gelernt sein. Tasche: Leonhard Heyden

Irgendwas mit Mode

Die Vorstellung vom Beruf einer Modedesignerin oder eines Modemanagers gilt vielen als glamourös und hip. Tatsächlich haben Fashion-Interessierte viele Möglichkeiten im kreativen Bereich zu arbeiten, z. B. als Mode-, Kostüm- sowie Textildesigner, Luxury-, Mode- oder Textilmanager, Modemarketing oder als Modejournalist.

Die Bewerberzahlen an Hochschulen und privaten Instituten sind daher hoch und übertreffen meist die angebotenen Studien- und Ausbildungsplätze. Im Rahmen von anspruchsvollen Bewerbungsverfahren finden zudem knallharte Ausleseverfahren statt. Maßgeblich für die Auswahl ist – wie in den meisten künstlerischen Fächern – eine Bewerbungsmappe mit Arbeitsproben aus den verschiedensten Bereichen. Hier kommt es auf Kreativität, handwerkliches Geschick und den Ausdruck einer individuellen Note an. Ausbildungsstätten gibt es in ganz Deutschland, allerdings ist Berlin neben München, Hamburg oder Düsseldorf besonders beliebt als Mode-Metropole.

Noch schwieriger wird es bei den angebotenen Arbeitsplätzen, die rar und begehrt sind. Vor allem eine Festanstellung ist keineswegs selbstverständlich. Den Beruf nicht ausüben zu können, den man studiert hat, ist immer eine frustrierende Erfahrung – im Modebereich vielleicht umso mehr, da die treibende Motivation für ein solch zeitintensives und manchmal auch nervenaufreibendes Studium meist eine ausgeprägte Leidenschaft für Mode sein dürfte. Umso wichtiger ist es, sich von vorneherein ein realistisches Bild von Berufen in der Modebranche zu machen.

Deshalb sollen nachfolgend anhand von drei Beispielen – Modedesign, Modemanagement und Modejournalismus – die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen dargestellt werden.

Modedesign

Modedesign, also die Gestaltung und das Entwerfen von Mode, kann man studieren oder eine Ausbildung an einer Modeschule machen. Ein Abend- oder Fernstudium ist nicht möglich, und studiert wird nur in Vollzeit. Gelehrt werden hauptsächlich Theorie, Illustrationen, technische Skizzen, Marketing und Farbe. Geschicklichkeit im Handwerk wie auch Kreativität, ein sicherer Umgang mit Zeichenstift und anderen Gestaltungsmedien, ein ausgeprägter Sinn für Ästhetik, Farben, Formen und Proportionen sollten daher zu den individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften zählen. Nach sechs bis acht Semestern erhält man seinen Bachelor und nach zwei bis vier weiteren Semestern einen Master. Die Ausbildung an einer Modeschule beträgt etwa 36 Monate. Anschließend kann man entweder selbstständig werden und eine eigene Marke etablieren oder aber in einem Unternehmen Fuß fassen, zum Beispiel als Kostüm- oder Junior-Designer. Wieviel man als Modedesigner verdient, hängt vom selbstständigen Erfolg oder aber der Position im Unternehmen ab. Im Durchschnitt liegt der Bruttoverdienst bei etwa 3000 Euro. Standorte, an denen man sich seine Modekarriere „zurechtschneidern“ kann, sind u. a. die Akademie JAK in Hamburg, die Hochschule für Kunst, Design und populäre Musik (hkDM) in Berlin, das Fashion Design Institut in Düsseldorf oder die M3 Modeschule in Hannover.

Modemanagement

Während im Modedesign der Schwerpunkt eher auf dem gestalterischen Prozess liegt, fokussiert sich das Studium des Modemanagements auf betriebswirtschaftliche Inhalte. Hier sind weniger kreative und handwerkliche Fähigkeiten gefragt als analytische und kommunikative Fähigkeiten. Dieses spezialisierte betriebswirtschaftliche Studium qualifiziert für Management-Positionen in der Mode-, Lifestyle- und Konsumgüterbranche. Dabei werden Fragen behandelt wie: Was ist das Erfolgsgeheimnis starker Marken wie Prada, Gucci oder Louis Vuitton? Wie werden neue Trends in Mode und Design gesetzt? Wie konzeptioniere ich eine erfolgreiche Kampagne für (m)eine neue Modekollektion? Den Abschluss bildet der sechssemestrige Bachelor, einen Master kann man in diesem Studium nicht erwerben. Die Verdienstmöglichkeiten hängen wesentlich vom Arbeitgeber ab.

Modejournalismus

Wer nicht nur in Modezeitschriften blättern, sondern darin auch schreiben möchte, wählt das Studium des Modejournalismus oder eine entsprechende Ausbildung an einer Fachhochschule. Da immer mehr Einrichtungen individuelle Voraussetzungen festlegen, empfiehlt es sich, hinsichtlich konkreter Zugangsvoraussetzungen nachzufragen.

Auch Modejournalismus sieht ein Vollzeitstudium vor. Gelehrt werden hauptsächlich Recherche, Fotografie, kreatives Schreiben und Medienmanagement. Wenn man also sehr gut schreiben kann und sich schon immer für Fashiontrends und Modezeitschriften begeistern konnte, sind dies sehr gute Voraussetzungen. Um einen Bachelor zu erlangen, muss man etwa sechs bis sieben Semester einplanen, einen Master gibt es nicht. Die Ausbildung dauert ungefähr ebenso lange. Wenn man den Abschluss hat, kann man als Modejournalist entweder sein eigenes (Online-)Magazin herausbringen oder aber als Redakteur, beispielsweise Fashion-Editor, in einem Unternehmen arbeiten. Auch wenn man sich als Mode-Blogger eine Existenz aufbauen möchte, ist ein Studium des Modejournalismus eine gute und solide Grundlage.

Durchschnittlich verdienen ein Modejournalist etwa 2500 Euro (brutto) im Monat, jedoch hängt auch in dieser Branche alles vom Arbeitgeber bzw. vom eigenen Erfolg ab. Modejournalismus wird deutschlandweit nur in einigen wenigen Einrichtungen angeboten:

  • AMD Akademie Mode und Design in Düsseldorf, München, Hamburg und Berlin
  • Hochschule Macromedia in Köln, Stuttgart, Berlin, München und Freiburg
  • Fashion Design Institut in Düsseldorf

Egal welches dieser dargestellten Berufsbilder dem eigenen Traum am nächsten kommt – wie in jedem Studium oder jeder Ausbildung entscheiden letztlich das Talent, der Wille und das Durchhaltevermögen über den eigenen Erfolg.