Guten Morgen, Muffel!
Erwartungsvoller Frühstückstisch. (Schulutensilien: Scout.)

Guten Morgen, Muffel!

Das Schülerfrühstück ist und bleibt eine Herausforderung.

Morgens liegen bleiben bis der Rücken wehtut, dann ungeduscht und pflichtbefreit im Garten oder sonstwo wühlen … und irgendwann, wenn der kleine Hunger kommt, in Ruhe genussvoll ungesund frühstücken – das waren schöne sechseinhalb Wochen. Nun aber ist wieder Schule und damit alles anders. Auch und besonders für den morgenmuffelnden Nachwuchs.

Natürlich haben beide mein größtes Verständnis. Kinder im Grundschulalter brauchen nun mal ihren Schlaf. Besonders, wenn sie es trotz erzieherischer Vehemenz am Abend zuvor nicht rechtzeitig ins Bett geschafft haben. Teenager leiden ja sowieso, wie allgemein bekannt, unter einem zum Rest der Bevölkerung extrem konträren Biorhythmus: Vor Mitternacht kriegen sie kein Auge zu. Sondern im Sekundentakt Whatsappnachrichten. Von denen sind sie dann so aufgewühlt, dass vor drei, vier Uhr in der Früh – der von der Schlafforschung allgemein anerkannten Tiefschlafphase – an Schlaf nicht zu denken ist. Zumindest nicht an den im eigenen Bett.

Was während der Ferien problemlos in den Ablauf des darauffolgenden Tages zu integrieren war, ist nun, wo die Schulpflicht ruft, eine echte Herausforderung. Weckrufe sind sinnlos, lediglich aufrüttelnde Versuche bewegen zumindest dazu, mal probehalber einen Fuß aus dem gemütlich verschwitzten Bettchen zu strecken. Oder, um es mit Ninas Worten zu sagen: „Frühmorgens, wenn ich aufstehen soll, hat mein Bett eben genau die richtige Temperatur.“

Demzufolge wird der von der engagierten Mutter liebevoll gedeckte Frühstückstisch oftmals ignoriert – schließlich lässt die durch den verlängerten Aufwachprozess verbleibende Zeit, wenn überhaupt, nur noch die Wahl zwischen Bad oder Küche. Sprich: Lieber sauber und hungrig oder dreckig und satt in die Schule? Die Entscheidung trifft der Nachwuchs je nach Altersklasse, Tagesform und -programm, meist jedoch zuungunsten des Frühstücks.

Die Lösung ist ein doppelter Pausensnack: Phase 1, bestehend aus Banane, Apfel und/oder Karotte und Smoothie, wird griffbereit in den Außentaschen des Schulranzens verstaut und als Wegzehrung eingesetzt bzw. vor (oder in) der ersten Stunde konsumiert. Der ernährungsphysiologisch durchdachte Inhalt der Brotdose (heute: Vollkornbrot/Käse/Salatgurke/Kresse, Snack: Nüsse und Beeren) dann eben in der Pause. Hoffe ich zumindest. Und erinnere mich beschämt daran, wie ich meine eigenen Schulbrote entweder getauscht oder mehr oder weniger diskret entsorgt habe. Manchmal sogar, bevor sie vergammelt waren. Sorry, Mama.

Mehr Frühstückstipps gibt’s hier.