Ahoi Welt!

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Bloggen ist Dienst an der Gesellschaft – und andere geniale Theorien

Ein Blog? „Warum soll ich mir Text-Selfies vom Alltag wildfremder Leute anschauen?“, war immer mein Standardkommentar. „Wer hat denn Zeit für so viel zelebrierte Belanglosigkeit?“ Ich jedenfalls nicht. Dachte ich. Mit mehr oder weniger schlauen Sprüchen und eigentlich überflüssigen Bildern um Anerkennung buhlen und Kommentare erbetteln? Och, nö – dachte ich.

Aber jetzt mach ich es doch. Warum? Ganz einfach. Weil ich es mir verdient hab! Andere haben Haustiere oder Therapeuten. Ich hab das ganze Internet. Und kann es mit allem füttern, was bei mir zuhause so abfällt. Und das ist ne ziemliche Menge, soweit ich das beurteilen kann.

So ein Blog bietet auch ein paar andere nicht von der Hand zu weisende Vorteile. Wer am Rechner sitzt, kann unmöglich abspülen oder Pausenbrote schmieren. Das erzieht Mann und Kinder zu mehr Selbstständigkeit – und ist damit ein echter Dienst an der Gesellschaft! Gleichzeitig kann ich hier auch mal was aufarbeiten. Psychisch, meine ich. Bloggen als unblutige Eigentherapie, sozusagen. Damit ist das Ganze sowohl familienpolitisch als auch rein wirtschaftlich gesehen überaus sinnvoll. Von dem gesparten Geld ist dann auch mal ein Friseurbesuch zwischendurch drin. Ein weiterer Vorteil: Bloggen ist ja eigentlich so eine Art Arbeit – oder kann es zumindest mal werden. Also darf Mami beim Aufbau ihres zweiten Standbeins nicht (und damit meine ich: überhaupt nicht!) unterbrochen werden. Und, das Beste: Wer bloggt, darf sogar das Telefon ignorieren. Weiß doch schließlich jeder, dass Multitasking nur was für Leute ist, die sich nicht auf eine Sache konzentrieren können.

Apropos: Ich muss natürlich noch Brainstorming machen mit mir selber. Themenfindung und so. Und dann muss ich das mit der Webcam noch auschecken. Und nach einer Lampe suchen. Muss ja nicht die ganze Welt sehen, wie anstrengend der Alltag einer berufstätigen Familienvorständin ist. Ach Mist – Telefon …

Das war seine Mutter. Nicht mal beim Bloggen hat man seine Ruhe. Dann geh ich jetzt mal ne Runde shoppen. Spinat und Kartoffeln. Hab schließlich noch ein paar hungrige Mäuler zu stopfen und kann mich hier nicht ewig aufhalten. Aber keine Sorge. Bald geht’s weiter. Versprochen.